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Aus in der Champions League: Dortmunder Aufholjagd wird nicht belohnt

Von Timo Prüfig

AP/dpa

Ein bärenstarker Marco Reus und ein unglücklicher Henrich Mchitarjan waren die zentralen BVB-Profis im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid. Am Ende scheiterten die Dortmunder trotz eines großen Kampfes.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Die Fans von Borussia Dortmund feierten ihre Spieler noch Minuten nach dem Abpfiff, da waren die Stars von Real Madrid schon längst in der Kabine. Es war tatsächlich alles andere als "königlich", was die Spanier im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League beim BVB abgeliefert hatten - oder anders gesagt: Dortmund zeigte wahrscheinlich seine beste Saisonleistung und stand kurz vor der Sensation.

Am Ende reichte es dennoch nicht, die Hypothek der 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel war zu hoch. Trotz eines 2:0 (2:0)-Sieges gegen Real hat das Team von Trainer Jürgen Klopp die Vorschlussrunde verpasst. Die Tore des überragenden Marco Reus (24. Minute/37.) waren zu wenig. "Das ist richtig komisch. Wir haben ein richtig geiles Spiel abgeliefert. Mehr kann man nicht machen. Und trotzdem sind wir raus", sagte Oliver Kirch: "Aber was hier abging, ist Wahnsinn. Wir haben dran geglaubt, wir hätten schon in der ersten Halbzeit vier oder fünf Tore schießen können."

Alle Hoffnungen der Dortmunder ruhten auf Torjäger Robert Lewandowski, der nach seiner Sperre zurückkehrte und schon im Halbfinale der vergangenen Saison vier Tore gegen Real Madrid erzielt hatte. Dafür fehlte dem BVB neben den zahlreichen Langzeitverletzten Nuri Sahin, der wegen Rückenbeschwerden auf der Bank saß und auf der Sechserposition von Oliver Kirch ersetzt wurde. Zudem spielte Manuel Friedrich für Sokratis in der Innenverteidigung, Sebastian Kehl musste aufgrund einer Gelbsperre pausieren.

Weidenfeller pariert Elfmeter, Reus trifft

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Dortmund vs. Madrid: Knapp am Wunder vorbei
Trotz der zahlreichen Ausfälle und Umstellungen war zu spüren, dass die Dortmunder und die rund 66.000 Zuschauer ernsthaft an das Wunder glaubten. Von Beginn an kochte das Westfalenstadion. Der BVB setzte Real schon in der eigenen Hälfte unter Druck und ließ die Gäste nicht zur Entfaltung kommen. Allerdings verteidigten die Spanier, die ohne den angeschlagenen Weltfußballer Cristiano Ronaldo antraten, konzentriert und ließen zumindest in der ersten Viertelstunde keine Chancen zu.

Die Dortmunder Hoffnungen auf das Halbfinale schienen sich zu zerschlagen, als Schiedsrichter Damir Skomina in der 16. Minute auf Handelfmeter für Real entschied: Lukasz Piszczek hatte eine Flanke von Fábio Coentrão an den Arm bekommen. Doch BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller hielt sein Team im Spiel und parierte den Strafstoß des Argentiniers Ángel Di María (17.).

Die erste Gelegenheit für den BVB vergab Henrich Mchitarjan völlig freistehend, nachdem der Armenier von Lewandowski und Reus in Szene gesetzt worden war (19.). Fünf Minuten später war es dann so weit: Einen langen Ball von Friedrich wollte Real-Verteidiger Pepe aus gut 30 Metern zu Torwart Iker Casillas zurückköpfen. Reus spekulierte richtig, sprintete dazwischen, ließ Casillas aussteigen und traf zum 1:0 (24.).

Madrid wirkte angeschlagen, kam gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus und leistete sich zahlreiche Abspielfehler. Nach einer Freistoßflanke von Reus hatte Mats Hummels bereits die Chance, per Kopf auf 2:0 zu erhöhen (32.) - Casillas hielt stark. Fünf Minuten später leistete sich Asier Illarramendi einen Fehlpass im Mittelfeld. Lewandowski scheiterte daraufhin zunächst am Pfosten, doch Reus staubte ab (37.).

Mchitarjan vergibt die größte Chance

Real rettete den knappen 3:2-Gesamt-Vorsprung von Hin- und Rückspiel in die Pause. Nach dem Wechsel begann das Team von Trainer Carlo Ancelotti etwas offensiver und kam durch einen Schuss von Gareth Bale zur ersten Chance aus dem Spiel heraus, Weidenfeller parierte (49.). Zehn Minuten später versuchte es der Waliser aus spitzem Winkel, zielte aber knapp am zweiten Pfosten vorbei (59.). Kurz darauf wurde der bis dahin fast unsichtbare Karim Benzema in letzter Sekunde von Hummels abgegrätscht (61.).

Die Dortmunder schienen sich eine verlängerte Halbzeitpause gegönnt zu haben und setzten erst in der 65. Minute ihre Aufholjagd fort: Nach einem sensationellen Pass von Reus machte Mchitarjan zunächst alles richtig. Der Armenier ließ Casillas aussteigen, hatte nur noch das leere Tor vor sich und setzte den Ball mit links an den Pfosten - eine unglaubliche Szene. Kurz darauf scheiterte Mchitarjan erneut, diesmal parierte Casillas einen Schuss des 25-Jährigen aus gut zwölf Metern (68.).

Teil zwei des Dortmunder Sturmlaufs ging weiter, in dieser Phase erspielte sich der BVB fast im Minutentakt Chancen, Real war plötzlich wieder komplett neben der Spur. Kevin Großkreutz versuchte es als nächstes und scheiterte mit einem Schuss an Casillas (70.).

In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Real konterte und kam zu einigen guten Chancen, unter anderem scheiterten Benzema (80.) und Bale (90.) am starken Weidenfeller. Die Borussia warf alles nach vorn - am Ende reichte es aber nicht zum Wunder von Dortmund.

Borussia Dortmund - Real Madrid 2:0 (2:0)
1:0 Reus (24.)
2:0 Reus (37.)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek (81. Aubameyang), Manuel Friedrich, Hummels, Durm - Kirch - Mchitarjan, Jojic, Reus, Großkreutz - Lewandowski
Madrid: Casillas - Carvajal, Pepe, Ramos, Coentrao - Illarramendi (46. Isco), Alonso, Modric - Di Maria (73. Casemiro), Benzema (90.+2 Varane), Bale
Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)
Zuschauer: 65.829 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Reus (2), Aubameyang - Ramos (2), Alonso (2), Carvajal, Casemiro, Benzema
Besonderes Vorkommnis: Weidenfeller hält Handelfmeter von Di Maria (17.)
Ballbesitz in Prozent: 51 / 49
Schüsse: 12 / 10
Torschüsse: 6 / 5
Gewonnene Zweikämpfe in Prozent: 53 / 47

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insgesamt 137 Beiträge
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1. echte Liebe!
twaddi 08.04.2014
So spielt nur der BVB! Respekt! Respekt! Respekt!
2. schönes Spiel
Mirko.E 08.04.2014
Wirklich schönes Spiel einzig die Schiedsrichter würde ich mir konstanter wünschen.
3. Das kann nur Kloppi
torquemada13 08.04.2014
Der motiviert die Truppe! Reus, der gute alte Mönche, er hat für die gelb schwarzen gefighted. Come back to the Niederrhein!
4. Und das ist der Unterschied
spon_2294391 08.04.2014
zum FCB. Geiler Fussball und Herzrasen. Danke!
5. Hut ab.
williondo 08.04.2014
Hätte ich nicht erwartet. Respekt. Schade daß es nicht gereicht hat.
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1998 Real Madrid
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