BVB-Coach Klopp "Ich verspüre Ruhe"

Bloß nicht die Nerven verlieren: Borussia Dortmund hat den schlechtesten Liga-Start seiner Geschichte hingelegt. Zur Erleichterung von Trainer Klopp kommt jetzt erst einmal - die Champions League.

BVB-Trainer Klopp: Schwierige Zeiten
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BVB-Trainer Klopp: Schwierige Zeiten


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Hamburg - In der Champions League steht Borussia Dortmund vor der Qualifikation für das Achtelfinale, in der Bundesliga ist das Team Vorletzter. Doch trotz der unruhigen Wochen verspürt Trainer Jürgen Klopp die Rückendeckung der Vereinsführung. "Es ist eine schwierige Phase. Da hilft Ruhe. Die spüre ich und versuche, sie zu nutzen", sagte der BVB-Trainer vor dem Champions-League-Duell mit Galatasaray Istanbul am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: Sky).

Klopp hofft, dass die Partie gegen den türkischen Meister Mut macht für die Aufgabe vier Tage später in der Bundesliga gegen Mönchengladbach (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). "Wir versuchen, am Dienstag an unseren Abläufen zu arbeiten und positive Dinge für Sonntag abzuleiten", so der Trainer. "Wir haben die Möglichkeit, mal wieder mit einem positiven Gefühl ins Bett zu gehen. Das war in der Bundesliga zuletzt sehr hart", sagte Mittelfeldspieler Sebastian Kehl.

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist nach eigener Ansicht schuldlos am Absturz des Fußballbundesligisten auf einen Abstiegsplatz. "Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass wir - da schließe ich auch Michael Zorc mit ein - irgendwelche Fehler gemacht haben, die so gravierend gewesen wären, dass wir jetzt in dieser Situation sind", sagte der 55-Jährige dem TV-Sender Sky.

Er könne sich keine Vorwürfe machen, sagte Watzke: "Das ist ja das Problem. In Deutschland ist es ja ganz modern, in so einer Phase, wie wir sie aktuell haben, auf den sonst üblichen Druck hin erst einmal zu sagen: 'Ja, ich habe Fehler gemacht.'"

Den Borussen blieb nach dem 1:2 am Samstag gegen Bayern München nicht viel Zeit, um über Tabellenplatz 17 und den schlechtesten Start der 48-jährigen Bundesligahistorie zu grübeln. "Das Spiel gegen Galatasaray ist die nächste Gelegenheit, allen zu zeigen, dass wir es besser können", sagte Innenverteidiger Neven Subotic, der in München einen schwarzen Tag erwischte. Kehl bemühte sich ebenfalls um positives Denken: "In solchen Zeiten ist es vielleicht von Vorteil, wenn das nächste Spiel so schnell kommt."

Galatasaray mit Sieg in der Liga, BVB mit makelloser Serie

Anders als Dortmund feierte Istanbul am Wochenende eine gelungene Generalprobe. Dennoch blieben beim 2:1 (0:1) im Derby gegen Kasimpasa erneut viele Wünsche offen. Nach Rückstand zur Pause drehten Burak Yilmaz (53.) und Umut Bulut (90.) das Spiel. "Uns fehlt Selbstvertrauen. Wir sind nicht in der Lage, 100 Prozent unserer Fähigkeiten abzurufen", klagte der ehemalige Bundesligaspieler Hamit Altintop in der türkischen Zeitung "Hürriyet".

Bei Borussia Dortmund sorgt die optimale Ausbeute von neun Punkten nach drei Begegnungen bei einer Tordifferenz von 9:0 für positive Stimmung. Das 4:0 vor zwei Wochen in der Türkei macht zudem Hoffnung auf eine Fortsetzung dieser makellosen Serie. In den beiden abschließenden Gruppenspielen beim FC Arsenal (26. November) und gegen den RSC Anderlecht (9. Dezember) ginge es allenfalls noch um Platz eins.

Doch Galatasaray werde sicherlich versuchen, sich für die Pleite im Hinspiel zu rehabilitieren, sagte Klopp: "Wir rechnen mit einer starken Mannschaft von Galatasaray, die die Lage in der Gruppe dramatisch verbessern will". Allerdings wird er seine Abwehr umstellen müssen, denn Mats Hummels wird nicht zur Verfügung stehen. Der Innenverteidiger fehlt wegen einer Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk drei Wochen lang. Sokratis ist in der Viererkette gesetzt, Subotic noch auf der Suche nach seiner Form. Das Pech von Hummels könnte Matthias Ginter eine weitere Chance zur Bewährung eröffnen. Klopp steht vor einer schweren Entscheidung.

asi/sid/dpa

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insgesamt 152 Beiträge
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Seite 1
Sangit raju 03.11.2014
1. Herr Klopp,...
... die Mannschaft und Sie machen das...:-) Nur die BILD denkt, dass der BVB zweitklassig werden könnte... BILD halt... Und, was wäre denn gegen eine Erholungsphase in Liga 2 einzuwenden, außer Kapitalverlusten...??? Ein SC Freiburg-Anhänger...:-)
Levator 03.11.2014
2. Jawohl
so wie ihn kennen - diesen Herrn Klopp - ruhend in sich und absolut auf die nächsten Herausforderungen konzentriert, einfach vorbildlich... Komischerweise - wenn er von den Kameras an der Seitenlinie eingefangen wird - hat er wohl seine guten Vorhaben völlig vergessen. Die Fähigkeit sich selbst kritisch zu betrachten, hat er wohl mit aller seiner Ruhe auch einschlafen lassen. Und so schnarcht er nun weiter. Stunde um Stunde, Tag um Tag und nächstes Spiel um nächstes Spiel....
ambergris 03.11.2014
3.
Schon verwunderlich. Dortmund hat volle Punktausbeute und das beste Torverhältnis der Champions League. Gleichzeitig denke ich, dass sie gegen Gladbach verlieren werden und Bremen möglicherweise gegen Stuttgart gewinnt, was bedeutet, dass Dortmund Tabellenletzter sein wird. Schon komisch das Ganze...
Zorin 03.11.2014
4. Klopp
hat recht, wenn er Ruhe bewahrt. Es kommt darauf an, ruhig in die 2. Liga abzusteigen. Und der Abstieg täte Dortmund auch ganz gut. Das wär dann einmal wieder eine Liga, in der sie unangefochten Meister werden können. Bayern wird ja wohl nicht auch absteigen. Insofern, weiter so Herr Klopp. Am besten gleich mit einer Niederlage gegen Gladbach.
wo_ist_all_das_material? 03.11.2014
5.
Zitat von Sangit raju... die Mannschaft und Sie machen das...:-) Nur die BILD denkt, dass der BVB zweitklassig werden könnte... BILD halt... Und, was wäre denn gegen eine Erholungsphase in Liga 2 einzuwenden, außer Kapitalverlusten...??? Ein SC Freiburg-Anhänger...:-)
Dazu wird es leider nicht reichen, aber "Ruhe"? Auch der letzte Rest großspurigen Gehabes wird noch abblättern, wenn es so weitergeht. Ein paar CL-Gruppensiege helfen auch nicht weiter. Weiter so, bvb, wweiter so, Kloppo!
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