Champions League Hattrick von Ronaldo - Juve erreicht Viertelfinale

Cristiano Ronaldo hat Juventus ins Viertelfinale der Champions League befördert. Zweimal traf der Portugiese mit dem Kopf und einmal vom Punkt - und stellte damit einen Rekord von Lionel Messi ein.

Leonardo Bonucci, Moise Kean, Emre Can und Cristiano Ronaldo (von links nach rechts)
AFP

Leonardo Bonucci, Moise Kean, Emre Can und Cristiano Ronaldo (von links nach rechts)


Juventus hat 3:0 gegen Atlético Madrid gewonnen und damit das Viertelfinale der Champions League erreicht. Drei Tore von Superstar Cristiano Ronaldo machten die 0:2-Niederlage im Hinspiel wett. Atlético setzte den Gastgebern in Turin nur wenig entgegen - nicht ein Schuss der Spanier ging auf das Tor.

Die Hausherren setzten Madrid von Anfang an unter Druck. Keine fünf Minuten waren gespielt, da war der Ball schon im Tor - der Schiedsrichter nahm den Treffer vom Turiner Kapitän Giorgio Chiellini (4. Minute) aber zurück, weil Ronaldo zuvor dem am Boden liegenden Atlético-Torwart Jan Oblak den Ball aus den Händen gestochert hatte.

Bis zur 20. Minute hatte Juventus 75 Prozent Ballbesitz und ließ dem Gegner kaum eine Möglichkeit, Ruhe ins Spiel zu bringen. Die logische Folge: In der 27. Minute fiel das 1:0 durch Ronaldo nach Flanke von Federico Bernardeschi. Rechtsverteidiger Juanfran hatte keine Chance im Kopfballduell. Kurz darauf probierte es Bernardeschi zunächst per Freistoß (32.), dann per Fallrückzieher (34.) - beide Male ging der Ball über das Tor.

Fotostrecke

14  Bilder
Cristiano Ronaldo: Dafür haben sie ihn geholt

Direkt nach Wiederanpfiff schlug Ronaldo erneut zu und erzielte das 2:0 für Turin (49.). João Cancelo flankte den Ball hoch in den Strafraum, dort schraubte sich der Portugiese in die Luft und köpfte den Ball auf den Kasten. Oblak konnte noch den rechten Arm hochreißen, die Torlinientechnik signalisierte jedoch, dass der Ball bei seiner Parade bereits hinter der Linie war.

Beim Stand von 2:0 wäre es in die Verlängerung gegangen, doch Juventus erzwang die Entscheidung. Bernardeschi drang von links in den gegnerischen Strafraum ein und bekam dort vom eingewechselten Ángel Correa einen Schubser in den Rücken. Der Schiedsrichter gab Elfmeter. Ronaldo verwandelte sicher und schoss sein Team in die nächste Runde (86.).

In elf der vergangenen zwölf Saisons konnte der fünffache Weltfußballer das Halbfinale der Champions League erreichen. Sein achter Hattrick in der Königsklasse wahrte seinem Team auch in dieser Saison die Chance, unter die besten Vier zu kommen. Mit seinen drei Toren gegen Atlético schloss Ronaldo zu seinem ewigen Rivalen Lionel Messi auf, der vorher alleiniger Rekordhalter für Dreierpacks in der Champions League war.

Juventus - Atlético Madrid 3:0 (1:0)
1:0 Ronaldo (27.)
2:0 Ronaldo (49.)
3:0 Ronaldo (86.)
Turin: Szczesny - Cancelo, Bonucci, Chiellini, Spinazzola (67. Dybala) - Can, Pjanic, Matuidi - Bernardeschi, Mandzukic (80. Kean), Ronaldo
Madrid: Oblak - Arias (77. Vitolo), Giménez, Godin, Juanfran - Koke, Rodrigo, Saúl, Lemar (57. Correa) - Morata, Griezmann
Schiedsrichter: Björn Kuipers
Gelbe Karten: Bernardeschi / Giménez, Juanfran

mrk



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
friespeace 12.03.2019
1. Er ist schon ein Großer
Bei aller Antipathie - aber der Junge hat schon was drauf. Insgesamt gewinne ich aber irgendwie den Eindruck, dass es immer mehr Duelle gibt, bei denen Hin- und Rückspiel total unterschiedlich verläuft. PSG kann wohl ein Lied davon singen. Ist das nur mein Eindruck, oder war es früher auch regelmäßig der Fall, dass große Rückstände umgebogen wurden?
dosmundos 13.03.2019
2.
Will ja nicht kleinlich wirken angesichts dieser erneuten Demonstration des besten Fußballers aller Zeiten, aber war ein Hattrick nicht einmal drei aufeinanderfolgende Tore in einer Halbzeit? Kann natürlich nicht ausschließen, dass ich das immer falsch verstanden habe...
bcpt8 13.03.2019
3.
Entscheidend war die unterschiedliche Mentalität beider Teams. Juventus wollte vom Anpfiff weg mit einem Sturmlauf den Rückstand aus dem Hinspiel wettmachen. Allerdings recht einfallslos mit einem Flankenbombardement in den Atléti-16er, was von Simeones Mannen zunächst eine knappe halbe Stunde lang recht unbeeindruckt und unaufgeregt in Schach gehalten wurde. Insgesamt nur vier Schüsse aufs Tor bei 13 Versuchen ergab mit drei Treffern letztlich immerhin eine beachtliche Ausbeute (Chiellinis Tor nach Ronaldos Attacke gegen Oblak wurde m. E. zu Recht nicht gegeben). Dass ausgerechnet Routinier Juanfran dann doch bei einer der Flanken nicht optimal postiert war und Ronaldos nach wie vor enorme Sprungkraft für den ersten Brustlöser durch das 1:0 sorgte, gab Juve womöglich den entscheidenenden Push an letzter Überzeugung. Die schien den Gästen nun ziemlich abhanden gekommen - oder man unterstellt, sie wollten dieses Ergebnis noch über eine Stunde lang ohne viel Zutun bloß über die Zeit retten. Sollte das Simeones Vorgabe gewesen sein? Denn nach vorne wurde so gut wie gar nichts unternommen, um selbst zum Torerfolg zu kommen. Mit dem Fehlen der gesperrten Costa und Thomas lässt sich das kaum erklären. Meist zogen sich die Madrilenen so weit zurück, dass selbst Chiellini als letzter Mann Juves sich ungefährdet in deren Hälfte am Aufbauspiel beteiligen konnte. Wo waren Griezmann, Morata und Lemar? Ersterer war noch am auffälligsten, als er vorm eigenen 16er Ronaldo mit einem cleveren Tackling mal den Ball abluchste. Und mit einer Flanke einen Morata-Kopfball auflegte, der dabei im Abseits stand. Seine zweiten Kopfball und damit seine zweite Chance im ganzen Spiel konnte der im Gegensatz zu CR7 ebenfalls nicht im Tor unterbringen. Ein Distanzschuss von Koke und Correa strich jeweils am Torwinkel vorbei, das war's vorne auch schon mit der Atléti-Herrlichkeit. Nein, ein Weiterkommen in die nächste Runde wäre mit diesem minimalisitischen Vortrag ohne Leidenschaft nicht wirklich verdient gewesen. Wobei auch die Gastgeber kaum spielerischen Glanz versprühten, wie schon geschrieben. Bis auf einen, der den später eingewechselten Dybala nicht vermissen ließ: Bernadeschi mauserte sich zum Dreh- und Angelpunkt der Turiner Offensivbemühungen, legte CR7 mit Auge die präzise Flanke zum Führungstreffer auf, bereitete (durchsetzungsstark gegen Correa) als Gefoulter dessen nächsten Treffer per Strafstoß vor und - stahl dem Ex-"Königlichen" mit einem Fallrückzieher knapp übers Tor auch noch das Show-Highlight. Für mich Man of the Match, die medialen Jubelarien wird freilich der Dreifach-Torschütze einheimsen. Der gab sich im Interview mimisch in fast pastoraler Güte und zumindest verbal geläutert: Nicht er, sondern der Spirit des Teams sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen - er selbst habe nur den Job erledigt, für den ihn Juve einkaufte.
alkmene 13.03.2019
4. Hattrick?
Das war zwar eine tolle Leistung von Ronaldo - aber Hattrick war es keiner. Das sollte man beim Spiegel eigentlich wissen, dass die drei Treffer (ohne, dass dazwischen ein anderer trifft) in einer Halbzeit fallen müssen.
kalle62 13.03.2019
5. Hattrick
Ein Hattrick ist, wenn alle drei Tore in einer einzigen Halbzeit von ein und demselben Schützen erzielt werden. Sonst ist es kein Hattrick.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.