Matchwinner Ronaldo: Ausgerechnet er!

Von Birger Hamann

Cristiano Ronaldo: Die Karriere von "CR7"
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AFP

Erst wurde er von den ManUnited-Fans gefeiert, dann brach er ihnen das Herz: Die Rückkehr von Cristiano Ronaldo nach Manchester war Drama pur - mit gemischten Gefühlen warf er seinen geliebten Ex-Club aus der Champions League. Vielleicht kommt er schon bald wieder.

Es war eine herzliche Begrüßung, verbunden mit einer klaren Botschaft, die der kleine Junge im Old Trafford für Cristiano Ronaldo parat hatte. "Willkommen zu Hause, Ronaldo", stand auf der einen Seite des Pappschilds, das der Anhänger von Manchester United hochhielt. Auf der anderen war zu lesen: "Wir wollen dich zurück haben, aber bitte schieß heute kein Tor gegen uns."

Der Superstar von Real Madrid wird sich über so viel Zuneigung gefreut haben - gehorcht hat er aber nicht. Es war Ronaldo, der in der 69. Minute des Achtelfinal-Rückspiels zum 2:1-Sieg für die Spanier traf und damit seinen Ex-Club aus der Champions League warf.

Ausgerechnet Ronaldo! Es musste ja so kommen. Schon im Hinspiel hatte der Portugiese zum 1:1 getroffen. Das war der Vorgeschmack auf diese mit Emotionen überfrachtete Partie in Manchester, Ronaldos erstmaliger Rückkehr ins "Theater der Träume", wie das Old Trafford genannt wird. Dem Ort, wo der 28-Jährige die bislang wohl beste Zeit seines Fußballerlebens verbracht hat und der für seine früheren Mitspieler zum Albtraum wurde.

"Ich freue mich, dass wir mit Real weitergekommen sind", sagte Ronaldo nach der Partie: "Aber auf der anderen Seite bin ich auch traurig, weil Manchester United ausgeschieden ist." Anderen Profis würde man bei derlei Aussagen Heuchelei unterstellen, ebenso wie nach Ronaldos ausbleibendem Jubel nach seinem Treffer. In diesem Fall war das alles ehrlich.


Um die besondere Beziehung zwischen Cristiano Ronaldo und Manchester United zu verstehen, muss man das Verhältnis des sensiblen Offensivspielers zu Alex Ferguson kennen, diesem raubeinigen Schotten, der seit fast 27 Jahren Trainer von United ist.

Der Coach holte Ronaldo 2003 für 17,5 Millionen Euro von Sporting Lissabon nach Manchester. Ferguson war derart überzeugt von den Qualitäten des damals 18-Jährigen, dass er auf das Trikot mit der Rückennummer sieben für Ronaldo bestand. Der Portugiese lehnte ab, konnte sich aber nicht wehren. Er fürchtete den Druck dieser Rückennummer, die ManUnited-Legenden wie David Beckham, Eric Cantona oder George Best vor ihm getragen hatten. Doch die Angst war unbegründet. Ronaldo entwickelte sich in Manchester mit der Nummer sieben auf dem Trikot zu einem der besten Fußballer der Welt. Er konnte das auch und vor allem, weil Ferguson sich fast immer vor seinen sensiblen Superstar stellte, ihn in Schutz nahm, eine Art Vaterfigur wurde.

Acht Titel binnen dreier Jahre mit ManUnited

Drei Jahre genoss Ronaldo diesen Welpenschutz, dann hatte er sich zum Anführer entwickelt, der Manchester zwischen 2006 und 2009 zu acht Titeln führte. Mit United gewann Ronaldo unter anderem dreimal in Folge die Meisterschaft (2007, 2008, 2009), zweimal den Ligapokal (2006, 2009) und als Krönung die Champions League 2008. Es war auch das Jahr, für das Ronaldo nicht nur als Englands und Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet, sondern auch zum Weltfußballer gewählt wurde. 2009 wechselte er für 94 Millionen Euro von Manchester nach Madrid, es ist bis heute der teuerste Transfer der Fußball-Geschichte.

"Ich habe hier sechs Jahre gespielt. Ich kam als Kind hierher, und die Leute waren immer sehr nett zu mir", hat Ronaldo über seine Zeit in Manchester gesagt. Diese Beziehung zu den Menschen, zu den Fans war für ihn mindestens genauso wichtig wie das enge Verhältnis zu Ferguson. Denn Ronaldo wurde in Manchester geliebt, zeitweise sogar verehrt. Bei seiner Rückkehr am Dienstagabend feierten sie ihn fast vier Jahre nach seinem Abschied fast mehr als ihre eigenen Top-Stars. Ronaldo wurde als Gegner in Manchester bejubelt, wie er in Madrid, im eigenen Stadion, fast nie bejubelt wird. Es ist diese Art der Zuneigung, die Ronaldo so wichtig ist, und die er in Spanien so sehr vermisst.

"Es war ein unglaublicher, ein sehr emotionaler Abend. Was die Fans mir hier bereitet haben, werde ich nie vergessen", sagte ein sichtlich bewegter Ronaldo nach dem Rückspiel, und einige Beobachter wollen dabei Tränen in seinen Augen erkannt haben.

In England und Spanien gibt es immer wieder Gerüchte, Ronaldo könnte in der kommenden Saison wieder für Manchester auflaufen. Dann hätte sich zumindest ein Teil des Wunsches für den kleinen United-Fan erfüllt.

Manchester United - Real Madrid 1:2 (0:0)
1:0 Ramos (48., Eigentor)
1:1 Modric (66.)
1:2 Ronaldo (69.)
Manchester: De Gea - Rafael (87. Valencia), Ferdinand, Vidic, Evra - Carrick, Cleverley (73. Rooney) - Nani, Welbeck (81. Young), Giggs - van Persie
Madrid: López - Arbeloa (59. Modric), Ramos, Varane, Coentrao - Khedira, Alonso - Di Maria (45. Kaka), Özil (71. Pepe), Ronaldo - Higuain
Schiedsrichter: Cakir (Türkei)
Zuschauer: 74.959
Rote Karten: Nani (56.), wegen groben Foulspiels
Gelbe Karten: Evra (2), Carrick - Arbeloa, Kaka, Pepe

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insgesamt 9 Beiträge
deefens 06.03.2013
Cr. Ronaldo hat sich in Spanien definitiv weiterentwickelt. War das früher ein egoistischer Dribbler, stellt er sich mittlerweile komplett in den Dienst der Mannschaft und ist sich auch nicht zu schade dafür, mal hinten einen [...]
Cr. Ronaldo hat sich in Spanien definitiv weiterentwickelt. War das früher ein egoistischer Dribbler, stellt er sich mittlerweile komplett in den Dienst der Mannschaft und ist sich auch nicht zu schade dafür, mal hinten einen Gegner abzuräumen. Das unterscheidet einen Ronaldo z.B. von einem Gomez, dessen Wirkungskreis sich nur auf die gegnerische Hälfte erstreckt. Mourinho hat nicht ganz unrecht, wenn er Ronaldo als den komplettesten Stürmer der Welt bezeichnet. Schussgewaltig, beidfüssig, exzellenter Techniker, Spielübersicht, torgefährlich... Der Mann ist definitiv sein Geld wert. Dennoch ist mir Ronaldo (abseits seiner Eitelkeiten) nie wirklich sympathisch geworden, eventuell liegt das auch an der Verbissenheit, mit der er auf dem Platz zu Werke geht. Wäre er aber nicht gerade zufällig genau in der Zeit als Profi aktiv wie ein gewisser Messi, er hätte mit Sicherheit die letzten 3 Wahlen zum Weltfussballer mit Riesenabstand gewonnen.
apfeldroid 06.03.2013
...möchte ich nicht sehen! Hat mit seiner Gelfrisur mehr verdient als mit Titeln. Und dass er nicht arrogant ist, meine Güte, allene wenn er Strafstoß antritt, glaube ich, er hätte in die Hose gemacht! Ein ganz schlechtes Vorbild [...]
...möchte ich nicht sehen! Hat mit seiner Gelfrisur mehr verdient als mit Titeln. Und dass er nicht arrogant ist, meine Güte, allene wenn er Strafstoß antritt, glaube ich, er hätte in die Hose gemacht! Ein ganz schlechtes Vorbild für die Kinder und höchsten leicht überdurchschnittlicher Spieler.
Roßtäuscher 06.03.2013
Breitbeinig und hölzern. Ist der Kicker überhaupt das Geld wert, was einige Affen ihm nachwerfen? Eher nicht - vielleicht ist Schalke 05 an ihm interessiert!!
Zitat von sysopErst wurde er von den ManUnited-Fans gefeiert, dann brach er ihnen das Herz: Die Rückkehr von Cristiano Ronaldo nach Manchester war Drama pur - mit gemischten Gefühlen warf er seinen geliebten Ex-Club aus der Champions League. Vielleicht kommt er schon bald wieder. Champions League: Cristiano Ronaldo trifft gegen Manchester United - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/champions-league-cristiano-ronaldo-trifft-gegen-manchester-united-a-887168.html)
Breitbeinig und hölzern. Ist der Kicker überhaupt das Geld wert, was einige Affen ihm nachwerfen? Eher nicht - vielleicht ist Schalke 05 an ihm interessiert!!
Wer behauptet Christiano Ronaldo ist ein "allenfalls leicht überdurchschnittlicher Spieler", aus dem kann nur der Neid sprechen. Möglicherweise mag Ronaldo arrogant rüberkommen, jedoch ist er äußerst fair und unfassbar [...]
Wer behauptet Christiano Ronaldo ist ein "allenfalls leicht überdurchschnittlicher Spieler", aus dem kann nur der Neid sprechen. Möglicherweise mag Ronaldo arrogant rüberkommen, jedoch ist er äußerst fair und unfassbar begabt! Momentan der wohl kompletteste Offensivspieler der Welt! Und warum kein Vorbild? Er kommt aus schlichten Verhältnissen und hat es durch Talent und harte Arbeit zu einem der zwei besten Spieler dieses Planeten geschafft! Und mal ehrlich wer in einem so testosteron dominierten Sport solche Leistungen bringt, Geld zum Abwinken hat und dazu vielleicht in den Augen der Damenwelt noch gutaussehend ist, der kann sich Arroganz durchaus leisten. Kann ja nicht jeder so Öffentlichkeitsscheu wie Messi sein...
erwin777sti 06.03.2013
a b e r seine "Breitbeinigkeit" vor den Strafstössen könnte die Ursache der Gefährlichkeit seiner Strafstösse sein. VOLLSTE Konzentration, wie ein Schütze vor dem Abziehen, wie autogenes Training, wie eine [...]
Zitat von apfeldroid...möchte ich nicht sehen! Hat mit seiner Gelfrisur mehr verdient als mit Titeln. Und dass er nicht arrogant ist, meine Güte, allene wenn er Strafstoß antritt, glaube ich, er hätte in die Hose gemacht! Ein ganz schlechtes Vorbild für die Kinder und höchsten leicht überdurchschnittlicher Spieler.
a b e r seine "Breitbeinigkeit" vor den Strafstössen könnte die Ursache der Gefährlichkeit seiner Strafstösse sein. VOLLSTE Konzentration, wie ein Schütze vor dem Abziehen, wie autogenes Training, wie eine Yoga-Übung .. ich habe schon viele Superstrafstösse von ihm gesehen, äusserst selten, dass er verzieht, dieses Abrufen optimaler Schusstechnik ist nur bei höchster Konzentration möglich.
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  • Mittwoch, 06.03.2013 – 15:05 Uhr
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