6:1-Sieg in der Champions League: FC Bayern deklassiert Lille

Was für eine Machtdemonstration: Bayern München hat das Champions-League-Rückspiel gegen den OSC Lille in beeindruckender Manier dominiert, die Gäste hatten nicht den Hauch einer Chance. Claudio Pizarro steuerte in der ersten Halbzeit gleich drei Tore zum ungefährdeten Sieg bei.

Champions League: Bayerns halbes Dutzend gegen Lille Fotos
AP

Hamburg - Mit einer Galavorstellung hat der FC Bayern sein Gruppenspiel in der Champions League gegen den OSC Lille 6:1 (5:0) gewonnen. Schon nach einer guten halben Stunde sangen die 68.000 Fans im Münchner Stadion "Oh, wie ist das schön" - da stand es nach Treffern von Bastian Schweinsteiger (5. Minute), Arjen Robben (23.) und einem Dreierpack von Claudio Pizarro (18./28./33.) bereits 5:0. Höher hatte Bayern in der Königsklasse zur Halbzeit zuvor noch nie geführt. Der Ehrentreffer gelang Salomon Kalou (57.), bevor Toni Kroos (66.) zum Endstand traf.

Damit haben sich die Bayern mit nun neun Punkten hinter Valencia auf den zweiten Rang der Gruppe F geschoben. Die Spanier besiegten Bate Barissau 4:2 (2:0). Lille ist mit der Niederlage und null Zählern bereits ausgeschieden.

"Wir haben gerade einen Lauf", sagte Kapitän Philipp Lahm nach dem Spiel. "Aber dahinter steckt harte Arbeit. Wir nehmen keinen Gegner auf die leichte Schulter, sondern sind immer voll da. Nur dann kann Fußball so spielerisch aussehen wie heute."

Tatsächlich waren die Bayern mit Druck in die Partie gegangen: Punktgleich hatten sie nach den ersten drei Spielen mit Baryssau und Valencia auf dem dritten Tabellenplatz gelegen. Zudem hatte sich Schlusslicht Lille vor zwei Wochen durchaus als zäher Gegner erwiesen. Für das Rückspiel baute Trainer Jupp Heynckes seine Elf auf drei Positionen um. Den verletzten Holger Badstuber ersetzte David Alaba, Robben kam für Kroos im Mittelfeld und statt Mario Mandzukic (Infekt) begann Pizarro in der Startelf. Lilles Coach Rudi Garcia brachte gleich fünf neue Spieler.

Pizarro spielt sich in einen Rausch

Die Gastgeber starteten rasant. Bereits nach vier Minuten hatte Thomas Müller nach einem Pass von Robben den Führungstreffer auf dem Fuß, vergab aber frei vor Lilles Torwart Mickaël Landreau. Besser machte es kurz darauf Schweinsteiger: Souverän verwandelte er einen Freistoß aus 22 Metern über die Mauer ins linke Eck zum 1:0 (5.). Und die Bayern ließen nicht nach, schon zwei Minuten später drosch Müller eine Robben-Ecke rechts am Tor vorbei.

Lille kam nur langsam in die Begegnung. In der elften Minute probierte sich Nolan Roux an einem Kopfball auf Manuel Neuers Tor - der Ball verfehlte sein Ziel aber deutlich. Trotzdem war danach auch bei Bayern erst einmal die Luft raus, bis zur nächsten Offensivaktion vergingen gut zehn Minuten. Doch das reichte, um die Führung auszubauen: Nach einem Doppelpass mit Ribéry zog Pizarro aus 18 Metern ab und traf ins linke untere Eck (18.).

Die Defensive der Franzosen fand gegen die temporeichen Angriffe der Münchner kein Mittel - und versuchte es deshalb auf die rabiate Weise. Zum eigenen Nachteil: Kalou foulte Schweinsteiger vor dem 16-Meter-Raum. Den von Robben zentral aus 20 Metern getretenen Freistoß fälschte Florent Balmont ins rechte Eck ab, Landreau hatte keine Chance (23.). Spätestens da hatten die Bayern ihren Gästen einen deutlichen Klassenunterschied aufgezeigt.

Robben scheitert mehrfach an Landreau

Und es ging munter weiter, Kapitän Philipp Lahm flankte in die Mitte, Pizarro war wieder zu Stelle und traf ins kurze Eck zum 4:0 (28.). Der Peruaner spielte sich in einen regelrechten Rausch: Nur fünf Minuten später köpfte er abermals nach einer Flanke von Lahm sein drittes Tor (33.). Bis zur Pause kombinierten die Münchner weiter ungehindert in den Strafraum der Franzosen, Torschüsse von Robben von Alaba blieben aber wirkungslos.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ließen es die Bayern ruhiger angehen, das wusste Lille für sich zu nutzen. Martínez kam zu spät, als Kalou aus 20 Metern abzog. Der Ball prallte von der Unterkante der Latte hinter die Torlinie (58.). Doch es dauerte nicht lange, bis der FCB die Verhältnisse wieder gerade rückte. Der zuvor eingewechselte Kroos steuerte in der 66. Minute nach einem Querpass von Lahm sein zweites Champions-League-Tor bei. Nur Lilles Landreau verhinderte, dass Xherdan Shaqiri, Kroos und mehrfach Robben das Ergebnis noch weiter nach oben schrauben konnten.

Bayern München - OSC Lille 6:1 (5:0)
1:0 Schweinsteiger (5.)
2:0 Pizarro (18.)
3:0 Robben (23.)
4:0 Pizarro (28.)
5:0 Pizarro (33.)
5:1 Kalou (57.)
6:1 Kroos (66.)
München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Schweinsteiger (67. Tymoshchuk), Martínez - Müller (61. Kroos), Robben, Ribéry (72. Shaqiri) - Pizarro
Lille: Landreau - Debuchy, Basa, Chedjou, Beria - Rozehnal (46. Mavuba), Balmont, Pedretti - Kalou (72. Martin), Roux, Payet (46. de Melo)
Schiedsrichter: Hategan
Zuschauer: 68.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Schweinsteiger, Ribéry, Tymoshchuk - Debuchy, Balmont, Mavuba

psk

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Genau wie der BVB
twillos 07.11.2012
6 Tore, genau wie der BVB. Oh, der BVB hat vier CL- Spiele für 6 Tore gebraucht...
2. Machtdemonstration des FCB.
mezzman 07.11.2012
Was eine Gala ,was ein Spiel. Frankfurter , zieht euch ganz ganz warm an am Samstag.
3. Wo waren die Zuschauer
twillos 07.11.2012
Toller Fußball und so 'ne gruselige Stimmung im Stadion
4.
totalmayhem 07.11.2012
Nett gespielt, verdient gewonnen. Glueckwunsch, FCB. Aber doch bitte die Kirche im Dorf lassen. Gegen wen hat man denn "Macht demonstriert"? Ein franzoesischer Provinz Club. In einer Gruppe, in der nur ein Meister zu finden ist, und nicht unbedingt aus einer europaeischen Spitzenliga. Und gegen diesen Meister haben sich die Bundesliganachruecker aus Muenchen kuerzlich laecherlich gemacht. Wemigstens hat der FCB die Europaliga-Teilnahme klargemacht, nicht mehr und nicht weniger wurde heute mit dieser "Machtdemonstration" erreicht. Das gibt ein wenig Selbstvertrauen und Zuversicht fuer das naechste Spiel, wenn es wieder gegen den einzigen Champion in dieser Witzgruppe geht. ;)
5. Geisterspiel?
kallsen 07.11.2012
Warum hatte Bayern ein Geisterspiel auferlegt bekommen?
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