Champions League Bayern gewinnt, Grund zu jubeln gibt es nicht

Der FC Bayern ist mit einem Sieg in die Champions League gestartet. Das ist aber die einzig positive Nachricht. Anderlecht hatte in Unterzahl beste Ausgleichschancen, bei den Münchnern stimmt es derzeit einfach nicht.

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Das Ergebnis stimmte, die Leistung nicht: Der FC Bayern hat zum Start der Gruppenphase der Champions League gegen den belgischen Meister RSC Anderlecht 3:0 (1:0) gewonnen. Die Tore erzielten der nach seinem SPIEGEL-Interview in der Kritik stehende Robert Lewandowski (12. Minute), Thiago (65.) und Joshua Kimmich (90.). Trainer Carlo Ancelotti wird trotzdem nicht zufrieden sein, in 80-minütiger Überzahl wäre die Chance für einen Befreiungsschlag möglich gewesen - diese Chance nutzten die Münchner nicht. Im Parallelspiel der Gruppe B gewann Paris Saint-Germain 5:0 bei Celtic Glasgow, Bayern tritt am zweiten Spieltag dann in Paris an.

Dabei begann die erste Halbzeit für die Gastgeber wie gewünscht. Nach einer Notbremse von Sven Kums an Lewandowski gab es Elfmeter, den der Pole sicher verwandelte. Zudem sah der Belgier die Rote Karte, allerdings beging er das Foul kurz vor der Strafraumgrenze und wenn es in der Champions League den Videobeweis gäbe, hätte es nur Freistoß geben dürfen. So aber spielten die Bayern 80 Minuten in Überzahl - ein Kantersieg schien die logische Konsequenz.

Doch bei der im Vergleich zur Niederlage gegen Hoffenheim auf fünf Positionen veränderten Bayern-Mannschaft - unter anderem saßen Mats Hummels und Thomas Müller auf der Ersatzbank - fehlte in der Folge der Zug zum Tor. Noch bedenklicher war nur der Platz, den Anderlecht in Unterzahl zum Umschaltspiel vorfand. In der 41. Minute hätte Mittelfeldspieler Nicolae Stanciu den Ausgleich erzielen müssen, stand nach gutem Rückpass von Leander Dendoncker aber nicht richtig zum Ball.

Was ein Weckruf für die Bayern hätte sein müssen, fand zu Beginn der zweiten Halbzeit seine Fortsetzung. Erneut wirkte die Abwehr der Münchner unsortiert, Alexandru Chipciu traf aus kurzer Distanz den Pfosten (49.). Nach einer Stunde schwanden bei den Gästen dann die Kräfte und so wurde die Dominanz der Bayern dann doch größer. Vor allem wenn es über außen ging, war RSC nun anfällig, so bereitete Joshua Kimmich auch den Treffer von Thiago vor. Kurz darauf wurde ein Kopfballtor von Niklas Süle wegen angeblichen Foulspiels zu Unrecht aberkannt (68.). Das dritte Tor fiel trotzdem noch, in der Schlussminute traf Kimmich aus kurzer Distanz.

FC Bayern München - RSC Anderlecht 3:0 (1:0)
1:0 Lewandowski (12./Foulelfmeter)
2:0 Thiago (65.)
3:0 Kimmich (90.)
FC Bayern: Neuer - Kimmich, Martínez (77. Boateng), Süle, Rafinha - Tolisso, Rodríguez (85. Coman), Thiago - Robben, Lewandowski, Ribéry (78. Müller).
Anderlecht: Sels - Chipciu, Spajic, Kums, Deschacht, Najar (26. Appiah) - Stanciu (58. Onyekuru), Dendoncker, Trebel, Hanni - Teodroczyk (84. Harbaoui).
Schiedsrichter: Tagliavento (Italien)
Gelbe Karten: Ribéry, Tolisso - Trebel, Stanciu
Rote Karte: Kums (11.)
Zuschauer: 70.000

krä

insgesamt 13 Beiträge
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alaba27 12.09.2017
1. Wetten, dass
der Trainer beim FCB am 01.07.2018 (spätestens) nicht mehr Carlo Ancelotti heißt ? Selbst wenn er das Triple (aus Versehen) holt. Ein super Kader und so schwach wie seit Søren Lerby (als Trainer) nicht mehr.
SirWolfALot 12.09.2017
2.
Ja, da braucht man echt nicht jubeln wenn man "nur" 3:0 gewinnt. Natürlich hätte das Ergebnis auch höher ausfallen können, aber muss man immer von einem Schützenfest ausgehen? Ich denke nicht.
shooop 12.09.2017
3. So kanns weitergehen...
Wackelnde Bayern sind super. Ich hoffe die Jäger wittern die Fährte und dann geht's richtig zur Sache....
roppel 12.09.2017
4. Grottenkick!
So etwas planloses wie nach dem 1:0 in Überzahl habe ich von Bayern München seit 2009 nicht mehr gesehen. Lewandowski sollte auch dringend mal wieder auf den Teppich kommen, er muss sein Ego der Mannschaft unterstellen. Insgesamt eine schlechte Mannschaftsleistung, die man nicht den Neuen anlasten kann.
rexromanus 12.09.2017
5. Keine Ahnung
Offensichtlich hat ist das System Ancelotti noch nicht überall angekommen.. Hinrunde durchwurschteln und auf Schlagdistanz bleiben - zur Rückrunde zu Topform auflaufen.. Mein Gott.
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