Bayern-Sieg im Champions-League-Finale: Na oiso!

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Champions-League-Finale: Bayern jubelt, Dortmund trauert Fotos
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Geht also doch: Nach dem Endspiel-Trauma im letzten Jahr hat es der FC Bayern diesmal geschafft. In einem aufregenden Champions-League-Finale bezwangen die Münchner um Matchwinner Robben den BVB - dabei hatten die Dortmunder losgelegt wie eine Büffelherde. Alles Wichtige zum Finale im Spielfilm.

Die Ausgangslage: Der deutsche Clásico! The German Endspiel! Das Duell der Giganten! Welcher Superlativ ist zu groß für diese Partie? Klopp gegen Heynckes, Sammer gegen Watzke, die Transfer-Geschichten um die Noch-Dortmunder Lewandowski und Götze. So viel Stoff für Geschichten, so viel Ausgangsbasis für ein pralles Fußballspiel. Dazu die legendäre Kulisse des Wembley-Stadions. Es konnte einfach nicht schiefgehen.

Das Ergebnis: 2:1 für die Bayern. Mit einem Siegtreffer von Arjen Robben zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit (mehr im Minutenprotokoll hier, dazu den Fan-Liveticker hier). Mario Mandzukic hatte die Bayern nach einer Stunde in Führung gebracht. Ilkay Gündogan glich nach 68 Minuten mit einem Foulelfmeter aus, den Bayern-Verteidiger Dante an Marco Reus verschuldet hatte.

Die erste Halbzeit: Die Bayern erlebten zunächst die ungemütlichsten ersten 20 Minuten dieser Saison. Dortmund begann wie eine Bisonherde, alles zu überrennen, was sich ihnen in den Weg stellte. Und spätestens in diesen Minuten rentierte es sich für die Bayern, vor zwei Jahren einen Torwart geholt zu haben, der von ganzem Herzen Schalker ist. Manuel Neuer hielt, was zu halten war. Und was nicht zu halten war, hielt er auch. Sein BVB-Gegenüber Roman Weidenfeller nahm den Fehdehandschuh auf und parierte anschließend alles, was die Bayern auch probierten. England erlebte eine Demonstration, was Torhüter können.

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Die zweite Halbzeit: Es wurde deutlich weniger gerannt als in den ersten 45 Minuten, dafür fielen aber alle Tore. Die Bayern hatten am Ende des Spiels einfach mehr zuzusetzen. Bei den Dortmundern spürte man nach 75 Minuten die Angst vorm entscheidenden Gegentor bis durch den Fernsehschirm hindurch. Die Angst war ja letztlich auch berechtigt. Bitter ist so ein Knock-out nach 88 Minuten für einen Verlierer trotzdem. Sehr bitter.

Heilung des Spiels: Endlich, endlich hört es auf. Das Gerede vom Trauma. Hätten die Bayern wieder verloren, dann hätte Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf seine reifen Tage noch auf Psychotherapeut umschulen müssen. Mit dem Bayern-Sieg ist in dieser Hinsicht uns allen viel erspart geblieben.

Spieler des Spiels: Arjen Robben allein vor dem gegnerischen Torwart - wer Robben kennt, weiß sehr genau, wie das in wichtigen Endspielen ausgeht. Natürlich exakt so, wie es auch diesmal war: Robben allein vor Weidenfeller, Weidenfeller hält. Robben wieder allein vor Weidenfeller, Weidenfeller hält wieder, Robben ein drittes Mal allein vor Weidenfeller. Oh, Tor. Man lernt doch immer noch dazu im Fußball.

Szene des Spiels: Nach 73 Minuten hätte sich BVB-Verteidiger Neven Subotic unsterblich in Dortmund machen können. Bayern-Spieler Thomas Müller war da schon am Torwart vorbei und musste nur noch einschieben, als Subotic plötzlich aus dem Nichts herangeschossen kam und den Ball irgendwie vor der Linie und vor dem einschussbereiten Robben wegkratzte. Die Rettungstat der Saison. Zudem eine Hommage an das BVB-Denkmal Jürgen Kohler, der einst in Manchester ein Tor auf ähnliche Art verhinderte. Nur bei Kohler reichte es damals zum Erfolg, bei Subotic blieb es eine Fußnote.

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Duell des Spiels: Weidenfeller gegen Robben: 2:1. Aber das Auswärtstor zählt.

Verlierer des Spiels: Gab es keinen. Dortmund war ein großer Gegner.

Entscheidung des Spiels: Die hatte Schiedsrichter Nicola Rizzoli aus Italien schon vor dem Anpfiff getroffen. Egal, was passiert: Ich schicke niemanden mit einer Roten Karte vom Feld. Franck Ribéry, Dante und Robert Lewandowski sollten sich für diesen Entschluss nach dem Abpfiff sehr artig beim Referee bedanken. Alle drei hätten Platzverweise verdient gehabt.

Hoeneß des Spiels: "Es war eine Wahnsinns-Saison", bilanzierte der Bayern-Präsident nach der Partie. Da hat er wohl recht. Auch ganz persönlich.

Euphoriker des Spiels: War wieder einmal Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer. Nach dem Schlusspfiff stand er mit den Händen in der Hosentasche da und stellte, ohne eine Miene zu verziehen, fest: "Die Emotionen schießen jetzt hoch." Nebenan jubelten die Spieler wie junge Wildpferde.

Erkenntnis des Spiels: Dass ein Bayern-Trainer Jupp Heynckes mit 68 Jahren eigentlich noch viel zu jung zum Aufhören ist. Was Don Jupp aus dieser Mannschaft bei all ihren Anlagen in dieser Saison gemacht hat, ist eindrucksvoll. Der Mann muss einfach noch eine Aufgabe im Fußball bekommen. Aber wo soll man nach dem FC Bayern noch hingehen? So bleibt wohl doch nur der Bauernhof. Erst einmal.

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Ist doch ganz einfach!
meine-5-cent 26.05.2013
Wo soll er nach dem FCB hingehen? Er spricht fliessend spanisch, er holt das Triple, er hat Barcelona geschlagen ( mehrfach) und euch fällt immer noch nicht ein, wo er hingeht? Jupp ist einfach königlich :-))
2.
Andr.e 26.05.2013
Zitat von sysopGeht also doch: Nach dem Endspiel-Trauma im letzten Jahr hat es der FC Bayern diesmal geschafft. In einem aufregenden Champions-League-Finale bezwangen die Münchner um Matchwinner Arjen Robben den BVB. Dabei hatten die Dortmunder losgelegt wie eine Büffelherde. Alles Wichtige zum Finale im Spielfilm. Champions League: FC Bayern schlägt Borussia Dortmund im Finale - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/champions-league-fc-bayern-schlaegt-borussia-dortmund-im-finale-a-901916.html)
Ganz einfach: Super Finale - Danke BVB, Danke Bayern. Seit Mailand - Liverpool gabs kein solches Endspiel. Es ist in meinen Top3 und ist so bei eben erwähntem und dem 3 : 1 von 97 :-) Ich freu mich wirklich für die Bayern, für Heynckes, für Hoeness. Diese Mannschaft hat es dieses Jahr wirklich verdient. Ich habe die Münchner noch nie so konzentriert gesehen, wie in dieser Saison und kann nur meinen Hut ziehen. Das war eine großartige Leistung Bayern München, Chapeu!
3. Was
Dengar 26.05.2013
Was ist mit dem Schiri? Ich habe selten einen Schiri gesehen, der dermaßen unqualifiziert in den Pässen gestanden hat und so den Spielfluss behindert hat. Außerdem war es extrem unfair, Roman Weidenfeller einen zweiten Ball beim Abstoß zuzuspielen, obwohl das Originalgerät auf der Linie schon bereit lag..... .Keinem aufgefallen? - Wundert mich nicht.
4. Schwer sich zu entscheiden
joergroger 26.05.2013
Wann haben wir "deutsche" schon mal die Möglichkeit, bei einem Champions-League-Finale uns auf jeden Fall über den Sieger zu freuen?! Ich hätte auch mit einem Unentschieden leben können...
5. Jupp
rahelrubin 26.05.2013
Dir gönn ich es, den anderen nicht so richtig. Aber fest steht: Bvb ist Sieger der Herzen, tolles Spiel, toller BVB, wir machen es nächstes Jahr, passt auf, Bayern, aber heut: feiert und freut euch!! Sternstunde des deutschen Fussballs. BVB for ever, echte Liebe!
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