Liverpools Finaleinzug Schützenfest mit Zahnschmerzen

Das treffsicherste Offensiv-Trio der Champions-League-Geschichte, immer neue Torrekorde - und trotzdem wurde der Finaleinzug für den FC Liverpool in Rom noch eine knappe Angelegenheit.

Roberto Firmino (M.) und Sadio Mané (r.)
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Roberto Firmino (M.) und Sadio Mané (r.)

Von Tim Pommerenke


Zahl des Spiels: 29 - so viele Tore haben Sadio Mané, Mohamed Salah und Roberto Firmino in dieser Champions-League-Saison zusammengerechnet erzielt. Damit sind sie das erfolgreichste Trio in der Geschichte der Königsklasse. Sie liegen vor Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema (Real Madrid), die 2013/2014 zusammen 28 Tore erzielt hatten. Die gesamte Mannschaft von Finalgegner Real Madrid hat im laufenden Wettbewerb übrigens zusammen nur ein Tor mehr erzielt.

Das Ergebnis: 4:2 (1:2) - Liverpool führte zur Pause, Rom kam spät in der Partie noch einmal unerwartet nah ran. Hier geht es zur Meldung.

Die erste Hälfte: Wurde selbstverständlich durch ein Tor der Reds-Offensive eröffnet. Nach neun Minuten spielt Radja Nainggolan einen katastrophalen Fehlpass. Firmino nahm den Ball auf und schickte Mané auf den Weg zum ersten Treffer der Partie. Roma glich nach 15 Minuten aus, als Dejan Lovren den Ball an den Kopf von James Milner schoss. Von dort prallte er ins eigene Tor. Georginio Wijnaldum nutze nach einer Ecke die schlechte Organisation der Roma-Abwehr zur erneuten Führung (25.). In der 35. Minute wurde Milner wieder angeschossen, dieses Mal von Stephan El Shaarawy. Der Ball landete jedoch am Pfosten.

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Champions League: Die Reds bestehen auch in Rom

Vier hinten: Nach der Pause galt es für die Gastgeber nach dem 2:5 im Hinspiel, einen Rückstand von vier Toren aufzuholen. Eine fast unmögliche Aufgabe. Allerdings: In der Gruppenphase lag der FC Liverpool gegen Sevilla mit drei Toren vorn und spielte am Ende 3:3.

Die zweite Hälfte: Die Aufgabe, die vier Tore Rückstand noch aufzuholen, ging Roma früh an. In der 50. Minute foulte Loris Karius Edin Dzeko. Da dieser im Abseits stand, entging der Schlussmann der Reds einer Roten Karte. Nur Momente später war der Bosnier erneut zur Stelle und traf zum Ausgleich (52.). Seinen frühen Fehler hätte Nainggolan fast noch korrigiert. Zunächst traf er in der 86. per Distanzschuss und in der vierten Minute der Nachspielzeit per Handelfmeter. Es reichte dennoch nicht.

Jürgen Klopp
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Jürgen Klopp

Zahnschmerzen: Ganz glücklich wirkte Liverpool-Coach Jürgen Klopp nach dem Spiel nicht. Trotz der Freude über das Weiterkommen äußerte er sich verärgert über die Defensivleistung und die zwei späten Gegentore, die er "wie Zahnweh" nannte - "braucht kein Mensch".

Tor-Regen: Weil Liverpool zwar in 180 Minuten sieben Treffer erzielte, aber auch sechs kassierte, stellten beide Teams mit 13 Toren eine neue Bestmarke auf. Noch nie sind in einem Champions-League-Halbfinale mehr Tore gefallen.

Vorlagenkönig: Wo Tore, da auch Vorlagen - nicht nur das Offensiv-Trio der Reds bricht Rekorde. Fast unbemerkt hatte auch James Milner bereits vor der Partie einen neuen Höchstwert aufgestellt: Nie zuvor hat ein Spieler in einer Champions-League-Saison neun Treffer aufgelegt.

So wie einst Real Madrid: Besonders in fremden Stadien ist der FC Liverpool treffsicher. Zwanzig Tore in der Fremde gelangen der Mannschaft in dieser Champions-League-Saison bereits. Damit stellten sie den Rekord in diesem Wettbewerb ein. Der wurde in der Saison 2013/2014 aufgestellt - von Real Madrid.

Fast 40 Jahre später: Das letzte große Finale zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid war 1981 im Europapokal der Landesmeister. Das Spiel im Pariser Prinzenpark gewannen die Engländer 1:0 durch ein Tor von Alan Kennedy.

Edin Dzeko
AFP

Edin Dzeko

Noch ein Torjäger: Auch ein Römer hat an diesem Abend eine Bestmarke eingestellt. Mit seinem achten Treffer in einer Champions-League-Spielzeit zog Dzeko mit Samuel Eto'o (Inter Mailand, 2010/2011) als bislang bester Torschütze einer italienischen Mannschaft gleich.

AS Rom - FC Liverpool 4:2 (1:2)
0:1 Mané (9.)
1:1 Milner (15., Eigentor)
1:2 Wijnaldum (26.)
2:2 Dzeko (52.)
3:2 Nainggolan (86.)
4:2 Nainggolan (90.+4, Handelfmeter)
Rom: Alisson - Florenzi, Manolas, Fazio, Kolarov - De Rossi (69. Gonalons) - Pellegrini (53. Ünder), Nainggolan - Schick, Dzeko, El Shaarawy (75. Antonucci).
Liverpool: Karius - Alexander-Arnold (90.+2 Clyne), van Dijk, Lovren, Robertson - Henderson - Wijnaldum, Milner - Salah, Firmino (87. Solanke), Mané (83. Klavan). Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien)
Gelbe Karten: Florenzi, Manolas - Lovren, Robertson, Solanke
Zuschauer: 61.889



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thequickeningishappening 03.05.2018
1. Das ich Das noch erleben darf
Ich war 1981 zu Der Zeit in Paris und Das Hotel war voll mit Liverpool Fans. Nach dem Spiel war Die ganze Nacht Party angesagt. Glückwunsch an Klopp und Das Team!
supermoser 03.05.2018
2. Ergebnis
Bei der Angabe der Tore in Reihenfolge wird das Heimteam zuerst genannt. Es müsste also beginnen mit 0:1 (Mane) usw. Ansonsten machen diese Angaben keinen Sinn.
a.meyer79 03.05.2018
3. Moderner Fußball halt
Auch Sallah und Co zahlen am Ende einer Saison den Preis für die ganze sinnlose Rennerei. Fußball ist kein Laufsport. Die Defensive und Auge sind das Wichtigste. Ob es ansehnlich ist ist eine andere Frage, aber die Konsequenz der ganzen Rennerei ist halt diese unglaublich hohe Verletzungsquote und erschöpfte Spieler am Saisonende und in den nächsten zwei Spielzeiten.
lala10 03.05.2018
4.
Liverpool wird es am Schluss genau so ergehen wie Dortmund wenn Klopp geht sind die Spieler ausgelutscht genau wie die Dortmunder von der vielen rennerei was mit Fussball nichts zu tun hat. In einem Jahr werden die anderen ihre Taktik wie in Deutschland umstellen u d dann müssen sie das Spiel machen dann ist aus wie am Ende mit Klopp in Dortmund fast abgestiegen.
gnarze 03.05.2018
5. So nicht
Denke, dass es Real machen wird - die werden wieder ihre ganze Cleverness in die Wagschale werfen und die Reds sich zu Beginn kaputt rennen lassen. Das Spielsystem von Klopp spielt Real genau in die Karten - so wie das von PSG.
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