Liverpools Sieg in Manchester Magical Mystery Tour

Lange spielte nur Manchester City, am Ende triumphiert Liverpool. Der Schiedsrichter aus Spanien und Josep Guardiola werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Alles Wichtige zum englischen Viertelfinale.

Liverpool-Coach Jürgen Klopp
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Liverpool-Coach Jürgen Klopp

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Ausgangslage des Spiels: 3:0 im Hinspiel. Das Ding ist durch, oder? Jürgen Klopp, seien wir mal ehrlich.

Ergebnis des Spiels: Das Ding ist durch. Der FC Liverpool gewinnt bei Manchester City 2:1 durch Tore von Mohammad Salah und Roberto Firmino, Gegentor von Gabriel Jesus. Und das hätte nach der ersten Halbzeit keiner für möglich gehalten.

Die erste Hälfte: Spiel auf ein Tor. Auf das des FC Liverpool. Bereits nach zwei Minuten bringt Jesus City in der nachösterlichen Woche in Führung. Danach Angriff auf Angriff des Guardiola-Teams. Der FC Liverpool verhält sich wie ein Weidenbaum, der sich unter dem Sturm wegduckt in der Hoffnung, noch alle Äste zu besitzen, wenn der Wirbelwind sich irgendwann verzogen hat. Die Pause erscheint rettend nah, da stochert Leroy Sané den Ball zum 2:0 ins Tor. Schiedsrichter Mateu Lahoz erkennt ein Abseits, das außer ihm und seinem Assistenten niemand erkennt. Die Stimmung kocht hoch.

Die zweite Hälfte: Beginnt ohne den City-Trainer. Pep Guardiola hat sich über den Referee so erregt, dass er die zweite Hälfte erhöht von der Tribüne beobachten darf. Und es ist von da an plötzlich so, als sei dem Team sämtliche Inspiration genommen. Der Impulsgeber ist nicht mehr da, der Schwung ist weg, der Sturm ist vorbei, der Weidenbaum schüttelt sich. Salah und Firmino versetzen City den K.o., und irgendwo wird es morgen eine Überschrift geben, die "Livercool" lautet.

Szene des Spiels: Wie der Katalane Guardiola den Schiedsrichter zum Ende der ersten Halbzeit bestürmt, ihn mit einer ganzen Kaskade vernichtender Blicke bedenkt, den Finger demonstrativ auf die Lippen legt - da hätte nicht nur der Schiedsrichter, sondern auch die spanische Zentralregierung Angst bekommen. Eine Szene, die wir in den nächsten Tagen als GIF in allen sozialen Medien herauf- und heruntergezeigt bekommen werden. Aber man darf dem Coach seinen heiligen Zorn nachsehen: Das Aberkennen dieses regulär erzielten Tores hat das Spiel vermutlich mitentschieden.

Duell des Spiels: Siehe oben. Guardiola hatte schon vor der Partie über Mateu Lahoz, den er wohl kaum als Landsmann bezeichnen würde, hergezogen. Der Schiedsrichter und der Trainer haben eine Vorgeschichte. Schon in den City-Spielen gegen den SSC Neapel und gegen den AS Monaco hatte sich Guardiola von den Pfiffen Mateus benachteiligt gefühlt.

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Champions League:: Wie Liverpool City erneut bezwang

Wechsel des Spiels: 70 Minuten saß Manchesters Torjäger Sergio Agüero untätig auf der Bank und musste ansehen, wie seine Mitspieler ihre Chancen vergaben. Der Trainer hielt ihn nach einer überstandenen Verletzung noch nicht für bereit. Als er dann endlich mitmachen durfte, war schon alles entschieden.

Klopp des Spiels: Am 9. April vor fünf Jahren hatte Borussia Dortmund unter denkwürdigen Umständen sein Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Malaga gewonnen. Trainer war Jürgen Klopp, und keiner, der dabei war, wird das vergessen. Der 10. April 2018 wird als ähnlicher Feiertag in die Geschichte des FC Liverpool eingehen.

Erkenntnis des Spiels: Vor dem Anpfiff singen die Anhänger von Manchester City das Lied "Hey Jude", bekanntlich einer der großen Hits einer Band, die aus Liverpool stammt. Die Beatles haben auch noch einen anderen Song groß gemacht: Can't buy me love.

Manchester City - FC Liverpool 1:2 (1:0)
1:0 Jesus (2.)
1:1 Salah (55.)
1:2 Firmino (77.)
Manchester: Ederson - Walker, Otamendi, Laporte - Fernandinho - Bernardo Silva (74. Gündogan), De Bruyne, Silva (66. Agüero) - Sterling, Gabriel Jesus, Sané
Liverpool: Karius - Alexander-Arnold, van Dijk, Lovren, Robertson - Wijnaldum - Oxlade-Chamberlain, Milner - Salah (89. Ings), Roberto Firmino (81. Klavan), Mané Schiedsrichter: Mateu Lahoz (Spanien)
Gelbe Karten: Bernardo Silva, Ederson - Alexander-Arnold, Mané, Roberto Firmino Zuschauer: 55.000



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spmc-125536125024537 11.04.2018
1. die VF Schiedsrichter waren Liverpooler
das Hnspiel hätte auch 2:1 für den LFC enden könne, wenn das Abseits bei Salahs erstem Tor gepfiffen worden und Manchesters regulärers Tor gegeben worden wäre. Und beim Rückspiel heute hätte es zur Halbzeit 2:0 für City stehen müssen. Das Gesamtergebnis von 5:1 täuscht. Aber: hätte, hätte Fahradkette. Liverpool sei es gegönnt. Ich würde mich freuen, wenn Klopp mit Liverpool erreicht, was er mit Dortmund nur knapp nicht schaffte.
onlinerl 11.04.2018
2. Abseits korrekt - Regel 11 eindeutig
"kein Abseits, Ball kommt vom Gegner..." kenn ich auch noch von früher - es gab eine Änderung vor ca. 2 Jahren; kann jeder selbst nachlesen: https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/143897-Fussballregeln_2017_WebPDF.pdf Regel 11 Nr. 2, S. 58/59
tuffgong 11.04.2018
3. Schwein gehabt
Als ich zu Beginn der zweiten Hälfte Guardiola auf der Tribüne gesehen habe, wusste ich, jetzt geht was. Und genauso war's. Come on, Reds! YNWA
MatthiasSchweiz 11.04.2018
4.
Na ja, das 2:0 von ManCity hätte gelten müssen, aber vor dem 1:0 war es dafür ganz klar ein Foul das hätte gepfiffen werden müssen. In der ersten Hälfte musste man wirklich mit Liverpool zittern, aber nach der Pause war das Spiel ausgeglichen. Salah ist einfach ein Phänomen, für ihn wird Real wohl 300 Millionen bezahlen müssen ;-)
widower+2 11.04.2018
5. Klares Abseits
Sané stand glasklar im Abseits. Leider kennen weder die Autoren auf SPON, noch die meisten Kommentatoren der Fernsehsender die Abseitsregel wirklich. Die besagt nämlich, dass im Moment der Ballabgabe ZWEI Spieler der abwehrenden Mannschaft näher an der eigenen Grundlinie (oder auf gleicher Höhe) stehen müssen als/wie der angespielte oder nach dem Anspiel aktiv eingreifende Angreifer (in diesem Fall Sané). Abseits oder nicht ist in diesem Fall überhaupt kein Thema. Diskutieren kann man höchstens, ob der Ball auf Sané vom Gegner kam. Aber selbst nach dieser Abfälschung - mehr war es nicht - greift die Abseitsregel, da Sané den letzten Abwehrspieler von Liverpool an der Klärung des Balles gehindert hat, zum Zeitpunkt der abgefälschten Kopfballvorlage im passiven Abseits stand und dann aktiv wurde. Fußball ist zum Glück so ein einfaches Spiel.:)
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