Bayern-Gegner in der Champions League So stark ist der FC Sevilla

46 Torschüsse in zwei Spielen gegen Manchester United: Der FC Sevilla hat für die Überraschung des Champions-League-Achtelfinales gesorgt. Können die Spanier dem FC Bayern gefährlich werden?

Sevilla-Profi Wissam Ben Yedder of Sevilla (vorne)
Getty Images

Sevilla-Profi Wissam Ben Yedder of Sevilla (vorne)


Im Viertelfinale der Champions League bekommt es der FC Bayern mit dem FC Sevilla zu tun. Sevilla? Das ist doch diese Mannschaft, die ständig die Europa League gewinnt? Stimmt, mit fünf Titeln, darunter drei in Folge von 2014 bis 2016, ist der spanische Klub Rekordsieger in dem Wettbewerb. In dieser Saison hat er sich erstmals nach 60 Jahren wieder für die Königsklasse qualifiziert. Ist Sevilla gut genug, um die Bayern zu schlagen? Und auf welche Spieler müssen die Münchner besonders achten? Der Überblick.

Wie stark ist Sevilla?

Wer unter den Eindrücken aus den beiden Achtelfinalpartien gegen Manchester United steht, würde sagen: stark genug, um auch den Bayern Probleme zu bereiten. Beim 0:0 im Hinspiel in Spanien zeigte die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella beeindruckenden Offensivfußball. In Manchester (2:1) bestach Sevilla dann mit einer stabilen Defensive, die United kaum zu knacken vermochte. Zusammengenommen kam das Team in beiden Duellen auf 46 Torschüsse, und das gegen eine von Defensivspezialist José Mourinho trainierte Mannschaft. Bayern-Fans brauchen deshalb aber trotzdem nicht zu zittern.

Denn Sevilla fehlt in dieser Saison die Konstanz. Schon sechsmal kassierte der Tabellenfünfte aus La Liga vier oder mehr Gegentore in einem Spiel, was im vergangenen Dezember zu einer Trennung von Coach Eduardo Berizzo führte. Übrigens ist das der Trainer, der sich kurz zuvor wegen Prostatakrebs einer Operation unterziehen musste. In Partien gegen Teams des Kalibers der Bayern konnte sich Sevilla zudem nur im Pokal gegen Atlético und nun gegen United durchsetzen. Ansonsten gab es in den vier Ligapartien gegen Atlético, Barcelona und Real vier Pleiten bei einem Torverhältnis von 3:14. In der Gruppenphase der Königsklasse gab es zwar zwei Unentschieden gegen Liverpool.

Vergleicht man die Qualität der Mannschaft aber mit jener der anderen Viertelfinalisten, lässt sich festhalten: Es hätte die Bayern viel härter treffen können.

Auf wen muss Bayern besonders achten?

Nach dem Achtelfinalerfolg über Manchester beherrschte Stürmer Wissam Ben Yedder die Schlagzeilen, seine Tore brachten Sevilla in die nächste Runde. So gut der 27-Jährige ist: Zur Startelf gehört er längst nicht immer. Für Gefahr sorgt auch der schnelle Flügelspieler Joaquín Correa. Weniger im Fokus steht Steven N'Zonzi, dabei ist der 29-Jährige gerade gegen Manchester der Schlüsselspieler gewesen.

Der Franzose ist ein Hüne, robust, ein Abräumer; zugleich ist er aber auch spielintelligent und ruhig am Ball. N'Zonzis Karriere ist bislang ein wenig unter dem Radar verlaufen, vor seinem Wechsel nach Spanien 2015 spielte er drei Jahre beim englischen Mittelmaßklub Stoke City. Dabei hätte er auch das Zeug, bei einem europäischen Top-Team im Kader zu stehen. Das sieht wohl auch Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps so, er ließ N'Zonzi im November in der Équipe debütieren.

Und was sagt der FC Bayern?

Das Übliche. Sevilla sei "keine einfache Mannschaft", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic und meinte damit wohl: keine einfach zu besiegende. Sevilla sei zudem "international erfahren", "spanische Mannschaften spielen immer guten Fußball", und überhaupt stünde ja "keiner im Viertelfinale, der nicht richtig gut ist." Torwart Sven Ulreich sagte: "Jubelschreie gab es bei uns in der Kabine nicht. Aber es waren schwerere Lose im Topf." Und Trainer Jupp Heynckes sagte: "Ich teile nicht die Euphorie, die nach der Auslosung ausgelöst wurde. Für mich ist das ein schwieriges Los".

Wann findet das Viertelfinale statt und wo ist es zu sehen?

Am 3. April treffen beide Teams in Andalusien aufeinander, das Rückspiel in München steigt am 11. April. Beide Spiele werden von ZDF und Sky übertragen, SPIEGEL ONLINE berichtet im Liveticker.

mon



insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
comfortzone 16.03.2018
1. Läuft
... erst Besiktas, jetzt Sevilla .... die Losgötter sind den Bayern - wie stets - äußerst gnädig gestimmt ! Wahrscheinlich schlägt Rom Barcelona und wird im Halbfinale den Münchenern zugelost, ......
aprilhh 16.03.2018
2.
Zitat von comfortzone... erst Besiktas, jetzt Sevilla .... die Losgötter sind den Bayern - wie stets - äußerst gnädig gestimmt ! Wahrscheinlich schlägt Rom Barcelona und wird im Halbfinale den Münchenern zugelost, ......
Ja, genau wie im dfb Pokal dieses Jahr. Nur Losglück. Sch.. Dusel Bayern
stoffi 16.03.2018
3. Abwarten
Bisher kennen sich beide Teams wohl nur aus der Videoanalyse und das erste beschnuppern wird auf dem Platz dann zur Herausforderung für beide. Ich denke, die Bayern werden das Spiel schnell angehen und nach der 60. Min. noch mal den nächsten Gang einlegen. Dann sind sie durch. Spielerisch sind sie mit Sicherheit überlegen.
argonaut-10 16.03.2018
4. Tatsächlich
bekommen die Bayern fast immer die einfachsten Gegner zugelost... wenn das mal nicht klappt, dann sind sie auch ganz schnell weg vom Fenster. Allerdings... Heynckes ist erfahren mit spanischen Clubs. Auch das sollte es einfacher machen.
The Project 16.03.2018
5. Ja, möglich......
Zitat von comfortzone... erst Besiktas, jetzt Sevilla .... die Losgötter sind den Bayern - wie stets - äußerst gnädig gestimmt ! Wahrscheinlich schlägt Rom Barcelona und wird im Halbfinale den Münchenern zugelost, ......
..... das Sevilla nicht das schwerste Los in der Trommel war, aber es soll in Deutschland selbsternannte Leuchttürme geben, die noch nicht einmal mit mit einem Glückslos etwas anfangen können.
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