Champions League: Hoeneß reist mit nach Barcelona

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Das lässt sich der Präsident nicht entgehen: Uli Hoeneß begleitet seinen FC Bayern zum Rückspiel in Barcelona. Die Münchner stehen schließlich vor dem Finaleinzug der Champions League. Vor dem Abflug zeigte der mit dem Steuerskandal belastete Hoeneß Fan-Nähe, gab sich aber wortkarg.

Hamburg - Eilig hatte es Uli Hoeneß nicht, als er am Münchner Flughafen eintraf. Mit einer dunklen Segeltuchtasche in der Hand schlenderte er zum Schalter und holte seine Bordkarte ab. Es folgten Fotos mit wartenden Fans, auch Wünsche von Autogrammjägern wurden erfüllt.

Enttäuscht wurden allerdings die Journalisten, die auf einen Kommentar des Bayern-Präsidenten warteten. Hoeneß lächelte und sagte: nichts.

Den Flug nach Barcelona, zum Halbfinal-Rückspiel der Bayern (20.45 Uhr ZDF und Liveticker SPIEGEL ONLINE), verbrachte er in der Ersten Klasse des Airbus A340, Sitz 2B, direkt neben Matthias Sammer. Am Vorabend hatte es wieder Aufregung gegeben: Aufgrund des Bekanntwerdens der Selbstanzeige von Hoeneß hatte eine Anwaltskanzlei aus München eine Klage gegen Unbekannt bei den Steuerbehörden angekündigt. Sie erweckte dabei den Eindruck, ein Mandat von Hoeneß zu besitzen. Was sie nicht hatte.

Vor dem Abflug zum Halbfinal-Rückspiel zeigten sich die Münchner nun demonstrativ geschlossen. FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge lobte die Art und Weise des Umgangs mit dem Skandal von Bayern-Seite. "Ich finde, der ganze Verein geht sehr seriös und souverän damit um. Mir hat gefallen, was Arjen Robben gesagt hat - dass sie auch für Uli Hoeneß gewonnen haben. Das bedeutet, dass die ganze Mannschaft eine hohe Wertschätzung für ihn hat", sagte der Vorstandschef.

Die Mannschaft, hatte Robben gesagt, werde sich vom Trubel um Hoeneß auch beim Rückspiel beim FC Barcelona nicht beeinflussen lassen, obwohl "dies das Thema Nummer eins in Deutschland ist" und es ja "logisch" sei, dass "darüber geredet wird". Und er sagte über Hoeneß: "Er ist einer von uns. Das letzte Spiel (das 4:0 gegen Barcelona im Hinspiel - d. Red.) war auch für ihn."

Trainer Jupp Heynckes hatte bereits im Vorfeld betont, dass seine Spieler trotz aller Nebengeräusche für den Saison-Endspurt und den Kampf ums Triple gerüstet seien: "Der FC Bayern ist ein Club, bei dem immer wieder alle möglichen Themen auftauchen. Die Spieler nehmen das sachlich und nüchtern wahr. Wir wissen damit umzugehen und lassen uns davon nicht beeindrucken."

Offen bleibt, was auf einer Aufsichtsratssitzung der FC Bayern München AG am kommenden Montag (6. Mai) womöglich beschlossen wird. Spekuliert wird darüber, dass die Mitglieder des mächtigen Gremiums Hoeneß drängen könnten, bis zur endgültigen Klärung des Steuerfalls seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef ruhen zu lassen.

luk/dpa/sid

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insgesamt 70 Beiträge
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1. Ich finde es noch nicht mal verkehrt,
Dromedar 30.04.2013
aber warum darf jemand, der nur auf Kaution draussen ist, ins Ausland reisen? Der normale Dieb darf das jedenfalls nicht.
2. das verstehe ich jetzt nicht.
Oskar ist der Beste 30.04.2013
dann kann doch kein Haftbefehl vorliegen, seit wann kann jemand, gegen den Haftbefehl vorliegt, ins Ausland reisen...und von Spanien kommt relativ leicht ins "sichere" Spanien.
3. Na klar
BoMoUAE 30.04.2013
Da wird man wegen FLUCHTGEFAHR zu einer Kautionszahlung von 5 Millionen Euro verdonnert und darf dennoch nach Spanien fliegen...
4. Er ist eben kein normaler Dieb.
lynx2 30.04.2013
Zitat von Dromedaraber warum darf jemand, der nur auf Kaution draussen ist, ins Ausland reisen? Der normale Dieb darf das jedenfalls nicht.
Er ist sozusagen der Ersatz-Strauß für die Bayern und da darf er alles. Die Justitia ist ja blind auf beiden Augen, naturgemäß.
5. Warum
chico 76 30.04.2013
sollte er nicht mitfliegen ? Der Mann ist weltbekannt, wohin sollte er flüchten ? Die Paragraphenreiter sollten auch mal das Hirn einschalten. Es handelt sich nicht um einen Schwerverbrecher, sondern um einen insgesamt honorigen Mann.
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