Von Peter Ahrens und Mike Glindmeier
Der Ritterschlag kam vom Branchenführer. Dass das ZDF ab 2012 die Free-TV- Rechte an der Champions League erworben hat, war dem FC Bayern München eine eigene Presseerklärung wert. "Der Sender hat seine Kompetenz bei vielen Live-Übertragungen bewiesen. Die deutschen Champions-League-Teilnehmer dürfen sich auf Top-Qualität und auf sehr hohe Quoten bei den Übertragungen freuen", war Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge voll des Lobes.
Nun muss man erst einmal abwarten, ob der FC Bayern überhaupt in den Genuss kommt, in Zukunft eines der Teams in der Champions League zu sein. Schließlich bangt das Team derzeit noch um einen Platz für die Königsklasse. Immerhin haben Uli Hoeneß und Co. durch den ZDF-Deal die Gewissheit, dass Ex-Bayern-Torhüter Oliver Kahn weiter versorgt ist und nicht etwa auf den Gedanken kommt, einen Posten bei seinem ehemaligen Arbeitgeber zu fordern.
Weniger gute Laune herrschte bei RTL. Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik des Privatsenders, warf dem öffentlich-rechtlichen Sender Verschwendung von Gebühren vor. "Es ist faszinierend, wie das ZDF in Zeiten, in denen die Gesellschaft eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang mit Gebühren fordert, das Geld mit vollen Händen rauswirft, um etwas anzubieten, was der Zuschauer längst hatte - und zwar ohne einen Cent unserer Gebühren." Hat da etwa jemand Angst, dass es RTL-Experte Jürgen Klopp zurück nach - ausgerechnet - Mainz zieht?
Unsicherheit dürfte auch beim bisherigen Rechteinhaber Sat.1 herrschen. Nur wenige Stunden, nachdem die Entscheidung pro ZDF gefallen war, machte der FC Schalke 04 mit seiner Viertelfinalgala bei Inter Mailand am Abend deutlich, welches Premiumprodukt dort künftig verlustig geht. Sat.1-Moderator Johanns B. Kerner sagte, es sei "Teil des Spiels, dass Rechte wechseln" und schaute in die Zukunft: "Dann müssen wir künftig eben anderen Fußball zeigen, und ich bin optimistisch, dass da was geht."
Es gibt natürlich noch eine andere Option: Kerner kann sich ja auf die Transferliste setzen lassen und zum ZDF zurückkehren, schließlich hat er dort jahrelang den Fußball präsentiert. SPIEGEL ONLINE wagt jedenfalls schon einmal einen Blick auf 2012 zum ZDF und stellt die Wunschformation fürs Champions-League-Personal der Mainzer zusammen. Mit Kerner, Klopp und Kaiser.
Klicken Sie sich durch die Wunschliste für die Königklassen-Berichterstattung beim ZDF.
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