ManUnited-Stürmer Marcus Rashford So sieht ein echter Leistungssprung aus

Unter Trainer Mourinho war Marcus Rashfords Karriere ins Stocken geraten - jetzt verkörpert er den Aufschwung bei Manchester United. Aber sein Vertrag läuft bald aus. Kann der Klub den Angreifer halten?

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Von , Manchester


Überrascht? Der große Louis van Gaal? Ach was. "Wenn du die Chance bekommst, musst du Leistung zeigen und machen, was wir verlangen", sagte der damalige Trainer von Manchester United am 28. Februar 2016 nach dem Spiel gegen den FC Arsenal, als er auf die Leistung eines 18 Jahre jungen Angreifers aus dem eigenen Nachwuchs angesprochen wurde.

Marcus Rashford hatte bei seinem Debüt in der Premier League zwei Tore zum 3:2-Erfolg gegen den Klub aus London beigetragen und damit eine denkwürdige Woche abgeschlossen. Drei Tage zuvor hatte er bei seinem ersten Einsatz überhaupt für die Profis beim 5:1 in der Europa League gegen den FC Midtjylland doppelt getroffen. "Vier Tore in zwei Spielen - das ist ein ziemlich ungewöhnlicher Schnitt", musste auch der als Talent-Förderer bekannte Van Gaal gestehen.

Er führte Ajax Amsterdam 1995 mit vielen Spielern aus der berühmten Akademie des Klubs zum Titel in der Champions League. Beim FC Bayern verhalf er Thomas Müller zum Durchbruch. Die Fans in Manchester haben nur wenige gute Erinnerungen an Van Gaals zweijährige Amtszeit im Old Trafford. Unter anderem brachte er es fertig, in der Champions-League-Vorrunde gegen den VfL Wolfsburg auszuscheiden. Aber immerhin, er hat ihnen den Profi Rashford geschenkt. Und damit das große Versprechen auf einen Angreifer von internationaler Spitzenklasse aus eigener Ausbildung.

Marcus Rashford
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Marcus Rashford

Gut 150 Einsätze später ist der mittlerweile 21 Jahre alte Rashford dabei, dieses Versprechen einzulösen. "Er spielt im Moment den besten Fußball seiner Karriere", sagte sein aktueller Trainer Ole Gunnar Solskjær vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain an diesem Dienstag (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Die gute Form des englischen Nationalstürmers ist untrennbar mit dem Coach aus Norwegen verbunden, der im Dezember José Mourinho ablöste und gute Argumente sammelt, von einer Übergangs- zur Dauerlösung befördert zu werden.

Rashford blüht auf, seit Solskjær Trainer ist

Unter Mourinho war Rashfords Karriere ins Stocken geraten. Das Talent aus dem Vorort Wythenshawe war auf dem Platz heimatlos, spielte mal auf dem linken Flügel, mal auf dem rechten und mal in der Mitte. Oft saß er auch nur auf der Bank. Spekulationen über den Abschied von seinem Lieblingsverein seit Kindertagen machten die Runde.

Unter Solskjær ist Rashford neben Paul Pogba der Spieler, der den beeindruckendsten Leistungssprung gemacht hat. Wobei man bei dem Weltmeister aus Frankreich den Eindruck hat, dass er einfach nur froh ist, nicht mehr unter Mourinho arbeiten zu müssen. Solskjær musste in Pogbas Fall gar nicht viel tun.

Bei Rashford ist der Einfluss des Trainers offensichtlicher. Er machte den jungen Mann mit den dünnen Beinen zum Stammspieler in der Sturmmitte, weil er schneller, wendiger und technisch stärker ist als Romelu Lukaku, Mourinhos erste Wahl auf dieser Position. Und er ermutigt ihn, diese Fähigkeiten voll auszuspielen. Das Ergebnis: Mit sechs Toren und zwei Vorlagen in acht Ligaspielen seit dem Trainerwechsel hat Rashford entscheidend dazu beigetragen, dass Manchester United gerade den zwischenzeitlich fast schon außer Reichweite geglaubten vierten Platz bezogen hat.

Mit welchem Selbstvertrauen er unter Solskjær operiert, war am besten bei seinem Treffer vor dreieinhalb Wochen gegen Brighton zu besichtigen. Rashford bekam an der linken Strafraumkante den Ball, setzte sich mit einem hübschen Dreher gegen seinen Gegner durch und traf aus spitzem Winkel per Schlenzer ins lange Eck. Solche Tore schießen nur Spieler, die von sich überzeugt sind und um den Rückhalt ihres Trainers wissen.

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ManUnited-Stürmer Marcus Rashford: Ikone aus dem Vorort

Vergleiche mit Mbappé

Es war Rashfords 41. Treffer im 150. Spiel für Manchester United. Zum Vergleich: Cristiano Ronaldo hatte zum gleichen Zeitpunkt erst 25-mal für den englischen Rekordmeister getroffen, Wayne Rooney 45-mal. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Rashford ihnen als Ikone im Old Trafford folgen könnte. Dafür muss er aber auch bleiben.

Sein aktueller Vertrag ist bis 2020 gültig. Gerade haben die Verhandlungen über ein neues Arbeitspapier begonnen. Angeblich ist der Verein bereit, sein Gehalt zu verdoppeln, um ihn langfristig zu binden und mögliche Mitbewerber wie Real Madrid abzuwimmeln.

Manchester United steht schon sein ein paar Jahren nicht mehr am oberen Ende der Transfer-Nahrungskette. Die unspektakulären Zugänge in dieser Saison - Fred, der junge Verteidiger Diogo Dalot und ein dritter Torwart von Stoke City - illustrieren das. Von den im Sommer umworbenen Verteidigern Toby Alderweireld (Tottenham), Harry Maguire (Leicester) und Jérôme Boateng (FC Bayern) kam keiner.

Wenn der Klub, zuletzt bei Sir Alex Fergusons Abschied 2013 englischer Meister, zu alter Größe zurückfinden will, wäre es wichtig, Rashford zu halten. Trainer Solskjær weiß um seinen Wert. Er vergleicht ihn sogar mit Kylian Mbappé von Champions-League-Gegner Paris. Über die zwei Toptalente sagte er: "Die beiden werden den Fußball in den nächsten zehn Jahren erleuchten."



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inge-p.1 12.02.2019
1.
Vielleicht wäre das ein Spieler für den Kader Bayern Münchens. Gut, dann hätte der "Beste Stürmer der Welt", Lewandowski Konkurrenz, aber die Bayern hätten auch mal wieder einen Spieler, um den man sie beneiden würde. War nur ein Gedanke von mir. Denn jeder weiß, dass sich solche Spieler, wie es Rashfords einer ist, würden sich nur verschlechtern, wenn sie zu Bayern München gehen würden. Und, was aus ihnen wird, wenn Rummenigge dann sagt, er sei unverkäuflich, sieht man an Müller. Letztlich kann sich Rashfords jeden Verein andienen, der zu den ganz Großen in Europa gehören. Und Bayern München gehört nicht dazu.
golfstrom1 12.02.2019
2. ManU
Wenn ManU Rashford wirklich halten will und seinen Spielern auch sportliche Perspektiven aufzeigt, dann steht ManU ganz oben in der Transfernahrungskette. Da gibt es überhaupt keine Zweifel. Die Gründe für den Statusverlust der vergangenen Jahre lagen eher daran, dass man nach Ferguson keine Trainer verpflichtet hatte, die für modernen und attraktiven Fußball stehen. Unter Mourinho haben selbst Superstars wie Pogba große Unzufriedenheiten gezeigt. ManU muss sich darauf konzentrieren auf der Trainerposition stärker besetzt zu sein, dann wird es auch keine Probleme geben Superstars zu holen oder die Leistungsträger zu halten.
spadoni 12.02.2019
3. Herr Buchheister
Endlich haben Sie sich mal "bequemt " einen einigermassen postiven Beitrag zu Marcus Rashford und ManUnited zu schreiben. Wo Sie doch sonst immer als begeisterter ManCity Fan auffallen. Dabei hat United in der Rückrunde, mit Solskjaer, mehr Punkte in der PL eingesammelt als City!!! Wobei Sie sich allerdings, wieder mal, den Seitenhieb mit der "Transfer-Nahrungskette" von letzter Saison nicht verkneifen konnten. Als Sportreporter sollte man neutral sein, Sie sind das leider nicht!!
Joinme66 12.02.2019
4.
Zitat von inge-p.1Vielleicht wäre das ein Spieler für den Kader Bayern Münchens. Gut, dann hätte der "Beste Stürmer der Welt", Lewandowski Konkurrenz, aber die Bayern hätten auch mal wieder einen Spieler, um den man sie beneiden würde. War nur ein Gedanke von mir. Denn jeder weiß, dass sich solche Spieler, wie es Rashfords einer ist, würden sich nur verschlechtern, wenn sie zu Bayern München gehen würden. Und, was aus ihnen wird, wenn Rummenigge dann sagt, er sei unverkäuflich, sieht man an Müller. Letztlich kann sich Rashfords jeden Verein andienen, der zu den ganz Großen in Europa gehören. Und Bayern München gehört nicht dazu.
Jetzt Check ich’s endlich. Sie sind Thomas Müller und wollen endlich verkauft werden. Kleiner Tipp von mir umsonst. Musst du im Bayernmagazin posten nicht mehr hier.
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