Von Maximilian Rau
Hamburg - Es war ein schwacher Auftritt des FC Bayern in Valencia. Den Münchnern fehlte es an Durchschlagskraft und Zweikampfhärte. Am Ende zeigte das Team aber die nötige Moral. Thomas Müller rettete dem FCB mit seinem Treffer in der 82. Minute zum 1:1 (0:0)-Endstand den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale. Fünf Minuten zuvor hatte Sofiane Feghouli die Gastgeber, die seit der 33. Minute in der Unterzahl waren, in Führung gebracht. Antonio Barragán war wegen groben Foulspiels mit der Roten Karte vom Platz gestellt worden.
Dank des Remis haben die Münchner den Gruppensieg im letzten Vorrundenspiel selbst in der Hand. "Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, mit dem Spiel nicht", sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Kapitän Philipp Lahm erklärte: "Wir haben uns geärgert, haben am Ende noch glücklich unentschieden gespielt."
Bayern-Coach Jupp Heynckes hatte angekündigt, auf Sieg zu spielen - auch um ein mögliches Endspiel um das Achtelfinale gegen Bate Borissow in zwei Wochen zu verhindern. Der Trainer bot daher seine derzeit wohl stärkste Elf auf. Mit einer Ausnahme: Claudio Pizarro stürmte zunächst für Mario Mandzukic. Durch die Niederlage von Borissow gegen Lille (0:2) am frühen Dienstagabend war jedoch schon klar, dass den Münchnern ein Remis für die nächste Runde reichen würde, Valencia stand dadurch bereits als Achtelfinalist.
Aufregung gab es erst nach einer guten halben Stunde. Bei Valencias erstem gefährlichen Angriff hatte die Münchner Defensive Schwierigkeiten, doch Torwart Manuel Neuer verhinderte einen Rückstand gegen Sofiane Feghouli (32.). Kurz darauf grätschte Barragán David Alaba brutal um, Schiedsrichter Howard Webb zeigte sofort Rot (33.).
Gomez-Einwechslung zahlt sich aus
Trotz Unterzahl waren es die Gastgeber, die zu Chancen kamen. Die Münchner wussten sich zunächst nicht zu helfen, retteten sich jedoch noch in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel wurde es zunächst kaum besser: Bayern hatte mehr Spielanteile, Valencia die erste Chance durch Roberto Soldado (52.).
Die Bayern schienen sich danach etwas zu fangen, leisteten sich aber immer wieder Fehlpässe, die gefährliche Konter der Gastgeber einleiteten. In der 62. Minute hatten die Münchner Glück, dass Soldado den Ball frei vor Neuer übers Tor jagte. Zwei Minuten später vergab Müller die erste zwingende Chance der Bayern. Sein Drehschuss aus zentraler Position ging genau auf Valencias Schlussmann Vicente Guaita.
Langsam steigerte sich der FCB, auch dadurch bedingt, dass den Gastgeben langsam die Kraft ausging. Teilweise wurden die Spanier am eigenen Strafraum festgesetzt. Für Gefahr sorgte dabei immer wieder der eingewechselte Mario Mandzukic, der nach einem Kopfball jedoch nur den Pfosten traf (71.).
Doch gerade, als die Münchner die Kontrolle zu übernehmen schienen, gelang Valencia das 1:0. Feghouli tanzte Franck Ribéry und Holger Badstuber nach einem Freistoß aus, zog nach innen und schoss ins Tor. Dante hatte den Ball mit der Hand abgefälscht.
Heynckes reagierte und brachte in Mario Gomez einen weiteren Stürmer. Und der Nationalspieler war kurz darauf am Ausgleich beteiligt. Eine Flanke von Lahm verlängerte Gomez zu Müller, der überlegt einschob (82.). Torschütze Müller äußerte sich nach dem glücklichen Remis selbstkritisch. "Das war grundsätzlich kein Spiel, für das wir uns feiern können. Wir spielen 60 Minuten in Überzahl und sind kurz vor Ende 0:1 hinten."
FC Valencia - Bayern München 1:1 (0:0)
1:0 Feghouli (77.)
1:1 Müller (82.)
Valencia: Guaita - Barragán, Rami, Ricardo Costa, Cissokho - Tino Costa, Parejo (75. Jonas) - Feghouli, Banega (80. Albelda), Guardado (86. Valdez) - Soldado
München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber, Alaba - Martínez, Schweinsteiger - Müller, Kroos (66. Shaqiri), Ribéry (79. Gomez) - Pizarro (66. Mandzukic)
Schiedsrichter: Webb
Zuschauer: 35.407
Rote Karte: Barragán wegen groben Foulspiels (33.)
Gelbe Karten: Barragán, Soldado (3), Guaita - Dante (2), Martínez (2)
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