United-Niederlage gegen PSG Verfoult

Manchester United steht vor dem Aus in der Champions League. Die Gründe dafür sind sieben starke Minuten von Paris Saint-Germain und ein Fehltritt von Paul Pogba.

Paul Pogba
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Paul Pogba


Der Fehltritt des Spiels: In der K.-o.-Phase der Champions League gibt es Hin- und Rückspiele. Das scheint Paul Pogba kurz vor Schluss des Achtelfinals zwischen Manchester United und Paris Saint-Germain vergessen zu haben. Der Franzose ging mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf mit Dani Alves (89. Minute). Da er Mitte der ersten Hälfte schon die Gelbe Karte gesehen hatte, war der Platzverweis die logische Folge. Damit muss United am 6. März in Paris ohne einen seiner wichtigsten Spieler auskommen - und dürfte kaum eine Chance aufs Weiterkommen haben.

Paul Pogba (r.) foult Dani Alves
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Paul Pogba (r.) foult Dani Alves

Das Ergebnis: Das Foul war auch deshalb besonders überflüssig, weil das Hinspiel zu diesem Zeitpunkt entschieden war. PSG gewann dank zwei Toren in sieben starken Minuten 2:0. Hier geht es zur Meldung.

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Champions League: Hartes Hinspiel

Lauter Premieren: Man mag es kaum glauben, aber es war das erste Mal, dass Manchester United und Paris Saint-Germain in einem Pflichtspiel aufeinandergetroffen sind. Und schließlich war der Videoassistent zum ersten Mal in der Königsklasse im Einsatz - musste aber nicht eingreifen. PSG wurde zum ersten französischen Team, das in Old Trafford gewinnen konnte, Presnel Kimpembe erzielte sein erstes Profitor. Für Ole Gunnar Solskjær war es sogar eine Doppel-Premiere: Der Norweger feierte sein Champions-League-Debüt als Trainer und verlor erstmals seit seinem Amtsantritt bei United.

Zwei, die gefehlt haben: 17 Tore hat PSG in dieser Champions-League-Saison bislang erzielt - mehr als jedes andere Team. Doch mit Neymar und Edinson Cavani fehlten sieben dieser 17 Tore gegen United verletzt. Das merkte man vor allem vor der Pause.

Die erste Hälfte: Genau ein Schuss kam in den ersten 45 Minuten aufs gegnerische Tor. Es war ein harmloser Versuch aus spitzem Winkel von Marcus Rashford (8.). Zusammen kamen beide Teams vor der Pause auf sechs Abschlüsse - das wäre die Einstellung eines Champions-League-Negativrekords gewesen, wenn es im Parallelspiel zwischen Rom und Porto in der ersten Hälfte nicht nur fünf Schüsse gegeben hätte. Statt spektakulären Offensivaktionen zeigten die Teams in Manchester vor allem überharte Zweikämpfe. Die Folge: fünf Gelbe Karten, viele Spieler am Boden, etliche Unterbrechungen.

Wiedersehen macht Freude I: Für umgerechnet 75 Millionen Euro war Ángel di María im Sommer 2014 von Real Madrid zu Manchester United gewechselt. Nur um sich eine Saison später wieder zu PSG zu verabschieden. Die Zuschauer im Old Trafford bereiteten den Argentinier einen nicht unbedingt herzlichen Empfang. Di María wurde ausgebuht, beschimpft und mit Flaschen beworfen. Gefeiert wurde dagegen Ashley Young, der seinen Ex-Teamkollegen kurz vor der Pause an der Seitenauslinie so abräumte, dass di María in ein Absperrgitter stürzte und behandelt werden musste.

Die zweite Hälfte: Begann mit PSGs Sturm-und-Drang-Phase. Die erste richtig gute Chance des Spiels vergab Kylian Mbappé, als er mit einem Kopfball nach Flanke von Dani Alves an David de Gea scheiterte. Der United-Keeper klärte zur Ecke, die Kimpembe am zweiten Pfosten per Volley zum 1:0 nutzte (53.). Im Anschluss an die nächste Ecke hätte Alves fast schon für das 2:0 gesorgt, doch sein abgefälschter Distanzschuss landete knapp neben dem Tor (56.). Für den zweiten Treffer sorgte kurz darauf Mbappé nach schöner Vorarbeit von di María (60.). Das war es dann auch schon mit den spielerischen Höhepunkten. In der Schlussphase wurde wieder getreten (siehe oben).

Wiedersehen macht Freude II: Di Marías Reaktion auf die Provokationen der ersten Hälfte waren zwei Assists, die er feierte, als hätte er die Tore selbst erzielt. Der britische "Mirror" will auf den Fernsehbildern erkannt haben, dass der Argentinier die Beleidigungen, die ihm vorher von den Tribünen zuteilwurden, an das Publikum zurückgab.

Ángel Di María (l.)
NIGEL RODDIS/EPA-EFE/REX

Ángel Di María (l.)

Manchester United - Paris Saint-Germain 0:2 (0:0)
0:1 Kimpembe (53.)
0:2 Mbappé (59.)
United: De Gea - Young, Bailly, Lindelöf, Shaw - Ander Herrera, Matic, Pogba - Lingard (45.+4 Alexis Sánchez), Rashford (84. Lukaku), Martial (46. Mata)
PSG: Buffon - Kehrer, Thiago Silva, Kimpembe - Dani Alves, Marquinhos, Verratti (75. Paredes), Juan Bernat - Draxler, di María (81. Dagba) - Mbappé
Zuschauer:
Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien)
Gelbe Karten: Young, Lindelöf, Herrera, Shaw / Kimpembe, Draxler, Bernat, Alves
Gelb-Rot: Pogba (89.)



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verruca 13.02.2019
1. Wenn einen das Publikum zu Höchstleitungen antreibt
Es gibt keine bessere Antwort auf unter der Gürtellinie attackierende Hohlköpfe, als deren Mannschaft aus dem Wettbewerb zu befördern. Und wenn AdM dann auch noch das andere semisaubere Wort über die Lippen gekommen ist, dann um so besser weil nachvollziehbar respektive so eingefordert.
bcpt8 13.02.2019
2.
Sicherlich ein herber Dämpfer für ManUtd vor Heimpublikum, nach der zuletzt veheißungsvollen "Honeymoon"-Phase mit dem neuen Trainer. Es darauf runterzubrechen wie in der Sky-Studiorunde, die Diva Pogba sei - stellvertretend für eine schlechte Mannschaftsleistung - "nur zweimal in Erscheinung getreten" (nämlich bei den Gelb-/Gelbrot-sanktionierten Fouls an Alves), kam mir aber zu populistisch rüber (kaum versöhnlicher allerdings die BBC-Runde mit Lineker). Neben Schatten meine ich auch lichte Momente gesehen zu haben bei den Red Devils, wenngleich weitgehend auf die erste Hälfte beschränkt: Frühes Pressing gegen Spielaufbauversuche des PSG-Keepers mit seiner Abwehrkette; die eigenen Abwehrketten eng gestaffelt und Mbappé weitgehend isoliert; blitzartiges Umschaltspiel mit Rashford als Zielspieler im Sturmzentrum; Pogbas Klassesolo über rechtsaußen nach einer Viertelstunde mit einer gefährlichen Hereingabe im 16er, die beim Entschärfen immer noch stupendes Reaktionsvermögen des Ü40-Veterans Buffon offenbarte (der lt. BBC zum ersten Mal überhaupt in Old Trafford antrat). Letztlich aber zu wenig Ertrag erzielt aus durchaus ansehnlichen Vorstößen der Solskjaer-Truppe. Im zweiten Durchgang war dann freilich zu viel Rückfall in "Mourinho pur" (Sky-Dittmann) inkl. erschreckender offensiver Harmlosigkeit trotz fahrlässiger PSG-Angebote zu konstatieren. Letzeres dürfte kaum Tuchels hochgelobter "genialer" Plan gewesen sein, als seine Mannen nach der scheinbar sicheren 2:0-Führung (und Bernats sowie Mbappés an de Gea gescheiterten, weiteren Großchancen) in eine gönnerhafte Larifari-Passivität verfielen. Unzufriedenheit signalisierte er bereits in den ersten 45 Min. mehrmals, da trotz einiger gefälliger Kombinationen über Verratti, Di Maria und Draxler der Spielaufbau sowie die Ausschau nach Mbappé häufig hakte und erst nach Anpfiff der zweiten Hälfte so richtig zündete. Dennoch, ein solches Hinspielergebnis auch ohne Schlüsselspieler wie Neymar und Cavani mit nach Hause zu nehmen, wird besonders den angeblich CL-fixierten Scheich hoch erfreuen.
ausdersichtvon 13.02.2019
3. celia sasic
hat gestern im fantalk noch behauptet ohne neymar, cavani hätte PSG KEINE internationale klasse null ahnung die frau
viceman 13.02.2019
4. nur mal am Rande,
a.young war zum Zeitpunkt des 'Abräumens' bereits verwarnt. der hätte zur 2.Halbzeit gar nicht mehr antreten dürfen...
spadoni 13.02.2019
5.
Was die Fouls angelangt, stand der neureiche FC Qatar St. Germain ManUnited jedenfalls in nichts nach!
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