Real Madrid vs. Manchester United: Spektakel ohne Sieger

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Champions League: Remis im Giganten-Duell Fotos
AFP

Es sollte das vorgezogene Finale sein - und eine Halbzeit lang hielt es den hohen Erwartungen stand: Das Giganten-Duell zwischen Real Madrid und Manchester United im Champions-League-Achtelfinale bot Tempo, Tore und Chancen en masse. Nur eines fehlte: ein Sieger.

Hamburg - Was sollte es denn anderes werden, als ein Fußball-Spektakel? Manchester United, dreifacher Champions-League-Sieger, englischer Rekordmeister, gegen Real Madrid, das unglaubliche neun Mal in der Königsklasse triumphierte. Wayne Rooney und Robin van Persie auf der einen Seite, Mesut Özil und Cristiano Ronaldo auf der anderen!

"Das ist das Spiel, auf das die Welt wartet", hatte Real-Coach José Mourinho vor der Partie gesagt - und eine Halbzeit lang war es tatsächlich die temporeiche Begegnung mit etlichen Torchancen, die sich die Fußballfans erhofft hatten. Mit einem Kopfballtreffer sicherte Ronaldo, der 2009 für 96 Millionen Euro von ManUnited nach Madrid gewechselt war, den "Königlichen" ein 1:1 (1:1)-Unentschieden. Danny Welbeck hatte Manchester in Führung gebracht (20.).

"United hat sehr gut verteidigt und uns vor einige Probleme gestellt. Aber trotzdem hätten wir bei den vielen Chancen mehr Tore machen müssen", sagte Ronaldo nach dem Spiel: "Aber in Old Trafford ist alles offen." Im Rückspiel am 5. März in Manchester reicht den Engländern schon ein 0:0 zum Einzug in das Viertelfinale.

Angetrieben vom Großteil der 80.000 Zuschauer im ausverkauften Santiago-Bernabéu-Stadion legte Real einen furiosen Start hin: Sami Khedira (3.) und Angreifer Ángel Di María (5.) setzten ihre Schüsse noch deutlich neben das United-Tor, doch Fábio Coentrãos Versuch landete bereits am Pfosten (6.). Es war das sechste Mal in dieser Saison, dass das Aluminium ManUnited vor einem Gegentor bewahrte.

Chancen, Chancen, Chancen

Manchester schien beeindruckt, kam in der Anfangsphase fast überhaupt nicht konstruktiv aus der eigenen Hälfte heraus - und ging dann doch überraschend in Führung: Die erste Ecke des Spiels nutzte Danny Welbeck, um per Kopfball das 1:0 zu erzielen (20.).

Reals Antwort auf den Rückstand gab dann Di María nur wenige Minuten später, Manchester-Keeper David de Gea konnte den Schuss des Argentiniers nur mit viel Mühe zur Ecke klären. Ronaldo traf mit einem Freistoß zunächst van Persie im Gesicht - und verpasste dann nur um wenige Zentimeter den Ausgleich (27.).

Lange ärgern musste sich der Portugiese jedoch nicht: Nach einer Flanke von Di María stieg Ronaldo im United-Strafraum am Höchsten und konnte per Kopf zum Ausgleich treffen (30.).

Im Gegenzug verpasste Torschütze Welbeck eine Flanke von van Persie nur knapp (34.) - es wäre wohl die erneute Führung für die Gäste gewesen. Auch Rooney probierte es kurz darauf, schoss jedoch vorbei (35.). Auf der anderen Seite musste de Gea den Schuss von Mesut Özil parieren (38.).

United-Keeper de Gea hält sein Team im Spiel

Glück hatte der englische Club in der 41. Minute, als der deutsche Schiedsrichter Felix Brych nach einem harten Rempler von Phil Jones gegen Di María nicht auf Strafstoß entschied - und Ronaldo erst einen Schuss nur knapp über das Tor der Engländer setzte, und dann per Kopf den Führungstreffer verpasste (45.).

Ronaldo hatte auch die erste große Möglichkeit nach der Pause, de Gea konnte den Schuss des 28-Jährigen jedoch parieren (49.). Auch Di Marías Versuch landete in den Armen des United-Keepers (52.).

Nach einer etwa 15-minütigen Ruhephase ging es spektakulär weiter: Erst hatte Ronaldo die Chance zur Führung (70.), dann hatte Robin Van Persie gleich zwei Riesenmöglichkeiten. Zunächst traf der Niederländer nur die Latte, stand dann plötzlich alleine vor Real-Torhüter Diego Lopez, doch van Persies schwachen Versuch konnte Xabi Alonso aber auf der Linie retten (72.).

Khedira (79.) der eingewechselte Ryan Giggs (81.), zweimal Ronaldo (85./90.+2), van Persie (90.+3) - sie alle probierten es noch einmal, vergebens. So blieb es beim 1:1.

Real Madrid - Manchester United 1:1 (1:1)
0:1 Welbeck (20.)
1:1 Ronaldo (30.)
Real: Lopez - Arbeloa, Ramos, Varane, Coentrao - Khedira, Alonso (84. Pepe) - Di Maria (75. Modric), Özil, Ronaldo - Benzema (60. Higuain)
Manchester: De Gea - Rafael, Ferdinand, Evans, Evra - Carrick, Jones - Welbeck (73. Valencia), Kagawa (64. Giggs) - van Persie, Rooney (84. Anderson)
Schiedsrichter: Felix Brych
Zuschauer: 80.000
Gelbe Karten: - van Persie (2), Rafael (2), Valencia

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insgesamt 7 Beiträge
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1.
dheino 14.02.2013
Es blieb am Ende beim 0:0. ?? Bild 7
2.
apfeldroid 14.02.2013
Warum muss man diesen sagen wir mal unsympathischen Kerl als Sinnbild einer klassischen Begegnung herbringen? Mal ehrlich, Özil würde mir besser gefallen
3.
stefansaa 14.02.2013
Zitat von apfeldroidWarum muss man diesen sagen wir mal unsympathischen Kerl als Sinnbild einer klassischen Begegnung herbringen? Mal ehrlich, Özil würde mir besser gefallen
Weil dieser unsympathische Kerl das 1:1 gemacht hat, weil er für beide Clubs gespielt hat und weil er einer der besten Fußballer der Erde ist. Özil hat sicherlich ein super Spiel abgeliefert aber betrachtet man die Fakten ist Ronaldo hier das bessere Sinnbild...
4.
cipo 14.02.2013
Bin ja mal auf das Rückspiel am 5. März gespannt: denn dann werden den Spielern von Real zwei Begegnungen mit Barcelona (am 26. Februar im Pokal, am 2. März in der Liga) in den Knochen und Köpfen stecken. Davon könnte Manchester United gewaltig profitieren.
5.
Munster 14.02.2013
Einmal mehr ein schwaches Spiel von Kagawa. Ich hoffe sehr, dass der Japaner bald die Kurve kriegt, denn ansonsten blüht ihm wohl dauerhaftes Bankdrücken bei ManUnited oder kommt wie Sahin schon bald wieder zurück in die BVB-Familie, was ja nicht unbedingt schlecht wäre. Starkes Spiel hingegen von Özil und Khedira! Die beiden machen sich so langsam.
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