Schalke-Gegner in der Champions League Mari... wo?

Der FC Schalke hat am Abend in der Champions League eine ebenso lösbare wie unangenehme Aufgabe vor sich. Gegen den NK Maribor sind die Königsblauen dermaßen favorisiert, dass man nur verlieren kann.

AP/dpa

Von


In das heimische Stadion Ljudski vrt passen gerade einmal 12.881 Zuschauer hinein, der Klub hat es auf europäischer Ebene noch nie weiter als in die Runde der besten 32 geschafft. Die Spielernamen sind nur Insidern bekannt, die Stadt selbst im Zusammenhang mit Sport eher Skifreunden ein Begriff. Der NK Maribor, Gast des FC Schalke in der Champions League am Dienstagabend (20.45 Uhr Sky, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist der ganz große Unbekannte der Königsklasse. Nur wenige Klubs in der Champions League haben es nötiger, dass man sie erst einmal vorstellt.

Wie konnte sich Maribor für die Champions League qualifizieren?

Das fragt sich der FC Celtic auch. Der schottische Titelträger ging klar favorisiert in die Playoffs im August gegen die Slowenen. Das Hinspiel in Maribor lief denn auch bei einem 1:1 ganz im Sinne der Schotten. Im Rückspiel im Celtic Park gelang NK, das sich über Zrinskij Mostar und Maccabi Tel Aviv in die Playoffs vorgekämpft hatte, dagegen der große Coup. Stürmer Marcos Tavares schoss mit seinem 1:0-Siegtor ganz Slowenien ins Glück.

Was ist der Mannschaft zuzutrauen?

Zuletzt in der Liga kam der NK über ein torloses Remis beim Tabellenletzten NK Radomlje nicht hinaus. Schalke hat parallel das Revierderby gegen Borussia Dortmund (2:1) gewonnen. Man könnte also vermuten, dass sich der eine Klub geschont, der andere verausgabt hat. Schalke bleibt dessen ungeachtet der ganz klare Favorit. Wer Maribor daheim nicht schlägt, sollte seine Saisonplanung in der Champions League bis Weihnachten abgeschlossen haben.

Schalke gegen Maribor
Welche Erfolge hat NK bisher vorzuweisen?

Wenn man so will, darf man NK Maribor als FC Bayern des slowenischen Fußballs bezeichnen. Der Klub ist in der slowenischen Zehner-Liga Rekordmeister, er ist Rekordpokalsieger seines Landes, natürlich auch Rekord-Supercupsieger, wo er in den meisten Fällen gegen sich selbst hätte antreten müssen. In Slowenien ist der NK Maribor die Marke im Fußball. International hat sich das noch nicht herumgesprochen. Nur 1999/2000 nahm Maribor schon einmal an der Champions League teil.

Wer sind die Stars in der Mannschaft?

Man muss das Wort "Star" schon arg relativieren, dann wird man auch beim NK fündig. Der Brasilianer Marcos Tavares ist schon seit sechs Jahren im Verein für das Toreschießen zuständig. Zuletzt tat er dies erfolgreich bei den Playoffs gegen den Celtic. Gegen Schalke wird an seiner Seite wohl der Franzose Jean-Philippe Mendy stürmen, der seine Profikarriere bisher in Rumänien und Italiens dritter Liga bestritt. In der französischen Ligue I hat der 27-Jährige nie gespielt.

Maribors Stürmer Tavares: Stürmerstar und Publikumsliebling
AFP

Maribors Stürmer Tavares: Stürmerstar und Publikumsliebling

Die Bekanntheit von Torwart Jasmin Handanovic rührt vor allem aus seinem Verwandtschaftsverhältnis mit Inter-Keeper Samir Handanovic. Die beiden sind Cousins. Angreifer Luka Zahovic hat in dieser Hinsicht auch etwas vorzuweisen. Er ist der Sohn des NK-Sportdirektors - Vater Zlatko ist dabei der erheblich Prominentere der Familie. Mit 80 Einsätzen hält er noch den Länderspielrekord in der slowenischen Nationalmannschaft.

Was hat der Trainer bisher so gemacht?

Ante Simundza als Eigengewächs zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Der Trainer ist vor 42 Jahren in Maribor geboren. Als Profi spielte er in den Neunzigerjahren über 200-mal für NK, danach war er drei Jahre lang Co-Trainer von NK, bevor er auszog, die weite Welt kennenzulernen: Er trainierte den Grazer AK (58 Kilometer von Maribor entfernt), den ND Mura (40 Kilometer von Maribor) und Aluminji Kidricevo (20 Kilometer von Maribor). Seit einem Jahr ist er der Chefcoach des NK. Dort, wo er hingehört.

Wo liegen die Stärken Maribors?

Gerühmt wird allgemein die Jugendarbeit des Klubs. In Ermangelung großer finanzieller Ressourcen hat sich der Verein schon vor Jahren entschieden, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Im Fußballinternat des NK sind zahlreiche Spieler des heutigen Profikaders gereift. Mit dem Resultat, dass von den 27 Spielern im derzeitigen Kader 19 aus Slowenien stammen. Aufgefüllt wird das Aufgebot mit Profis aus Nigeria, Israel, Brasilien, Frankreich, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina.

Wie wird das Team am Ende abschneiden?

Nach dem ersten Champions-League-Spieltag liegen NK Maribor und der FC Schalke nach Punkten und Toren gleichauf. So schön wird es nie wieder sein. Es läuft am Ende dann wohl doch auf Platz vier in der Gruppe hinaus. Alles andere wäre in einer Gruppe mit Sporting, Schalke und dem FC Chelsea mit dem Wort Sensation nur unzureichend umschrieben.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Stäffelesrutscher 30.09.2014
1.
»Schalke-Gegner in der Champions League: Mari... wo?« Das kommt davon, wenn die Schulatlanten nicht den richtigen Namen zeigen, sondern »Marburg«. Quasi nebenan liegen dort Laibach, Preßburg, Brünn … und kein Hinweis auf Ljubljana, Bratislava, Brno.
hirlix 30.09.2014
2.
Hoffen wir mal auf ein Wunder, was drittligist Dresden schafft, schafft der slowenische Landesmeister doch hoffentlich auch.
derpolokolop 30.09.2014
3. Schalke findet man...
auch nicht so leicht auf der Karte.
fredddyy 30.09.2014
4. Für die, die es noch nicht wissen:
München - Gladbach ist ein Vorort von Minga:-).
nopower 30.09.2014
5. wer nicht
weiß wo Maribor liegt der sollte anfangen Skat zu spielen.Echte Fußballfans wissen das. Drück euch die Daumen meine Schalker !!!!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.