Von Christian Paul
Worum geht es? Der FC Schalke hat Matchball. Mit einem Sieg am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen den FC Arsenal wäre dem Bundesligisten bereits am vierten Spieltag der Gruppenphase der Einzug ins Champions-League-Achtelfinale nicht mehr zu nehmen. Blöd nur, dass gerade jetzt der stärkste Gegner der Gruppe B wartet.
Wer kommt denn da? Der FC Arsenal, englischer Meister 2004, FA-Cup-Sieger 2005 und Champions-League-Finalist 2006. Weil all das schon etwas länger zurückliegt, gibt es in England nicht wenige, die den Hauptstadtclub bereits auf dem Weg ins Mittelmaß sehen. Derzeit rangiert die Elf von Trainer Arsène Wenger auf Platz sechs, mit neun Punkten Rückstand auf Tabellenführer Manchester United. In der Champions League lief es dagegen bis vor zwei Wochen bestens. Dann kam Schalke.
Wer sind die Stars des Gegners? Der FC Arsenal bringt unter anderem Andreij Arschawin, Olivier Giroud und Theo Walcott mit nach Gelsenkirchen. Die ganz großen Namen wie Robin van Persie oder Thierry Henry sind nicht mehr dabei. Dafür aber Lukas Podolski und Per Mertesacker.
Irgendwelche bösen Erinnerungen? Nicht in jüngster Vergangenheit. Beim Hinspiel in London zeigte Schalke eine ganz starke Leistung. Der Unterschied zur Gruppenphase der Champions-League-Saison 2001/2002: Diesmal gewann man auch (2:0). Vor elf Jahren machte der Revierclub in London schon einmal eine gute Partie, verlor aber 2:3. Das 3:1 im Rückspiel spendete damals wenig Trost: Schalke schied als Gruppenvierter in der Vorrunde aus. Der Trainer hieß zu der Zeit übrigens ebenfalls Huub Stevens.
Auf wen kommt es an? Auf Lewis Holtby, den hochveranlagten Schalker Jungstar in der Mini-Formkrise. Nach zuletzt schwachen Auftritten in der Liga wäre das Duell am Dienstag der ideale Zeitpunkt für die sportliche Wende. Und natürlich kommt es auf Klaas-Jan Huntelaar an, der in der Bundesliga noch nicht wieder so recht durchstarten konnte (zehn Einsätze, drei Tore). Dienstagabend ist ja zum Glück Champions League (3/3).
Wo steigt der Fernsehabend? In der Kneipe. Bei Freunden oder allein mit Gummibärchen und Bier auf der Couch allerdings nur im Pay-TV. Dass Dortmund und Schalke in der Champions-League-Gruppenphase übrigens immer zeitgleich spielen, ist für die Fans beider Lager das geringste Problem. Für alle anderen schon, gerade am Dienstag. Wer da nicht wenigstens hin und wieder rüberschaltet zu Real Madrid gegen Borussia Dortmund, hat kein Fußball-Herz.
Was muss man sonst noch wissen? Oliver Kahn würde sagen, dass Schalke "Eier" braucht. "Wir haben einen Gegner, der auf dem Präsentierteller gelegen hat und eigentlich tot war, am Leben gelassen. Wir sind wohl zu gut für diese Welt", hatte Schalkes Manager Horst Heldt nach der 2:3-Pleite in der Bundesliga gegen Hoffenheim getobt. Daher sollen die Profis des FC Schalke gegen den FC Arsenal wieder die bösen Jungs geben.
Wie geht's aus? Klare Sache: Schalke gewinnt 2:0. Warum? Weil das Team beim Hinspiel gemerkt hat, dass Arsenal schlagbar ist. Und danach, wie extrem verführerisch die Aussicht auf den ersten Tabellenplatz sein kann. S04 wird sich diese Chance nicht entgegen lassen.
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