1:0-Sieg in Basel Schalker Schwerstarbeit mit kurzer Unterbrechung

In der Liga unkonzentriert, Ärger um Mittelfeldspieler Jermaine Jones, und dann wurde in Basel auch noch wegen einer Greenpeace-Aktion die Partie unterbrochen - die Umstände der CL-Partie waren nicht gerade angenehm. Doch am Ende freute sich Schalke über einen Schwerstarbeitssieg.

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Aus Basel berichtet


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Zunächst war nur ein leichtes Klopfen an der Heckscheibe des Schalker Mannschaftsbusses zu vernehmen, doch dann hämmerte im Inneren des Vehikels eine flache Hand gegen die Fensterscheibe. Eine klare Aufforderung an Horst Heldt, seine Analysen zum 1:0 der "Königsblauen" in Basel endlich zu beenden und ins abfahrbereite Gefährt zu steigen.

Doch der Manager ließ sich nicht beirren, sondern sprach in aller Seelenruhe auch noch über seine persönliche Haltung zu Greenpeace. Er sei "absolut" ein Befürworter dieser "wichtigen" Umweltschutzorganisation, erklärte Heldt. Denn: "Die Themen, die sie aufgreifen, gehen uns alle an."

In Basel hatten vier Aktivisten von Greenpeace mit einer Protestaktion gegen Ölbohrungen von Champions-League- und Schalke-Sponsor Gazprom in der Arktis nach fünf Spielminuten für eine fünfminütige Unterbrechung gesorgt - ohne die Gäste aus Gelsenkirchen damit aber sonderlich zu beeindrucken.

Mit Schwerstarbeit zu drei Punkten

Schalke spielte vor der Unterbrechung mit höchster Konzentration in der Defensive und ohne Glanz in der Offensive - und danach ging es genauso weiter. Es war Schwerstarbeit, mit der sich das Team von Jens Keller zu seinen nächsten drei Punkten in der Königsklasse ackerte. Unterbrochen nur durch ein optisches Highlight, Julian Draxlers wunderbaren Siegtreffer in der 54. Minute.

Der 20-jährige Nationalspieler war später auch derjenige Schalker, der nicht allein auf das Resultat schaute, sondern beim Auftritt des Clubs in Basel auch die B-Note im Auge behielt: "Spielerisch müssen wir noch einiges besser machen. Ich hing in der ersten Halbzeit auf der linken Seite in der Luft, war eigentlich gar nicht richtig am Spiel beteiligt", so Draxler, der aber bilanzierte: "Mit der Leistung der gesamten Mannschaft können wir zufrieden sein."

Vor allem hatten die Schalker ihre Lehren aus dem jüngsten Ärgernis in Hoffenheim gezogen, als sie beim 3:3 eine 3:1-Pausenführung verspielten. "Ein bisschen Hacke hier, ein bisschen Hacke da - so etwas darf nicht passieren", hatte sich Kevin-Prince Boateng damals noch echauffiert. Mit dem rüden Charme des Sieges über Basel dagegen war der neue Schalker Star nun einverstanden. "Der Trainer hat uns Aufgaben gegeben, die haben wir gelöst. Deshalb haben wir hier die drei Punkte eingepackt."

Zu dieser Nüchternheit gehörte auch, die vorübergehende Suspendierung von Jermaine Jones nach dem Hoffenheim-Spiel auszublenden. "Das hat vor dem Spiel gar keine Rolle gespielt", so Boateng - und Kapitän Benedikt Höwedes sagte: "Das Thema hat die Mannschaft nicht belastet, darüber wurde nicht groß gesprochen."

Schalker Angst vor alten Mustern

Am Ende sprang einer jener Siege heraus, mit denen die Schalker schon unmittelbar nach Boatengs Ankunft aus Mailand vor einem Monat den schwachen Start in der Liga geradegebogen hatten: Solide bis unerbittlich in der Defensive, extrem fleißig bei der Laufarbeit, und dank der üppigen Möglichkeiten im Angriff dann irgendwann auch mal erfolgreich vor dem gegnerischen Tor. "Das war sehr, sehr harte Arbeit. Aber die Null steht", fasste Linksverteidiger Dennis Aogo den Abend im St.-Jakob-Park zusammen, der die Schalker vor den beiden Partien gegen den FC Chelsea mit einer perfekten Bilanz an die Spitze der Gruppe E beförderte.

"Wir haben uns echt vorgenommen, diesmal 90 Minuten lang konzentriert zu sein. Und noch in der Halbzeitpause haben wir uns gesagt, dass wir nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen dürfen", sagte Abwehrchef Höwedes.

Tatsächlich blieben er und seine Kollegen diesmal standhaft, doch vor dem ersten Duell mit Chelsea wartet nun zunächst das Kontrastprogramm in der Liga: Am Samstag hat Schalke Augsburg zu Gast, eine Woche später geht die Reise zum Tabellenletzten nach Braunschweig. Dabei gilt es, das lauernde Laisser-faire nachhaltig aus Köpfen und Füßen zu verbannen.

Timo Hildebrand allerdings ist noch skeptisch: "Es wäre schön, wenn wir diese Leistung in die Bundesliga hinüberretten könnten", sagte der Schalker Keeper: "Wir zeigen noch zu oft zwei Gesichter."

FC Basel - Schalke 04 0:1 (0:0)
0:1 Draxler (54.)
Basel: Sommer - Voser, Schär, Ivanov, Safari (84. Delgado) - Frei (84. Degen) - Diaz, Xhaka (62. Sio) - Salah, Stocker - Streller
Schalke: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Felipe Santana, Aogo (78. Kolasinac) - Höger, Neustädter - Farfan (45. Szalai), Meyer (85. Hoogland), Draxler - Boateng
Schiedsrichter: Undiano Mallenco (Spanien)
Zuschauer: 33.251
Gelbe Karten: Delgado - Aogo, Farfan, Höger (2)

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insgesamt 3 Beiträge
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gernot999 02.10.2013
1. Unsäglich, dieser Heldt
Der sollte besser bei Fussball bleiben, als diese unsägliche, vom CIA finanzierte Gangstertruppe von "Green Pis" zu unterstützen. Gazprom wird sich das nicht noch einmal bieten lassen.
digitus_medius 02.10.2013
2. @gernot99
Aha. Greenpeace wird von der CIA finanziert. Interessant. Gibt es dazu irgendwelche vertrauenswürdige Quellen ausser Ihrer Fantasie? Dann könnte ich nämlich meine Mitgliedschaft beenden. Ansonsten bitte ich höflichst darum, diese dumpfe Stammtischweisheit nicht weiter zu verbreiten. Ach ja, HH mag ich auch nicht besonders. Hier hat er aber absolut recht. Glückauf!
aurichter 03.10.2013
3. @ ger-NOTxxxx
Pattex?? Oder etwas anderes geschnüffelt? Geben Sie mal einen Tip. Ihr Kommentar ist auf jeden Fall grandios, in Anbetracht der (benebelten) Umstände zumindest. Und haben Sie vom Spiel auch etwas gesehen, ach so ich vergaß, vom Fußball keine Ahnung, aber hier rumsabbern und den CIA verunglimpfen und kriminalisieren durch die angeblichen Verbindungen zu Green Peace. Schämen Sie sich, beim nächsten mal Gasentzug für 2 Jahre ohne Bewährung.
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