3:3 gegen Lyon Hoffenheim rettet Unentschieden in letzter Sekunde

Mit einem Unentschieden gegen Lyon wahrt die TSG Hoffenheim die Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde der Champions League. Der Ausgleichstreffer fiel erst in der Nachspielzeit.

Bongarts/Getty Images


Ein wichtiger Punktgewinn in letzter Sekunde: Die TSG Hoffenheim hat sich in der Champions League 3:3 (1:1) von Olympique Lyon getrennt. Den Ausgleichstreffer erzielte der eingewechselte Joelinton in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Es reichte nur zu einem Unentschieden, weil die Gastgeber ihre Chancen zuvor nicht konsequent genutzt und den Franzosen durch grobe Abwehrfehler das Toreschießen leicht gemacht hatten.

Hoffenheim hätte schon früh in Rückstand geraten können, Lyon kam in den ersten zehn Minuten zu einer Reihe gefährlicher Abschlüsse. Die beste Chance vergab Bertrand Traoré, als er nach Doppelpass mit Tanguy NDombele nur den rechten Außenpfosten traf (3. Minute). Nach einer Viertelstunde fand die TSG besser ins Spiel und erspielte sich ihrerseits Möglichkeiten.

Das erste Tor fiel trotzdem auf der anderen Seite. Einen schnell und kurz ausgeführten Abstoß von Torwart Oliver Baumann vertändelte Abwehrchef Kevin Vogt an der Strafraumgrenze. Traoré ging dazwischen, legte den Ball an Baumann vorbei und schob ins leere Tor ein (26.). Doch das Team von Julian Nagelsmann antwortete schnell: Andrej Kramaric erzielte aus kurzer Distanz den Ausgleich (32.).

Andrej Kramaric
RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Andrej Kramaric

Gegentore nach individuellen Fehlern

In der Folge war Hoffenheim das bessere Team und wäre vor der Pause fast in Führung gegangen. Aber Ishak Belfodil (35. und 37.), Adam Szalai (38. und 43.) sowie Kerem Demirbay (38. und 41.) trafen trotz guter Gelegenheiten nicht. Besser machte es kurz nach Wiederanpfiff abermals Kramaric, als er eine Demirbay-Flanke mit der Brust stoppte und mit rechts ins kurze Eck schoss (47.).

Die Führung reichte nicht zum Sieg, weil sich die TSG in der Folge zwei weitere individuelle Fehler leistete, die Lyon nutzte, um die Partie zu drehen. Zunächst lenkte Baumann einen Schuss von NDombele aus spitzem Winkel ins eigene Netz (59.). Dann verschätzte sich Kevin Akpoguma nach einem langen Ball, sodass Memphis Depay allein auf Baumann zugehen und ins lange Eck vollenden konnte (67.).

Nachdem Vogt kurz vor Ende der regulären Spielzeit eine Großchance zum erneuten Ausgleich vergeben hatte (88.), erzielte Joelinton doch noch den Treffer zum 3:3. Der Brasilianer, der nach einer Stunde eingewechselt worden war, schoss er eine flache Hereingabe von Nico Schulz aus abseitsverdächtiger Position ins Tor (90.+2).

Im dritten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte war es das zweite Unentschieden für das Team von Trainer Julian Nagelsmann. Mit zwei Zählern steht Hoffenheim in Gruppe F auf Tabellenplatz drei und hat noch die Möglichkeit, sich für die K.o.-Runde zu qualifizieren.

TSG Hoffenheim - Olympique Lyon 3:3 (1:1)
0:1 Traoré (26.)
1:1 Kramaric (32.)
2:1 Kramaric (47.)
2:2 NDombele (59.)
2:3 Depay (67.)
3:3 Joelinton (90.+2)
Hoffenheim: Baumann - Bicakcic (73. Nelson), Vogt, Akpoguma - Schulz, Demirbay, Grillitsch, Kaderabek - Belfodil (81. Zuber), Kramaric, Szalai (60. Joelinton)
Lyon: Lopes - Mendy, Denayer, Marcelo, Tete - Aouar, Tousart, NDombele - Terrier (82. Ferri), Depay (81. Dembélé), Traoré (90.+1 Cheikh)
Zuschauer: 24.500
Schiedsrichter: Alberto Undiano Mallenco
Gelbe Karten: Demirbay / Tete

mmm



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FaselFaselFasel 23.10.2018
1. Manche reden vom "unglücklichen Spiel"
Ich tue das jedoch nicht. Hoffenheim hat zu oft solche Spiele gezeigt, wo man viele Chancen kreiert, am Ende aber dumme Tore einfängt und vorne zu wenige Chancen nutzt. Das kann kein Zufall sein. Dreimal amateurhafte Fehler von der Abwehr und dem Torwart, vorne fehlt der Killer. Typische Durchschnittsmannschaft, die in der CL wenig zu melden hat! Nur gut, dass man so ne schwache Gruppe erwischt hat.
polza_mancini 24.10.2018
2. Gemach, gemach,
Zitat von FaselFaselFaselIch tue das jedoch nicht. Hoffenheim hat zu oft solche Spiele gezeigt, wo man viele Chancen kreiert, am Ende aber dumme Tore einfängt und vorne zu wenige Chancen nutzt. Das kann kein Zufall sein. Dreimal amateurhafte Fehler von der Abwehr und dem Torwart, vorne fehlt der Killer. Typische Durchschnittsmannschaft, die in der CL wenig zu melden hat! Nur gut, dass man so ne schwache Gruppe erwischt hat.
Sie haben ja grundsätzlich recht, seien Sie aber bitte etwas nachsichtig: das ist für (glaube ich) fast alle Spieler die erste Saison auf richtig großer Bühne und ich finde, dass die Hoffenheimer einen mutigen und ansehnlichen Fußball spielen. Ihre letzte Aussage trifft i.ü. genau so auch auf den FC Bayern und S04 zu, nur dass erstere gestern mit viel Dusel gegen eine bessere Zweitligamannschaft gewonnen haben, letztere heute abend ohne den Dauer-Dusel der Vorsaison die nächste Niederlage einfahren. Da lobe ich mir doch den gestrigen unterhaltsamen Abend mit den Hoffenheimern...
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