Champions League: Turbine-Frauen gewinnen im Elfmeterschießen

Triumph bei der Premiere: Turbine Potsdam hat die erstmals ausgetragene Champions League der Frauen gewonnen. Das Team von Trainer Bernd Schröder setzte sich im Elfmeterschießen gegen Olympique Lyon durch. Heldin des Abends wurde Turbines Torhüterin Anna Felicitas Sarholz.

Turbine-Frauen in Getafe: Erfolg im Elfmeterschießen Zur Großansicht
AFP

Turbine-Frauen in Getafe: Erfolg im Elfmeterschießen

Hamburg - Turbine Potsdam hat Fußball-Geschichte geschrieben: Der viermalige deutsche Meister gewann das Finale der erstmals ausgetragenen Königsklasse der Frauen. Im Madrider Vorort Getafe setzte sich der Sieger des Uefa-Pokals von 2005 vor den Augen von Uefa-Präsident Michel Platini und DFB-Präsident Theo Zwanziger nach 120 torlosen Minuten 7:6 im Elfmeterschießen gegen die Mannschaft von Olympique Lyon durch.

"Entweder du gewinnst oder du verlierst. Die Mannschaft hat mir den Rücken frei gehalten, das war eine sehr starke Leistung", sagte Torhüterin Anna Felicitas Sarholz nach Schlusspfiff.

Die 17-jährige Torhüterin wehrte zwei Schüsse ab, Bianca Schmidt verwandelte vor rund 10.000 Zuschauern den entscheidenden Elfmeter für Potsdam, das anschließend als erste Mannschaft die neue, 60 Zentimeter hohe Henkel-Trophäe aus Sterling-Silber in den Himmel stemmen konnte. Darüber hinaus ist der Premieren-Triumph mit einem Preisgeld von 300.000 Euro dotiert. Am Montag gibt es für die stolzen Siegerinnen außerdem noch einen Empfang am Luisenplatz in Potsdam.

Während die spanische Hauptstadt bereits dem Männerfinale zwischen dem FC Bayern München und Inter Mailand am Samstagabend (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Estadio Santiago Bernabeu entgegenfieberte, nahm von dem Spiel im Vorort Getafe seit Tagen fast niemand Notiz. Die Uefa war zwar bemüht, mit Werbetafeln auf das Duell im Coliseum Alfonso Perez hinzuweisen, doch vor allem in den lokalen Medien fand es kaum Beachtung. Zahlreiche Schulklassen und Jugendmannschaften lokaler Clubs saßen auf den Tribünen, immerhin rund 300 Turbine-Fans waren aus Deutschland angereist. In Potsdam fieberten zugleich Tausende beim Public Viewing mit.

Lyon und Potsdam treffen nur den Pfosten

Diese sahen ein zerfahrenes Spiel, in dem Lyons Louisa Necib mit einem Pfostentreffer aus 25 Metern das erste Ausrufezeichen setzte (15.). Erst in der 27. Minute besaß Weltmeisterin Fatmire Bajramaj die erste Chance für Potsdam, das im Halbfinale den Ligarivalen FCR Duisburg ausgeschaltet hatte. Turbine hatte allerdings große Mühe, auf Touren zu kommen. Die Potsdamerinnen brachten kaum einen vernünftigen Spielzug zustande. Es dauerte ein Stunde, ehe Turbine hätte in Führung gehen können. Tabea Kemme scheiterte aber zunächst aus drei Metern an der Torhüterin von Lyon, den Abpraller setzte sie dann aus zwei Metern über das Tor von Olympique (60.).

Kurz vor Schluss der regulären Spielzeit traf dann Anja Mittag mit einem Schuss aus 15 Metern nur den rechten Pfosten (84.). In der spannenden Verlängerung hatten beide Seiten zahlreiche Großchancen, die beste für Potsdam vereitelte die starke französische Torhüterin Sahra Bouhaddi gegen Isabelle Kerschowksi (103.).

Turbine Potsdam - Olympique Lyon 0:0 (0:0, 0:0) n.V., 7:6 i. E.
Elfmeterschießen:
x Zietz verschießt
0:1 Franco
1:1 Peter
1:2 Dickenmann
2:2 Odebrecht
2:3 Kaci
x Mittag verschießt
x Henry verschießt
3:3 I. Kerschowski
x Herlovsen verschießt
4:3 Nagasato
4:4 Renard
5:4 Bajramaj
5:5 Simone
6:5 Sarholz
6:6 Bouhaddi
7:6 Schmidt
x Thomis verschießt
Potsdam: Sarholz - Schmidt, Peter, Henning - Kemme (105. Schröder), Zietz, Kessler (66. I. Kerschowski), Odebrecht - Wich (66. Nagasato), Mittag, Bajramaj
Lyon: Bouhaddi - Franco, Georges, Renard, Rybeck - Cruz Trana (115. Simone), Stensland (70. Kaci) - Henry, Necib (90. Herlovsen), Dickenmann - Thomis
Schiedsrichter: Heikkinen (Finnland)
Zuschauer: 10.372
Gelbe Karten: Kemme, Mittag - Renard, Georges, Cruz Trana

luk/sid/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
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1. Glückwunsch!
DerDemokrat 20.05.2010
Spannendes Elferschießen!
2. Glückwunsch
Tiburon_Blanco 21.05.2010
Einfach nur cool !!
3. CL Frauen
un-Diplomat 21.05.2010
Herzlichen Glückwunsch den Torbienen aus Potsdam, auch wenn es diesmal nur Elfmetertore waren. Schön, dass diesmal Fussball im Schatten von Eishockey stand. Die Eishockey-NM stellt diesmal den Krampf um die deutsche (kanadische) Eishockeymeisterschaft ohne Abstieg ebenfalls in einen Schatten. Trotzdem könnten sich einige Sportarten am Fussball ein Beispiel nehmen. Ohne die amerikanische Unsitte von Play-offs würden die Meisterschaften im Eishockey, Volleyball, Basketball, Handball Frauen u.a. publikumswirksamer sein können, weil nicht die Spiele einer gesamten Saison zu einer Vorrunde degradiert wären.
4. CL Frauen
un-Diplomat 21.05.2010
Herzlichen Glückwunsch den Torbienen aus Potsdam, auch wenn es diesmal nur Elfmetertore waren. Schön, dass diesmal Fussball im Schatten von Eishockey stand. Die Eishockey-NM stellt diesmal den Krampf um die deutsche (kanadische) Eishockeymeisterschaft ohne Abstieg ebenfalls in einen Schatten. Trotzdem könnten sich einige Sportarten am Fussball ein Beispiel nehmen. Ohne die amerikanische Unsitte von Play-offs würden die Meisterschaften im Eishockey, Volleyball, Basketball, Handball Frauen u.a. publikumswirksamer sein können, weil nicht die Spiele einer gesamten Saison zu einer Vorrunde degradiert wären.
5. Okay ...
gnutz, 21.05.2010
Zitat von sysopTriumph bei der Premiere: Turbine Potsdam hat die erstmals ausgetragene Champions League der Frauen gewonnen. Das Team von Trainer Bernd Schröder setzte sich im Elfmeterschießen gegen Olympique Lyon durch. Heldin des Abends wurde Turbines Torhüterin Anna Felicitas Sarholz. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,696048,00.html
... aus Versehen in die Verlängerung reingezappt. Wieso nur assoziiere ich mit dem Namen der siegreichen Balltret-Riege spontan die Farbe Rotrot? Und nach "gefühlt" ständiger Präsenz von Frau Wagenknecht in öff-rechtl. TV-Sendungen das Bedürfnis, Ihr soheut eine Korrektur des Partenamens auf o.g. vorzuschlagen? Nee, weder noch noch noch. Weil, wen interessiert's??
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