FC Bayern in der Champions League Was ein Aus gegen Porto für Guardiolas Zukunft bedeutet

Kommen die Bayern in der Champions League gegen Porto weiter? Dietmar Hamann glaubt nicht daran. Für diesen Fall sieht er große Probleme auf den Klub zukommen - eine Diskussion um Trainer Pep Guardiola inklusive.

Bayern-Trainer Guardiola: Diskussion um die Zukunft
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Bayern-Trainer Guardiola: Diskussion um die Zukunft


Zur Person
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    Dietmar "Didi" Hamann, 41, gab 1993 sein Bundesligadebüt für den FC Bayern. Fünf Jahre später wechselte er in die Premier League, wo er für Newcastle United und den FC Liverpool spielte. 2005 gewann er mit Liverpool die Champions League. Hamann absolvierte 59 Länderspiele und wurde 2002 Vizeweltmeister. In seiner Kolumne kommentiert Hamann für SPIEGEL ONLINE regelmäßig Entwicklungen in der Bundesliga und im internationalen Fußball.

1:3 im Hinspiel - Wie stehen die Chancen des FC Bayern gegen Porto? Nicht gut. Ich bin sicher, dass die Münchner nicht weiterkommen. In den zurückliegenden Wochen habe ich nichts gesehen, das mich glauben ließe, sie biegen das noch um. Und Porto ist seinerseits ein großartiges Team, schnell, gut organisiert, spielerisch überzeugend und als einzige Mannschaft dieser Champions League noch ungeschlagen.

Was ist mit den Bayern passiert? Ein Mann, ein Wort: Robben. Robben fehlt nach seiner Verletzung, Robben war der tonangebende Mann in dieser Saison, konstant, torgefährlich, 17 Treffer in der Liga, viele Assists. Es ist immer was passiert, wenn er am Ball war. Und ebenso wichtig: Er hat mindestens zwei Gegner gebunden, wenn er mit Tempo auf die Abwehr zulief. Das Doppeln von Robben hat anderen Platz verschafft und Chancen kreiert. Derzeit sind die Gegner happy, dass sie die Bayern eins gegen eins verteidigen können, sei es Thomas Müller oder Mario Götze.

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Haben die Bayern taktisch versagt? Vergessen Sie in diesem Fall taktische Erklärungen. Wer einer Klassemannschaft wie Porto zwei Tore in den ersten zehn Minuten schenkt, bekommt immer Probleme. Das Gegentor, das am meisten schmerzt, ist aber das 1:3. Nicht nur, weil Jérôme Boateng den Fehler macht, der von allen Bayern-Weltmeistern die beste Saison spielt. Sondern auch, weil es nun ungleich schwieriger wird, das zu drehen.

Wer oder was macht Hoffnung? Nur eins: die internationale Erfahrung der Bayern. Sie werden trotz der vielen Verletzten immer noch mit fünf Weltmeistern und acht Champions-League-Siegern auflaufen, die große Schlachten geschlagen haben und oft als Sieger vom Platz gegangen sind. Das ist viel wert. Ich hoffe, dass sie nicht in Panik verfallen wie gegen Real Madrid im vergangenen Jahr. Kein Tor zu kassieren wird das Wichtigste. Dann haben sie eine Chance.

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Wie wirkt sich der Abgang von Mannschaftsarzt Müller-Wohlfart auf den Klub aus? Kurzfristig wird der Weggang wenig Einfluss haben, auch wenn die Nerven offenbar blank liegen. Irgendetwas Gravierendes muss ja passiert sein. Mittelfristig sind die Folgen unabsehbar. Manuel Neuer hat nach dem Spiel in Hoffenheim gesagt, dass Müller-Wohlfart weiter im DFB-Team arbeiten wird. Und viele Münchner werden weiter zu "Mull" gehen, ich kenne das aus eigener Erfahrung: Wer einmal bei ihm war, geht danach ungern zu jemand anderem. Nur frage ich mich da: Wie wird der Verein damit umgehen? Wird er die Profis sanktionieren und damit den Trainer stärken? Gehen die Nationalspieler in Zukunft heimlich zu ihm? Oder wird es der Klub ihnen durchgehen lassen und Pep Guardiola so bloßstellen? Da sehe ich perspektivisch die größten Probleme auf den Verein zukommen.

Ist Trainer Guardiola angeschlagen? Wenn der FC Bayern morgen ausscheidet, wird Guardiola mit Sicherheit infrage gestellt werden. Sie spielen unter ihm wunderbar in Meisterschaft und Pokal, aber die Champions League ist das Nonplusultra. In der vergangenen Saison sind sie dort beim 0:4 gegen Madrid schon böse auf die Nase gefallen nach dem 0:1 im Hinspiel, dieses Jahr droht Ähnliches. Auch wenn Karl-Heinz Rummenigge sagt, der Trainer könne so lange, wie er will, in München arbeiten - bei einem Aus wird die Diskussion um Guardiolas Zukunft beginnen.

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meta_matze 20.04.2015
1. Müller-Wohlfahrts
Rausschmiss ist Guardiolas Vorlage alles auf den Arzt zu schieben, wenn Bayern morgen aus der Champions League fliegt. Ich glaube das wird ihm nichts helfen, dann wird Pep bald gehen müssen.
Nonvaio01 20.04.2015
2. ach Didi
der glaubt nie an eine deutsche Mannschaft, bei jeder WM/EM proherzeit der das aus in der ersten runde fuer die NM, ob nun auf RTE (Irland) oder UTV (UK) TV. Das muss man nicht so ernst nehmen. Wenn der FCB ausscheidet dann wird es wohl eine kritik an Pep geben, das dann auch zurecht da die abwehr leistung bzw taktik einfach schlecht ist, man laesst sich viel zu leicht auskontern. Beim 3-1 im hinspiel waren es aber eher krasse individual fehler, und nicht die taktik. Ich denke nicht das er Alonso sagte mal den Ball zu vertendeln, er sagte wohl auch nicht Boateng einfach mal daneben zu springen beim kopfball. Sonst haette es 1-1 gestanden, und das ist ok fuer ein auswaertsspiel in der CL, Porto hat noch kein spiel in der CL saison verloren, so schlecht sind die auch nicht
ptb29 20.04.2015
3. Warum sollten sich die Bayern nicht aufbäumen,
wie es anderen Vereinen auch zugestanden wird? CL ist nicht Bundesliga, da gehen die Spieler ganz anders ran. Natürlich sollten die Bayern Dante nicht allein hinten lassen. Ich denke aber, die Bayern kommen weiter.
Immanuel_Goldstein 20.04.2015
4. Ein Ausscheiden ist letztlich bedeutungslos
Nur völlig Ahnungslose würden nach einem Ausscheiden ausgerechnet diesen Trainer in Frage stellen. Wer sollte ihn ersetzen? Fakt dürfte eher sein: die Bayern werden für die nächste Saison weiter in die Mannschaft investieren und mit genau diesem Trainer weiter machen, völlig egal was passieren wird. Darauf wette ich.
road_warrior 20.04.2015
5. Jürgen Klopp sucht dich gerade einen Job :-)
Hat nicht Uli Hoeness mal vor Jahren verkündet, es sei sein grösster Fehler (neben vielen anderen) gewesen, Klopp nicht nach München geholt zu haben. http://www.tz.de/sport/fussball/uli-hoeness-schon-einig-klopp-zr-1091803.html Klopp hat gerade keinen Job ;-)
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