Chaosclub Leverkusen Trainer Hörster vor dem Rauswurf

Mit seiner Aussage nach der Niederlage gegen den HSV, aufgegeben zu haben, hat Bayer-Trainer Thomas Hörster das Durcheinander in Leverkusen noch verstärkt. Die Club-Führung überlegt nun, ob sie den Interimscoach feuern soll. Der erst kürzlich in Nürnberg entlassene Klaus Augenthaler könnte als Nachfolger kommen.


Bayer-Coach Thomas Hörster: Aussagen der Videoanalyse unterzogen
DDP

Bayer-Coach Thomas Hörster: Aussagen der Videoanalyse unterzogen

Leverkusen - Die Führung des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen wird am Montagnachmittag zu einer Krisensitzung zusammenkommen, bestätigte Bayer-Sportdirektor Jürgen Kohler. Dabei dürfte es nach den unglücklichen Äußerungen von Trainer Thomas Hörster nach der 1:4-Niederlage beim Hamburger SV um dessen Verbleib im Amt gehen. "Wir werden uns das Video von Sat.1 mit den Aussagen anschauen", so Kohler. Spekulationen über eine Ablösung Hörsters wollte er nicht kommentieren. Hörster hatte nach der HSV-Partie gesagt: "Nach der Leistung heute, muss ich sagen, habe ich aufgegeben."

Das Sportmagazin "Kicker" hatte in seiner Montagsausgabe berichtet, dass Bayer bereits in den vergangenen Tagen mit Klaus Augenthaler verhandelt habe, der vor kurzem beim 1. FC Nürnberg entlassen wurde. Auch der Ex-Stuttgarter Trainer Joachim Löw ist als möglicher Nachfolger Hörsters im Gespräch. Dagegen betonte Sportdirektor Kohler noch einmal, dass er nicht auf die Trainerbank wechseln wird. "Dies ist völlig ausgeschlossen. Das habe ich immer gesagt", sagte Kohler, der erst im März seinen Posten als U-21-Trainer beim DFB aufgab, um nach Leverkusen zu wechseln.

Geschäftsführer Reiner Calmund hatte sich am Wochenende mit Kommentaren zu den Hörster-Worten merklich zurückgehalten und nach dem HSV-Spiel lediglich angemerkt, dass Bayer immer noch das angestrebte Ziel von 40 Punkten erreichen kann. "Dazu ist kein Weltwunder nötig", so Calmund im "Kicker", "wir benötigen zwei Siege und leidenschaftlichen Fußball. Ich will keine wunderschönen Soloauftritte sehen, ich will Kampf sehen, Abstiegskampf. Und es helfen uns nur noch Leute, die daran glauben. Mit jeder Faser ihres Körpers."

Die Leverkusener planen in dieser Woche ein mehrtägiges Trainingslager, um sich auf die beiden letzten Bundesligaspiele gegen 1860 München und in Nürnberg vorzubereiten. Die Mannschaft soll ab Mittwoch von der Öffentlichkeit abgeschottet werden.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.