Chelsea-Rückkehrer: Mourinho ist jetzt der "Happy One"

Neustart beim FC Chelsea: José Mourinho nutzte seinen ersten Auftritt als Trainer der Londoner, um ein verändertes Image zu präsentieren. Mit Kampfansagen hielt sich der Portugiese zurück, Talenten wie Kevin De Bruyne stellte er einen Platz in seiner Mannschaft in Aussicht.

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Mourinho: "Ich bin jetzt der 'Happy One'"

Hamburg - Die 250 Journalisten und 40 Kamerateams ließ er in altbekannter Manier warten - doch dann war José Mourinho bei seinem ersten Auftritt als neuer alter Chelsea-Trainer sichtlich darum bemüht, sich bescheiden, fast demütig zu präsentieren.

"Früher dachte ich, dass ich alles weiß. Dann lernt man, dass man jeden Tag dazulernt", so Mourinho. Er hinterfrage sich selbst jeden Tag und wolle einfach nur ruhig bleiben, jeden Tag hart arbeiten und sein Bestes geben, so der 50-jährige Portugiese während der ersten Pressekonferenz nach seiner Rückkehr nach London: "Am liebsten würde ich morgen mit dem Training anfangen."

Mourinho, der sich einst selbst den Beinamen "The Special One" gab, sei nun "The Happy One", der zum ersten Mal in seiner Karriere bei einem Verein ankomme, bei dem er bereits geliebt werde: "Das ist eine neue Art von Gefühl für mich." In den vergangenen drei Jahren hatte er den spanischen Rekordmeister Real Madrid trainiert. Nun wolle er gemeinsam mit dem Club das erreichen, was der Verein wolle: "Stabilität".

Mit Kampfansagen hielt sich der Erfolgscoach, der bereits von 2004 bis 2007 auf der Bank an der Stamford Bridge saß, überraschend zurück. "Wir sind nicht davon besessen, die Champions League zu gewinnen", sagte Mourinho, der mit dem FC Porto (2004) und Inter Mailand (2010) diesen Titel bereits gewann: "Natürlich will ich sie ein drittes Mal gewinnen - aber es ist kein Zwang."

Kaum ein Wort zu möglichen Zugängen

Chelsea müsse sich zudem auf alle Wettbewerbe konzentrieren. In der Premier League werde sein Team versuchen, "das Beste zu sein", sagte Mourinho: "Aber das versuchen fünf andere auch. Das erste Ziel sind die Top Vier."

Auch zum Thema Zugänge, wie dem Leverkusener Nationalspieler André Schürrle, der für kolportierte 20 Millionen Euro nach London wechseln soll, hielt sich Mourinho bedeckt. "Jeder Club hat die Ambitionen, neue Spieler zu verpflichten und die Mannschaft zu verbessern", sagte er: "Wir haben ja schon 60 Spieler, weil die Medien in der vergangenen Woche schon 20 Einkäufe vermeldet haben."

Den beiden belgischen Talenten Romelu Lukaku und dem von Bundesliga-Clubs umworbenen Kevin De Bruyne attestierte er die Reife, es ins Team zu schaffen. Er wolle mit beiden die Zukunft besprechen, so Mourinho. Alt-Stars wie John Terry und Frank Lampard wolle er keine Privilegien zugestehen, nur weil sie mit ihm bereits zusammengearbeitet haben.

In seiner ersten Amtszeit hatte der Portugiese Chelsea zwar nach 50 Jahren wieder zur Meisterschaft geführt, er holte auch den Pokal - die Königsklasse gewannen aber andere. "Ich trage mehr Verantwortung, und die Erwartungen sind höher", sagte Mourinho: "Ich will dafür respektiert werden, aber geliebt werden will ich für das, was ich von jetzt an mache. Die Fans können sicher sein, dass ich mein Bestes geben werde."

luk/sid

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insgesamt 12 Beiträge
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1. 100-130 Millionen
to5824bo 10.06.2013
Zitat von sysopNeustart beim FC Chelsea: José Mourinho nutzte seinen ersten Auftritt als Trainer der Londoner, um ein verändertes Image zu präsentieren. Mit Kampfansagen hielt sich der Portugiese zurück, Talenten wie Kevin De Bruyne stellte er einen Platz in seiner Mannschaft in Aussicht. Chelsea-Trainer: Mourinho ist jetzt der "Happy One" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/chelsea-trainer-mourinho-ist-jetzt-der-happy-one-a-904829.html)
Klar, jetzt wird Mourinho seinem Oligarchen locker mal 100 Mio (130 laut "Bild") aus den Rippen leiern und auf große Einkaufstour gehen. Ernten, was andere gesät haben. So wie der Monaco-Oligarch und die ManCity und PSG-Scheiche. Kommen Sie mit Ihrer Fremdenlegion gern mal wieder in Dortmund vorbei, Herr Mourinho. Sie wissen schon, CL-Vorrunde und Halbfinale 2012/2013...
2. Fehlanzeige
derbochumerjunge 10.06.2013
Zitat von to5824boKlar, jetzt wird Mourinho seinem Oligarchen locker mal 100 Mio (130 laut "Bild") aus den Rippen leiern und auf große Einkaufstour gehen. Ernten, was andere gesät haben. So wie der Monaco-Oligarch und die ManCity und PSG-Scheiche.
Die letzte große Einkaufstour von Herrn Abramowitsch ist doch noch nicht so lange her. Titel? Fehlanzeige.
3. Titel
to5824bo 10.06.2013
Zitat von derbochumerjungeDie letzte große Einkaufstour von Herrn Abramowitsch ist doch noch nicht so lange her. Titel? Fehlanzeige.
CL-Sieger 2012 EL-Sieger 2013 Das sah zwar alles spielerisch besch…eiden aus, aber Titel sind es trotzdem.
4. In diesem Jahr
derbochumerjunge 10.06.2013
Zitat von to5824boEL-Sieger 2013
Ich meinte richtige Titel - in diesem Jahr :-)
5. The hated one
widower+2 11.06.2013
Zitat von sysopNeustart beim FC Chelsea: José Mourinho nutzte seinen ersten Auftritt als Trainer der Londoner, um ein verändertes Image zu präsentieren. Mit Kampfansagen hielt sich der Portugiese zurück, Talenten wie Kevin De Bruyne stellte er einen Platz in seiner Mannschaft in Aussicht. Chelsea-Trainer: Mourinho ist jetzt der "Happy One" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/chelsea-trainer-mourinho-ist-jetzt-der-happy-one-a-904829.html)
Er wird immer nur "the hated one" bleiben. Der Mann hat ein Problem. Wer so öffentlich verkündet, dass er geliebt werden will (wer möchte das nicht), ist eigentlich ein Fall für die Psychiatrie.
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