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Chemnitz-Torwart Philipp Pentke: Vom Deppen zum Helden in 15 Minuten

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DFB-Pokal: Torhüter Pentkes Achterbahnfahrt Fotos
imago

Er fing sich das 5:5 in der 120. Minute aus 50 Metern und behielt trotzdem die Nerven im Elfmeterkrimi: Chemnitz-Torwart Philipp Pentke war der Held in einem dramatischen DFB-Pokalspiel gegen Bundesligist Mainz 05.

Eigentlich war schon alles durch. Es lief die 120. Spielminute im DFB-Pokalduell der ersten Runde zwischen dem Chemnitzer FC und dem FSV Mainz 05. Der Drittligist führte seit wenigen Sekunden 5:4 gegen den Bundesligisten, die Sensation war keine 60 Sekunden entfernt. Und dann das.

CFC-Torhüter Pentke war aus seinem Kasten gekommen, wollte den Ball von der rechten Strafraumkante einfach nur weit nach vorne schlagen und noch mal etwas Zeit gewinnen. Doch der Versuch misslang, stattdessen hoppelte der Ball flach durch das Mittelfeld - und landete kurz hinter der Mittellinie direkt vor den Füßen von Johannes Geis. Der 20-Jährige nahm die Kugel an, schaute kurz hoch und zog aus 55 Metern ab.

Der Ball wurde länger und länger, Pentke eilte zurück zu seinem Tor, aber nach 120 Minuten fehlte ihm die Kraft für einen letzten Sprint. Verzweifelt warf sich der 29-Jährige Schlussmann noch in Richtung des Balls, doch der senkte sich knapp über ihn neben den linken Torpfosten zum 5:5.

2:0-Führung reichte dem Bundesligisten nicht

Ein Tor des Jahres und ein Treffer, der ein dramatisches Spiel abrundete, in dem Mainz bereits wie der sichere Sieger aussah. Nach einer 2:0-Führung durch Tore von Niki Zimling (24.) und Shinji Okazaki (49.) entglitt den Rheinhessen die Partie. Anton Fink (50./53.) glich für den Außenseiter aus. Auch das 3:2 von Ja-Cheol Koo (73.) genügte dem FSV nicht. Nach einem Eigentor von Niko Bungert (87.) ging es in die Verlängerung.

Dort brachte Markus Ziereis (103.) die Chemnitzer erstmals in Führung. Bungert gelang dann das 4:4 (109.), doch Marco Kehl-Gomez erzielte in der 119. Minute gar noch das 5:4 für die Sachsen. Dann kam der Auftritt von Pentke, der binnen 15 Minuten vom Deppen zum Helden wurde.

Nach seinem Patzer in der 120. Minute ging es direkt ins Elfmeterschießen. Die ersten vier Schützen beider Mannschaften verwandelten sicher. Dann schnappte sich der Mainzer WM-Teilnehmer Gonzalo Jara den Ball. Der Chilene lief an, schoss halbhoch in die linke Torecke, die Pentke geahnt hatte und den Ball parierte.

Pentke: "Ich hätte meinen Pass abgegeben"

Den entscheidenden Elfmeter für den Drittligisten verwandelte Stürmer Fink mit einem satten Flachschuss in die linke Ecke. Mainz war draußen, die Sensation perfekt und Pentke ziemlich erleichtert. "Meine Nerven haben das nicht verkraftet", sagte der Torhüter direkt nach dem Krimi bei Sky. "Ich hätte morgen meinen Pass abgegeben, wenn das Spiel schiefgegangen wäre. Jetzt können wir ausrasten", so Pentke.

"Ich weiß gar nicht, was ich zu dieser Mannschaft sagen soll", so der überwältigte CFC-Trainer Karsten Heine nach dem Spiel bei Sky: "Ein Riesenkompliment an diese Truppe."

"Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht, hatten bis zum 2:0 alles unter Kontrolle und gute Möglichkeiten. Dann machen wir zwei Abwehrfehler in fünf Minuten", so der enttäuschte FSV-Trainer Kasper Hjulmand nach der bitteren Niederlage.

Es war nicht die erste für den neuen Mainzer Coach, der vor der Saison vom dänischen Erstligisten FC Nordsjælland gekommen war. Bereits in der Europa Leauge schied der Nachfolger von Thomas Tuchel mit den 05ern aus. Gegen den griechischen Außenseiter Asteras Tripolis. "Wenn man in zwei wichtigen Wettbewerben rausfliegt, ist das sehr bitter und einfach scheiße", sagte Torschütze Geis.

"Der Trainer hat grundsätzlich volle Rückendeckung. Wir gehen da jetzt zusammen durch", sagte Manager Christian Heidel. "Wir haben erst sehr spät anfangen können, wir haben einen neuen Trainer und mehrere Schlüsselspieler verloren", so Heidel: "Da kann niemand erwarten, dass wir vom ersten Tag an die Sterne vom Himmel spielen."

Chemnitzer FC - FSV Mainz 05 5:5 n.V. (0:1,3:2;1:1,1:1); 5:4 i.E.
0:1 Zimling (25.)
0:2 Okazaki (46.)
1:2 Anton Fink (50.)
2:2 Anton Fink (53. Elfmeter)
2:3 Koo (73.)
3:3 Bungert (88. Eigentor)
4:3 Markus Ziereis (103.)
4:4 Bungert (109.)
5:4 Kehl-Gomez (119.)
5:5 Geis (120.+2)
Im Elfmeterschießen:
0:1 Geis
1:1 Garbuschewski
1:2 Koo
2:2 Türpitz
Pentke hält gegen Jara
3:2 Hofrath
3:3 Park
4:3 Kehl-Gomez
4:4 Brosinski
5:4 Anton Fink
Chemnitz: Pentke - Conrad, Endres, Röseler, Poggenberg (83. Markus Ziereis) - Stenzel, Lais (68. Garbuschewski) - Türpitz, Anton Fink, Ofosu (76. Hofrath) - Kehl-Gomez.
Mainz: Karius - Brosinski, Bell, Jara, Park - Zimling (74. Geis), Koo - Saller (68. Bungert), Djuricic (60. Malli), Diaz - Okazaki.
Schiedsrichter: Patrick Ittrich
Zuschauer: 10.287
Gelbe Karten: Poggenberg, Hofrath, Garbuschewski - Geis

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Erleichterung für Mainz
Trainspotter 16.08.2014
Nachdem sie ja erst aus der EL und nun aus dem DFB Pokal ausgeschieden sind, kann man natürlich erneut von Erleichterung sprechen, da man sich nun voll auf die Bundesliga konzentrieren kann. Dort kann man einen guten Platz erreichen, der einen in die EL Quali nächstes Jahr bringt. Dort lässt man sich dann wieder schlagen, um sich auf die Bundesliga konzentrieren zu können. Das kann doch nicht deren ernst sein? Mit so einer Leistung wird man absteigen und der Verein hört noch immer keine Alarmglocken.
2.
Andr.e 16.08.2014
Zitat von TrainspotterNachdem sie ja erst aus der EL und nun aus dem DFB Pokal ausgeschieden sind, kann man natürlich erneut von Erleichterung sprechen, da man sich nun voll auf die Bundesliga konzentrieren kann. Dort kann man einen guten Platz erreichen, der einen in die EL Quali nächstes Jahr bringt. Dort lässt man sich dann wieder schlagen, um sich auf die Bundesliga konzentrieren zu können. Das kann doch nicht deren ernst sein? Mit so einer Leistung wird man absteigen und der Verein hört noch immer keine Alarmglocken.
In Mainz hören sie schon lange - aber was sollen sie machen? Im Kreis laufen, laut "AAAhhhh" rufen und dann den Kopf in den Sand stecken? Es gibt schon noch ein paar Teams, die da unten durchaus was reißen können (im negativen Sinne). Also keine Sorge, abgestiegen sind die Mainzer noch nicht.
3. Auch und besonders ...
un-Diplomat 16.08.2014
Zitat von TrainspotterNachdem sie ja erst aus der EL und nun aus dem DFB Pokal ausgeschieden sind, kann man natürlich erneut von Erleichterung sprechen, da man sich nun voll auf die Bundesliga konzentrieren kann. Dort kann man einen guten Platz erreichen, der einen in die EL Quali nächstes Jahr bringt. Dort lässt man sich dann wieder schlagen, um sich auf die Bundesliga konzentrieren zu können. Das kann doch nicht deren ernst sein? Mit so einer Leistung wird man absteigen und der Verein hört noch immer keine Alarmglocken.
... Erleichterung beim Trainer Tuchel. Jetzt kann nun mal ein anderer Trainer versuchen, aus wenig bis nichts den EL-Platz oder den Klassenerhalt zu schaffen. Mainzer Fußball - es war doch nicht alles schlecht, würde einer der Egon Kräns Fäns unverbesserlicher Ossis tönen. Ihr habt ja noch den Karneval. Trotzdem ist Häme nicht angebracht.
4. lachplatte
bayernpeppi 16.08.2014
So Jetzt kann sich der oberhetzer von heidel wieder hinstellen und gegen andere Vereine hetzen Hsv kühne ,Kind Hannover ,Vw,Bayer oder Redbull ..... oh wir können uns ja keine Spieler kaufen Was braucht den dieser Verein überhaupt Spieler.....die sollen Demut zeigen das sie überhaupt noch 1 Liga spielen dürfen ...... naja dem Trainer hat er ja demletzt erst das vertrauen für 3 Jahre geschenkt Bin mal gespannt was von seinem Geschwätz noch übrig ist wenn Mainz die ersten 3 ligaspiele Auch noch verliert
5.
LapOfGods 16.08.2014
Zitat von TrainspotterNachdem sie ja erst aus der EL und nun aus dem DFB Pokal ausgeschieden sind, kann man natürlich erneut von Erleichterung sprechen, da man sich nun voll auf die Bundesliga konzentrieren kann. Dort kann man einen guten Platz erreichen, der einen in die EL Quali nächstes Jahr bringt. Dort lässt man sich dann wieder schlagen, um sich auf die Bundesliga konzentrieren zu können. Das kann doch nicht deren ernst sein? Mit so einer Leistung wird man absteigen und der Verein hört noch immer keine Alarmglocken.
Ich vermute mal da schreibt ein Bayern- oder Nationalmannschaftsfan über Vereine, die er nicht kapiert. Vereine wie Mainz (Freiburg, Augsburg, Nürnberg, Frankfurt) sind immer vom Absturz bedroht. Das der relativ selten vorkommt hängt auch damit zusammen, dass man nicht ständig hyperventiliert, wie es der Fußball-Boulevard erwartet. Die wissen, dass es für sie nicht nur aufwärts gegehen kann und betrachten alles oberhalb von Platz 15 als willkommene Zugabe. Lass die mal machen, die bleiben schon drin. Wahrscheinlich zumindest.
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