Nach umstrittenem Torjubel Verband sperrt Chemnitz-Stürmer Frahn

Daniel Frahn hatte nach der Trauerfeier für einen verstorbenen Neonazi das T-Shirt einer rechtsradikalen Gruppierung hochgehalten. Deswegen wird der Angreifer des Chemnitzer FC nun mindestens ein Spiel verpassen.

Daniel Frahn im August 2017
REUTERS

Daniel Frahn im August 2017


Sein Jubel mit einem Hooligan-Shirt hat für Stürmer Daniel Frahn vom Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC Konsequenzen. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) sperrte Frahn "im Wege einer einstweiligen Verfügung mit sofortiger Wirkung bis zur Entscheidung des NOFV-Sportgerichtes in der Hauptsache", teilte der NOFV mit.

Die Sperre gelte bis zur Entscheidung des NOFV-Sportgerichtes. Einen Termin hierfür nannte der Verband bisher nicht. Damit fehlt der Top-Torjäger seinem Klub mindestens im Auswärtsspiel beim BFC Dynamo am Mittwoch.

Der 31-Jährige hatte beim Heimspiel gegen VSG Altglienicke, bei dem es vor Anpfiff eine Trauerbekundung für den verstorbenen Neonazi Thomas Haller gab, nach seinem Treffer ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" (unterstütze deine lokalen Hooligans) hochgehalten.

Der CFC hatte Frahn in der Folge bereits mit einer Geldstrafe belegt, Frahn entschuldigte sich später in den sozialen Netzwerken. "Mir war auch nicht bewusst, dass dieses Shirt so tief in der Neo-Nazi-Szene verankert ist", schrieb der Mittelstürmer. Dafür wolle er sich aufrichtig und ehrlich entschuldigen. "Als allererstes möchte ich klarstellen, dass ich kein Sympathisant eines Neonazis bin! Auch teile ich diese politische Einstellung nicht und trage auch keine rechten Gedanken in mir."

Anmerkung: In einer früheren Version war vom Drittligisten Chemnitzer FC die Rede. Tatsächlich spielt der CFC in der Regionalliga. Wir haben das korrigiert.

sak/sid



insgesamt 9 Beiträge
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stirnrunzeln 12.03.2019
1. Kein Nazi, aber...
...ein Shirt hoch zu halten welches die Botschaft hat gewaltbereite Vandalisten zu unterstützen und deren Verhalten dadurch zu billigen, ist schlimm genug. Und davon hat er sich auch nicht distanziert. Der Subtext wäre also: Faschist bin ich nicht, Gewalt gegen andere Fangruppen finde ich aber gut. Und eine inhaltliche Korrektur zum Text: Chemnitz spielt in der Regionalliga Nordost - was sie somit zum Viertligisten macht und nicht wie im Text beschrieben zum Drittligisten.
goodcharlotte 12.03.2019
2. Rausschmeißen, für immer
Im Osten kapieren die Menschen irgendwie nicht, dass man gegen JEDES Zeichen von rechts rigoros vorgehen muss. Der Glatzenronny von nebenan, der tätowierte Enriko an der Tanke, die Hakenkreuz Mandy von der Kita, NEIN, da gibts kein Augen zu und durch. JEDER muss dieses Pack zur Rede stellen und sofort Zugang und Kontakt verweigern, bis sie es begriffen haben. Anders geht es nicht.
Melissa85 12.03.2019
3. Es reicht langsam!
Das ganze wird zunehmends lächerlich ! Gemäß des Arbeitsrechts darf man ohnehin nicht nach der politischen Gesinnung fragen bei einer Einstellung und solange sich der Arbeitnehmer keiner Straftat schuldig macht kann er eine Gesinnung haben wie er will. Ich selber sehe mich als Links ausgerichtet was die politische Haltung angeht, jedoch nicht Linksextrem. Dennoch kann ich es nicht gutheißen das jetzt verlangt werden soll das Menschen aufrung ihrer eigenen Meinungshaltung selbst nach dem Tode benachteiligt werden sollen und dazu noch weitere ihre Jobs verlieren und jemand gesperrt wird. Wer darüber empört ist das die person eine rechte Gesinnung hatte sollte sich das mal absofort bei jeder Person die frage stellen welche Gesinnung sie haben. Angefangen von der Puntzkaft bis hin zum Chef und sich dafür einsetzen das absofort die politische Gesinnung ein Kriterium wird für jedes Jobangebot. Und wenn das dann so gut geht lasst uns gleich noch die Geheime Wahl abschaffen da man ja anscheinend kein eigenes Recht mehr hat auf eine eigene Meinung. Der NOFV darf nach seiner Entscheidung gern anfangen bitte aller Mitarbeiter*innen die politische Gesinnung und welche Partei sie gewählt haben öffentlich zu machen. Sollte ein Mitarbeiter dabei sein der irgendwo eine Meinung hat die man als Rechts deklarieren kann so ist der gesammte Verband ja dann auch als Nazi-Hochburg zu bezeichnen.
uffta 13.03.2019
4. Der Zweck soll die Mittel heiligen?
Dass Frahn gesperrt wird ist vollkommen ok. Mag sein, dass er nicht wusste, dass das Shirt mit einer rechtsextremen Gruppierung verbunden ist, aber Hooligans (die im Gegensatz zu normalen Ultras gewaltsuchende Horden sind), egal ob rechte, linke oder unpolitische darf der Sport nicht fördern. Nicht gefördert werden sollten allerdings auch solche unmenschlichen und demokratieverachtenden Parolen wie "Rausschmeißen, für immer" (siehe Überschrift vom Posting #2). Da wird dem Osten unterstellt dass bei der "Hakenkreuz Mandy von der Kita" weggeguckt wird. Das Zeigen von verfassungsfeindlichen Symbolen wird auch im Osten strafrechtlich verfolgt. Anderslautende Räuberpistolen gehören in die Kategorie Fake News.
answercancer 13.03.2019
5. Lächerliche Strafe ,aber dann kann
man ja sagen er wurde doch bestraft. ..alles nur Show von Verband.Wann greift man auch mal im Verband durch? ??Rechts sind die alle blind.
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