Passanalyse vor Gegentor So gelang Chile die Sensation gegen Spanien

Tor für Chile: Im richtigen Moment die spanischen Pässe verhindert
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Tor für Chile: Im richtigen Moment die spanischen Pässe verhindert

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Spanien ist bereits nach dem zweiten Spiel raus aus der WM. Doch woran ist das Starensemble gescheitert? Ein genauer Blick auf die Passdaten rund um die Gegentore offenbart, dass Chile die stärkste Waffe des Weltmeisters entschärfte.

Es war ein Musterbeispiel für das Konzept des chilenischen Spiels - und eine deutliche Veranschaulichung der Schwächen der spanischen Auswahl. Knapp 20 Minuten waren im Maracanã gespielt, als sich die Südamerikaner wieder einmal wie eine wütende Horde den spanischen Spielern entgegenwarfen, die sich gerade in aller Ruhe dem Spielaufbau widmen wollten.

Xabi Alonso wollte im Mittelfeld zurückpassen, weil die Chilenen alle anderen Passwege zugestellt hatten. Alexis Sanchez fing den Ball ab. Dieser fand blitzschnell seinen Weg über fünf Stationen ins Tor der Spanier. Aggressivstes Pressing traf die spanische Gewohnheit, Zeit für den Spielaufbau zu haben. In den fünf Minuten vor diesem 1:0, das ergeben Opta-Daten, hatte sich dieser Treffer bereits angekündigt. In dieser Zeit setzten die Chilenen den Weltmeister so unter Druck, dass er nicht in der Lage war, sein auf kurzen, sicheren Pässen basiertes Spiel aufzuziehen.

Lange Bälle mussten helfen - taten sie jedoch nicht. Die durchschnittliche Passlänge stieg in dieser Zeit auf den Höchstwert von 19,6 Metern. Gleichzeitig sank die Quote angekommener Pässe auf einen Tiefstwert von gerade einmal gut 60 Prozent - für spanische Verhältnisse indiskutabel. Die wütenden und ausdauernden Versuche der Chilenen, das jahrelang dominierende Spiel der Spanier früh zu stören, entwickelten sich zum entscheidenden Schlüssel für den spektakulären Erfolg.

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