Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Streit um Manager Heidel: Mainz, wie es zögert und zaudert

Von

Mainz-Manager Heidel: Will sich bald erklären Zur Großansicht
DPA

Mainz-Manager Heidel: Will sich bald erklären

Wann verkündet Christian Heidel seinen Wechsel nach Schalke? Wer wird sein Nachfolger in Mainz? Der Manager und Präsident Harald Strutz sind sich längst nicht so einig, wie es nach außen erscheint.

Christian Heidel hat dieser Tage oft betont, dass er es an diesem Freitag halten wird wie in seinem gesamten bisherigen Leben. Wenn Schiedsrichter Manuel Gräfe die Partie gegen Schalke 04 anpfeift, wird er für den FSV Mainz 05 fiebern. Der Verein, dessen Manager er bereits zu Zeiten war, als Mainzer Fußballfans noch nach Lautern oder Frankfurt pilgerten. Der Verein, für den er seit 24 Jahren tätig ist. Der Verein, den er am Saisonende verlassen wird, um auf Schalke als neuer Sportdirektor anzufangen.

Dass Heidel beim Spiel gegen seinen künftigen Arbeitgeber in Loyalitätskonflikte geraten könnte, konnten ihm allerdings nur Menschen unterstellen, die den Mann nicht kennen. Doch auch Mainzer Fans, die nichts auf ihren Christian kommen lassen wollen (und das sind so gut wie alle), finden, dass er allmählich mal Klarheit schaffen sollte - auch damit die Suche nach einem Nachfolger in die entscheidende Phase treten kann.

Auch zum Auftakt des 21. Bundesligaspieltags wird es weder vor noch nach dem Spiel eine Erklärung geben, das immerhin hat Heidel dieser Tage verlautbaren lassen. Er wolle sich aber "schon bald" erklären. Heidel selbst begründet seine Zurückhaltung mit dem "Respekt" vor dem Kollegen Horst Heldt, der auf Schalke noch amtiert und sowieso seit Monaten damit leben muss, als gut bezahlte "lame duck" zu gelten. Zudem fehlt noch ein formaler Beschluss des Schalker Aufsichtsrates, der offenbar auch bei der Heidel-Personalie von seinem eigenen Vorsitzenden, Clemens Tönnies, erst dann informiert wurde, als Schalkes mächtigster Mann schon Fakten geschaffen hatte.

Strutz muss sich rechtfertigen

Schwierig gestaltet sich auch die Frage, wer ab kommendem Sommer Heidels Nachfolger in Mainz werden soll. Vor diesem Hintergrund kommen auch die Diskussionen um das zweite Mainzer Urgestein, Präsident Harald Strutz, zur Unzeit. Strutz, seit 1988 Präsident der 05er, steht derzeit in der Kritik, weil er beim FSV monatlich 23.000 Euro verdient, aufgeschlüsselt als Verdienstausfall für seine inzwischen ruhende Tätigkeit als Anwalt und als Berater-Honorar.

23.000 Euro sind im Ligaverglich nicht viel Geld und es liegt ein offizieller Präsidiumsbeschluss über Strutz' Vergütung vor. Und dennoch ist die ganze Angelegenheit ein wenig anrüchig, da das Präsidentenamt ein Ehrenamt ist und der Vorstand die Mitglieder offenbar nicht informiert hat. Auch außerhalb des Vereins könnte Strutz Ärger bekommen: Nach Informationen der "Mainzer Allgemeinen Zeitung" ist er seit 1980 als Justiziar mit einer halben Stelle beim Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) beschäftigt - der Landesrechnungshof ermittelt.

Unabhängig vom neuen Sportdirektor soll künftig der Vorstand verkleinert werden, um effizientere Strukturen zu schaffen. Strutz dürfte dann einer der maximal drei wichtigen Männer im Verein sein. Heidel sucht derweil einen Nachfolger, der die Dinge so angeht, wie er selbst das tun würde - sein Verhältnis zu Strutz ist schließlich längst nicht so ungetrübt, wie das nach außen erscheint."

Zuletzt ließ auch Strutz seinem Unmut freien Lauf. Neben Schalkes offenbar immer noch nicht offiziell hinterlegtem Interesse an Heidel nervte ihn anfangs offenbar auch die Tatsache, dass eben Heidel in der offiziellen Wahrnehmung der Mann ist, der seine(n) Nachfolger ausguckt. Mittlerweile hat Strutz allerdings erklärt, er sei "nicht beratungsresistent" und überlasse es dem Manager, für Ersatz zu sorgen.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen Funktionäre, die in der zweiten Reihe gut geführter Großclubs oder in der ersten Reihe von Ausbildungsvereinen stehen. Mit Jonas Boldt von Bayer Leverkusen, dem ehemaligen Hannoveraner Sportdirektor Dirk Dufner und Basels Georg Heitz gab es offenbar Kontakte. Doch es deutet einiges darauf hin, dass keiner dieser drei der Heidel-Nachfolger wird.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Mir ist völlig schleierhaft
order66 12.02.2016
warum jeder beim Bild, Sky und Funke-Media abschreibt. Nur noch mal zur Klarstellung. Fakt ist Held geht zu Ende Juni. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Heidel oder die Vereine sagen nix. So what......
2. Die Angelegenheit Strutz ist viel spannender...
montesero 12.02.2016
denn warum kann jemand im Ehrenamt 23.000.- Euro monatlich kassieren? 9.000.- Euro als Pauschale. Aber für was würde ich gerne wissen, schließlich bekommt er die Häppchen im Vip-Bereich eh umsonst. 14.000.- Euro für laufende juristische Beratung. Und damit für eine Kompetenz, die er sowieso ins Amt mitbringt und auch gebraucht, da er als Präsident die Interessen seines Vereins vertreten muss. Das ist schon ein wenig mehr, als eine rheinische Provinzposse!
3. nachtrag:
ambulans 12.02.2016
allgemeine zeitung mainz vom 12.01.16 - nachlesen!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Das große Bilderrätsel

Fotostrecke
Millionen für Spieler: Die teuersten Bundesliga-Transfers

Themenseiten Fußball
Tabellen


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: