Schalke 04 Heidel weist Kritik der Fans zurück

Ausverkauf der Schalker Tradition? Den Vorwurf zahlreicher Fans will Manager Christian Heidel nicht auf sich sitzen lassen. Auch ihm gehe es um die Identität des Vereins.

Schalke-Manager Christian Heidel
Bongarts/Getty Images

Schalke-Manager Christian Heidel


Sportvorstand Christian Heidel vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat sich gegen die Fan-Kritik an seiner Transferpolitik gewehrt. "Mir sind Identität und Identifikation extrem wichtig", sagte der Manager, der beim 3:1 am Sonntag gegen den VfB Stuttgart unter anderem als "Identitätsschänder" bezeichnet worden war, im Interview mit der Funke Mediengruppe.

"Mir liegt die Nachwuchsförderung ganz besonders am Herzen", so Heidel: "Wir werden jetzt viel Geld in die Hand nehmen, um Infrastruktur und Trainingsbedingungen der Knappenschmiede extrem zu verbessern. Es ist absolut unser Bestreben, unsere Talente top auszubilden und in den Profikader einzubauen."

Nach dem Wechsel des langjährigen Kapitäns Benedikt Höwedes zu Juventus Turin war massiv kritisiert worden, dass Schalke seine Identität verliere. Im aktuellen Kader stehen nur noch fünf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, vor zwei Jahren waren es noch 18.

Die Gelsenkirchener Ultras, die vor dem Stuttgart-Spiel auf Transparenten vor allem Heidel angegriffen hatten, begründeten ihre Kritik in ihrer Fanklub-Zeitschrift: "Der Umgang mit Benedikt Höwedes steht stellvertretend für die Entwicklung auf Schalke der letzten Monate: Verdiente Spieler werden respektlos behandelt, und unser Nachwuchs bekommt kaum noch Chancen, sich zu beweisen. Wir haben eine der besten Nachwuchsabteilungen des Landes und können kein Nutzen mehr daraus ziehen." Der eigene Nachwuchs werde "vom Hof" gejagt.

aha/sid



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Ryker 13.09.2017
1. Was wollen sie denn?
Seit Jahren beschweren sich die Schalker Fans, dass es den Spielern an "Mentalität" fehle und ein "Umbruch" notwendig sei. Natürlich alles mit "Tradition" und "Identität". Irgendwie ist das Ganze aber nicht stimmig. Denn erstens würde ich Spieler wie Draxler ("Oh, dieser Druck...") und Meyer nicht gerade als Mentalitätsmonster bezeichnen. Dass Kolasinac und Matip die erste Gelegenheit nutzen, an die richtig großen Fleischtöpfe zu kommen, ist ja auch eine Art "Mentalität". Dass man Neuer und Sané nicht auf ewig würde halten können war klar. Aber jetzt auf Teufel komm raus auf die eigene "Knappenschmiede" zu setzen? Um dann mit Wright, Platte, Avdijaj, Hemmerich, Tekpetey ... im gesicherten Mittelfeld zu landen? Da wäre das Geschrei natürlich auch groß. Ich finde, wenn man jedes Jahr einen Spieler aus der eigenen Jugend in den Profikader hieven kann (und so ist ja wohl), dann ist das mehr als beachtlich und durchaus identitätsstiftend. Und seien wir ehrlich: Zufrieden ist der Fan (Schalker oder anderer) doch nur, wenn die Ergebnisse stimmen. Und danach sieht es doch in dieser Saison bislang aus.
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