Christoph Kramers Final-K.o.: "Ich weiß gar nichts mehr"

Kurzfristig ins Team gerutscht, dann der Kopf-Crash - deshalb ausgewechselt: Christoph Kramer erlebte ein ziemlich kurzes WM-Finale. An die erste Halbzeit kann er sich nicht mehr erinnern.

Weltmeister Kramer: "Weiß von der ersten Halbzeit gar nichts mehr" Zur Großansicht
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Weltmeister Kramer: "Weiß von der ersten Halbzeit gar nichts mehr"

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Vor etwas mehr als einem Jahr hat Christoph Kramer noch für den VfL Bochum in der Zweiten Bundesliga gespielt. Nun wirkte er im WM-Finale gegen Argentinien im legendären Maracanã mit, und das sogar von Anfang an, weil sich Sami Khedira beim Aufwärmen verletzt hatte. Ein denkwürdiges Erlebnis für den 23 Jahre alten Kramer, der seit einer Saison bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht. Nur: Offenbar kann sich der Mittelfeldmann gar nicht mehr an seinen Finalauftritt erinnern.

Nachdem Kramer in der 16. Minute mit Argentiniens Verteidiger Ezequiel Garay zusammengekracht war, blieb er benommen auf dem Rasen liegen und ließ sich behandeln. Nach ein paar Minuten war Kramer wieder auf den Beinen, er spielte zunächst weiter, doch nach einer halben Stunde ging nichts mehr beim WM-Neuling. Er musste ausgewechselt werden, Verdacht auf Gehirnerschütterung.

Hinterher, als das Spiel vorbei und Deutschland Weltmeister war, berichtete Kramer von beträchtlichen Gedächtnislücken. "An viel kann ich mich nicht erinnern, aber das ist auch egal jetzt", sagte er. Die "Welt" zitiert ihn mit den Worten: "Ich weiß von der ersten Halbzeit gar nichts mehr. Ich dachte später, dass ich direkt nach dem Zweikampf aus dem Spiel gegangen bin. Wie ich in die Kabine gekommen bin, weiß ich nicht. Ich weiß gar nichts mehr. Das Spiel beginnt in meinem Kopf ab der zweiten Halbzeit."

Rechtzeitig zur Siegerehrung war Kramer wieder bei Sinnen. Ausgelassen feierte er mit seinen Kollegen. Und er schaffte es später sogar noch, eine wichtige Familienangelegenheit zu regeln: "Ich muss einen Gruß an meine Oma senden, die hatte Geburtstag, und ich habe sie nicht erreicht", sagte Kramer vor laufender Fernsehkamera. Vielleicht berichtet sie ihrem Enkel bei Gelegenheit, wie er sich bei seinem 30-Minuten-Einsatz im WM-Finale gemacht hat.

buc

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insgesamt 36 Beiträge
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1.
HenryFromWob 14.07.2014
Einen tollen Spieler haben die Gladbacher und der DFB mit Christoph Kramer. Er hat sich in der kurzen Zeit als sehr sicherer und willensstarker Spieler bewiesen und zudem viel Initiative gezeigt. Hut ab!
2. Weltmeister
Bundeskanzler20XX 14.07.2014
Ein Spiel bei dem man sich neben Gehirnerschütterungen und Platzwunden auch leicht eine Gänsehautentzündung hätte holen können. Aber deutsche Eiche hält!
3. hmm
spon-facebook-1619821760 14.07.2014
Leider geht das Foul an Kramer in der aktuellen Duselei um das etwas härtere Einsteigen Neuers gegen Higuain unter. Garay hätte hier auch deutlichst verwarnt werden müssen
4. Aus meiner Sicht...
Randycalifornia 14.07.2014
... war das eine unglückliche Situation, aber kein Foul. War glaub ich auch im Strafraum und hätte man auf Foul entschieden, wäre es ein Elfemeter gewesen. Kramer hat den Gegenspieler gar nicht gesehen, was diesen Knock out noch schlimmer gemacht hat. Hoffen wir, dass er zukünftig verletzungsfrei bleibt und aus seinem Talent etwas macht. Ansonsten ist man schnell weg vom Fenster, siehe Odonkor, Marin, Aogo...
5. Erschüttert
AlfredS. 14.07.2014
Das war ein brutales Foul der Kategorie "vorsätzliche Körperverletzung", wie man es auch bei Neymar gesehen hat. Fußballerische Härte ist was ganz anderes.
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