Confed Cup Chile siegt dank Vidal - Streit um Videobeweis

Chile hat gegen Kamerun dank zwei später Tore einen Fehlstart in den Confed Cup vermieden. Der neue Videobeweis sorgte allerdings gleich mehrfach für Irritationen.

Chiles Arturo Vidal
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Chiles Arturo Vidal


Chile hat sein erstes Spiel beim Confed Cup gegen Kamerun 2:0 (0:0) gewonnen. Für die Südamerikaner trafen Bayern-Profi Arturo Vidal (81. Minute) und Eduardo Vargas (90+1.). Bereits in der ersten Halbzeit lag der Ball im Tor der Kameruner, doch der Treffer wurde nach Nutzung des Videobeweises aberkannt.

Konkurrent Deutschland muss am Montag (17 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Australien mit drei Toren Vorsprung gewinnen, um die Tabellenführung in der Gruppe B zu übernehmen.

Bereits zum zweiten Mal an diesem Sonntag wurde ein Tor nach der Nutzung des Videobeweises aberkannt. Bei der Begegnung zwischen Portugal und Mexiko wurde ein Treffer von Nani wegen einer Abseitssituation richtigerweise zurückgenommen. Nun war es deutlich umstrittener: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte steckte Bayerns Mittelfeldspieler Arturo Vidal den Ball zu Eduardo Vargas durch, der im richtigen Moment zu starten schien und über Kameruns Torwart Fabrice Ondoa hinweg ins Tor traf.

Schiedsrichter Damir Skomina gab den Treffer zunächst. Beide Mannschaften waren schon fast wieder bereit zum Wiederanstoß, als Skomina das Tor wieder aberkannte. Die TV-Bilder zeigten: Es war eine äußerst knappe Entscheidung. Auch die Chilenen waren nicht einverstanden und beschwerten sich lautstark bei Skomina.

In der Nachspielzeit der zweiten Hälfte kam es zur zweiten Szene: Den Treffer zum 2:0 von Vargas hatte Skomina aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung zunächst nicht anerkannt. Nach Nutzung des Videobeweises zählte der Treffer doch - die Entscheidung der Videoassistenten war aber erneut strittig. Beim Tor von Vargas war es zwar kein Abseits, doch möglicherweise stand Alexis schon beim langen Ball, der schließlich zum Tor führte, im Abseits.

Bei Chile standen Torwart Claudio Bravo und Flügelstürmer Alexis Sánchez verletzungsbedingt nicht in der Startelf. Aber auch ohne ihren wechselwilligen Offensivstar vom FC Arsenal erspielten sich die Chilenen in der ersten halben Stunde Chancen im Fünf-Minuten-Takt. Allerdings scheiterten sie wahlweise am Pfosten (Vargas), Kameruns Torwart Ondoa (José Pedro Fuenzalida und Edson Puch) oder an der eigenen Ballmitnahme (erneut Fuenzalida).

In der Verteidigung agierten allerdings auch die Chilenen etwas sorglos. So kam auch Kamerun durch Vincent Aboubakar oder Benjamin Moukandjo zu Torchancen. Chile war in Hälfte zwei längst nicht mehr präsent wie in der ersten Halbzeit und kam kaum noch gefährlich vor das Tor der Kameruner, ehe sie in der Schlussphase doch noch einmal zulegen konnten.

ehh



insgesamt 46 Beiträge
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f.j.meinemeinung 18.06.2017
1. Guter Start des Videobeweis
Zweimal richtig entschieden. Gut so.
KlausMeucht 18.06.2017
2. Glüclsache
Im Fußball ist der Glücksfaktor nun mal sehr hoch, weil nur ganz wenige Tore fallen. Wer ein Sport mit absoluter Gerechtigkeit will soll Schach spielen. Eine kleine Unebenheit im Rasen kann den Ball entscheidend ablenken. Häufig gelingt ein Tor weil der Ball leicht vom Gegner berührt und abgelenkt wird. Fernschüsse aus über 40 Meter gelingen einmal in 100 Versuchen. Wenn es gerade im Spiel gelingt, so ist das Glück. Letzte Saison hat Dortmund in kurzem Abstand 2 mal in München gespielt. In der Liga ganz klar verloren im DFB Pokal knapp gewonnen. Es ist das schöne im Fußball dass mit etwas Glück auch die etwas schwächere Mannschaft gewinnen kann. Woher kommt der Gerechtigkeitsfanatismus? Es ist nur ein Spiel. Ob ein Schiedsrichter ein Abseits von 2 cm sieht oder nicht ist eben auch Glücksache. Und das ist gut so. Fussball soll ein Spiel bleiben.
frank_w._abagnale 18.06.2017
3. Segen für den Fußballsport.
Alle Entscheidungen der Videoschiedsrichter waren richtig. Diese Technik wird sich noch als Segen erweisen.
mesut2012 18.06.2017
4.
Das zeigt, dass diejenigen Unrecht hatten, die den Videobeweis mit der Begründung abgelehnt haben, er würde den Fans die Diskussionen um Schiedsrichterentscheidungen nehmen. Wie man sieht, gibt es trotzdem genug zu diskutieren und der Videobeweis wird darüber hinaus grobe Ungerechtigkeiten wie Phantom- und Handtore usw. verhindern.
matthias8989 18.06.2017
5. Weniger Diskussionen
...gibt es nach dem Videobeweis nicht. Das war auch nicht zu befürchten. Das Bedrängen des Schiedsrichters gehört endlich bestraft. Aber wahrscheinlich müssen manche Regeln überdacht werden, wie z.B. die Regel "im Zweifel für den Angreifer". Ich freue mich auf den Einsatz der neuen Technik.
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