Confed Cup Deutschland und Chile trennen sich remis

Zu Beginn wirkte das junge DFB-Team gegen Chile überfordert. Aber ein überraschender Treffer und eine bessere Defensive in Hälfte zwei verhinderten die erste Niederlage. Deutschland steht vor dem Halbfinal-Einzug.

AFP

Deutschland hat beim Confed Cup im zweiten Vorrundenspiel den zweiten Sieg und den Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe B verpasst. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw spielte gegen Chile 1:1 (1:1) und bleibt damit punktgleich hinter dem Südamerikameister Zweiter (beide vier Punkte). Alexis Sánchez sorgte bereits in der sechsten Minute für die Führung, Lars Stindl traf kurz vor der Pause mit seinem zweiten Treffer im Turnier zum Ausgleich (42. Minute). Damit führt der Gladbacher gemeinsam mit Cristiano Ronaldo die Torschützenliste an.

Durch das Remis steht noch kein Team sicher im Halbfinale. Sowohl Deutschland (gegen Kamerun) als auch Chile (gegen Australien) reichen am letzten Spieltag (Sonntag, 17 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) allerdings jeweils ein Remis zum sicheren Weiterkommen. Kamerun und Australien, die sich zuvor ebenfalls remis getrennt hatten, stehen vor dem Aus.

Chile begann aggressiv, attackierte die deutsche Mannschaft früh und wurde belohnt - durch einen Fehler von Shkodran Mustafi. Der Verteidiger spielte den Ball genau in den Fuß seines Arsenal-Teamkollegen Sánchez. Dieser traf nach einem Doppelpass mit Arturo Vidal mit der Fußspitze über den linken Innenpfosten ins Tor (6.). Die DFB-Elf präsentierte sich unsicher und kam nur zu wenigen Offensivaktionen. Den ersten guten Abschluss hatte Stindl, aber Herrera parierte problemlos (15.).

Eduardo Vargas verpasste das 2:0, er schoss aus knapp 20 Metern an die Latte (20.). Die Deutschen blieb weiter lange ideenlos. Der Ausgleich fiel überraschend - und in Folge eines sehr guten Spielzugs: Emre Can spielte den Ball präzise in die Schnittstelle, Jonas Hector flankte und Stindl traf aus kurzer Distanz (42.). In der Nachspielzeit verhinderte Torwart Marc-André ter Stegen den zweiten Treffer durch Sánchez mit einer guten Parade (45.+1.).

In Hälfte zwei steigerte sich Deutschland gerade in der Defensive, spielte deutlich ruhiger und geordneter. Aber auch die Chilenen standen weiter sicher und so entstand ein kampfbetontes, sehr ereignisarmes Spiel. Das Tempo nahm - wohl auch aufgrund der Intensität in der Anfangsphase - zunehmend ab, in den gesamten 45 Minuten gab es für beide Teams keine klare Torchance. Dennoch verzichtete Löw komplett auf einen Wechsel. Mit der Startelf bis zum Abpfiff auf dem Platz blieb es bei der Punkteteilung.

Deutschland - Chile 1:1 (1:1)
0:1 Sánchez (6.)
1:1 Stindl (42.)
Deutschland: ter Stegen - Süle, Mustafi, Ginter - Kimmich, Rudy, Can, Hector - Goretzka, Draxler - Stindl
Chile: Herrera - Isla, Medel (71. P. Díaz), Jara, Beausejour - M. Díaz - Vidal, Aránguiz (90. Silva) - Hernández, Vargas (82. Rodríguez), Sánchez
Schiedsrichter: Alireza Faghani (Iran)
Gelbe Karten: Sánchez, Beausejour - Stindl, Rudy
Zuschauer: 35.000

aev



insgesamt 9 Beiträge
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Spiegelsicher 22.06.2017
1. Wieder diese Mustafi-Löw-Lovestory
Mustafi unterirdisch, aber Löw wechselt nicht, wechselt einfach nicht. Es wechselt gar nicht. Ist wie 2014, wenn Mustafi sich nicht verletzt hätte und dann Lahm von der Doppesechs nach rechts hinten ging, wären wir nicht Weltmeister geworden.
uli-schmitt 22.06.2017
2. Alles in Allem
hat es diese junge Mannschaft gut gemacht. Chile ist eine starke und erfahrene Mannschaft. Ginter und Mustafi sollten ersetzbar sein. Beide sehr schwach.
sltr 22.06.2017
3. Nicht schon wieder oder immer noch
Zitat von SpiegelsicherMustafi unterirdisch, aber Löw wechselt nicht, wechselt einfach nicht. Es wechselt gar nicht. Ist wie 2014, wenn Mustafi sich nicht verletzt hätte und dann Lahm von der Doppesechs nach rechts hinten ging, wären wir nicht Weltmeister geworden.
Löw hat gehandelt wie er es für richtig hielt und genauso so wurde er und sein Team Weltmeister. Aber da sie sich so gut mit "Was wäre gewesen wenn ..." auszukennen scheinen - wie wäre denn das mit dem Hund und dem Hasen ausgegangen. Also wenn der Hund nicht geschi..... hätte.
gibmichdiekirsche 22.06.2017
4.
Zitat von SpiegelsicherMustafi unterirdisch, aber Löw wechselt nicht, wechselt einfach nicht. Es wechselt gar nicht. Ist wie 2014, wenn Mustafi sich nicht verletzt hätte und dann Lahm von der Doppesechs nach rechts hinten ging, wären wir nicht Weltmeister geworden.
Nein, nicht unterirdisch, sondern mit einem blöden Fehler, der immer mal passieren kann. Man hätte freilich auch feststellen können, dass die Chilenen in der 2. Halbzeit nicht einen Torschuss zustande gebracht haben, was der durchaus soliden Abwehrarbeit mit Mustafi, Ginter und Süle geschuldet war. Das muss man gegen eine solche Offensivpower wie die chilenische erst mal hinkriegen. Ich möchte Mustafi als zuverlässiges Backup für die Stamminnenverteidiger nicht missen. Zusammen mit einem spielaufbaustärkeren IV-Kollegen als Süle oder einem sich fallenlassenden 6er mit Eröffnungsqualitäten ist er mittlerweile ein grundsolider Abwehrmann. Es war ein sehr ordentliches Spiel dieser jungen Mannschaft gegen eine der derzeit weltbesten Nationalmannschaften.
FerrisBueller 22.06.2017
5. Unk, Unk, Unk
Man sollte wirklich bedenken, dass die Chilenen in Bestbesetzung gespielt haben. Und das ist keine Laufkundschaft sondern der amtierende Südamerikameister und die aktuelle Nummer Vier der Weltrangliste (weit vor Spanien, Portugal, Italien, England, Frankreich und so weiter). Dafür hat die unerfahrene deutsche Mannschaft das wirklich gut gemacht. Die sogenannte B-Elf schlägt sich wirklich gut. Wenn man dann noch bedenkt, wer alles geschont wurde und darüber hinaus noch sieht, was die U21 da gerade wieder abliefert, muss einem wirklich nicht bange um die Zukunft der N11 werden.
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