Neymar und James bei Copa América Das Duell der Zukunft

Brasiliens Superstar Neymar hat mit dem Gewinn des Champions-League-Titels vorgelegt, nun will Kolumbiens James Rodríguez bei der Copa América nachziehen. Wer empfiehlt sich für Platz drei bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres?

Von Tobias Käufer, Santiago de Chile

Jungstars James (l.) und Neymar: Kampf um Platz drei zur Weltfußballer-Wahl
DPA

Jungstars James (l.) und Neymar: Kampf um Platz drei zur Weltfußballer-Wahl


Ein Plätzchen ist noch frei neben Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2015 dürfte an Argentiniens Superstar nach dessen herausragenden Champions-League-Saison kein Weg vorbeiführen, und auch Vorjahressieger Ronaldo ist praktisch gesetzt. Der Portugiese weist trotz einer insgesamt enttäuschenden Spielzeit mit Real Madrid einfach zu starke individuelle Werte vor.

Doch das Rennen um den dritten und letzten Platz ist noch offen. Kamen dafür in den vergangenen Jahren vor allem Spieler des FC Bayern München infrage - etwa Franck Ribéry, Arjen Robben und Manuel Neuer -, schicken sich in diesem Jahr zwei Jungstars an, erstmals in die Sphären der ganz Großen einzudringen: Neymar und James Rodríguez. Auf sie wird bei der Copa América in Chile der Weltfußball blicken.

Das Duell zwischen den beiden 23-Jährigen wird die Sportart in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach dominieren wie kein anderes. Beide sind - zumindest was ihren Wert auf dem lateinamerikanischen Werbemarkt angeht - bereits auf dem Niveau von Messi und Ronaldo angekommen. Und nicht nur bei Real Madrid und dem FC Barcelona werden sie in naher Zukunft in der Hierarchie aufsteigen, wenn die Altstars an Dominanz verlieren.

Neymar mit besseren Aussichten

Die bessere Ausgangslage hat derzeit der Brasilianer Neymar. Der Barça-Offensivspieler hat sich durch gute Leistungen in den Halbfinalspielen der Champions League gegen Bayern München und im Finale gegen Juventus Turin in Position gebracht. Eine Nominierung unter den letzten Dreien wäre für ihn der offizielle Ritterschlag - und ein Trost nach dem WM-Halbfinaldebakel gegen Deutschland (1:7), das der am Rücken Verletzte tatenlos mitansehen musste.

Dorthin will auch Kolumbiens James Rodríguez. Zwar reichte es für den Mittelfeldspieler aus dem kolumbianisch-venezolanischen Grenzstädtchen Cucuta in diesem Jahr mit Real Madrid für keinen Titel. Doch bei der Copa América, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit dem Eröffnungsspiel der Gastgeber gegen Ecuador im Estadio Nacional in Santiago beginnt, gehört Kolumbien zu den Favoriten.

Die Mannschaft des argentinischen Startrainers José Pékerman ist gespickt mit Spielern von europäischen Top-Klubs: Von Torhüter David Ospina (FC Arsenal) über Juan Cuadrado (FC Chelsea), Carlos Bacca (FC Sevilla) und Falcao ( Manchester United) - Kolumbiens Copa-Auswahl um James ist so großartig besetzt wie sonst nur Argentinien und Brasilien.

Wiedersehen in Santiago

Genau darin liegt James' Chance. Denn bei der Weltfußballerwahl zählt die Stimme der Nationaltrainer und Kapitäne und die schauen beim ältesten Nationenturnier der Welt genau hin. Lionel Messi, der die Copa bislang noch nicht gewonnen hat, gilt dabei neben Neymar, Alexis Sánchez (Chile), Edinson Cavani (Uruguay) und James als aussichtsreichster Kandidat auf die Nachfolge des gesperrten Uruguayer Luis Suárez. Der war bei Uruguays Titelgewinn 2011 in Argentinien zum besten Spieler des Turniers gewählt worden.

"Ich weiß, dass es schwierig wird, aber wir werden Schritt und für Schritt nach vorne gehen", sagte James bei Verabschiedung der Mannschaft durch Staatspräsident Juan Manuel Santos in Bogotá.

Bei der WM im vergangenen Jahr gab es im Viertelfinale zwischen Gastgeber Brasilien und Kolumbien (2:1) bereits einen Vorgeschmack auf den großen Zweikampf der Copa. Das Spiel, in dem sich Neymar nach einem Tritt von Carlos Zuniga schwer verletzte und in dem James von den brasilianischen Spielern 90 Minuten geradezu über den Platz getreten wurde, endete für beide Jungstars in Tränen.

Am 17. Juni gibt es in Santiago ein Wiedersehen. Und einen Fingerzeig, wer nicht nur diese Copa América dominieren wird.



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insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
james-100, 11.06.2015
1.
Warum sollte Ronaldo gesetzt sein? Null Titel und eine durchschnittliche Leistung im Jahr ist keine Empfehlung zur Nominierung für den Weltfussballer des Jahres. Oder hat Ronaldo sich mal wieder Stimmen erkauft?
doktordoktormueller 11.06.2015
2.
Seid mir nicht böse, aber Neymar sammelt die Brotkrumen auf, die Messi liegen lässt. er ist weit überschätzt. Wundersturm bei Barcelona.. lächerlich. Es ist nur Messi + X. neben Messi macht jeder Kasper 20 Tore. Auf Platz zwei in Barcelona folgt, weil torgefährlicher und in wichtigen Momenten präsenter, Suarez.
KuGen 11.06.2015
3. WM ist
....für die Copa ? Wackelt jetzt der Schwanz mit dem Hund ?
mistermoe 11.06.2015
4.
Zitat von james-100Warum sollte Ronaldo gesetzt sein? Null Titel und eine durchschnittliche Leistung im Jahr ist keine Empfehlung zur Nominierung für den Weltfussballer des Jahres. Oder hat Ronaldo sich mal wieder Stimmen erkauft?
Es ist bei dieser "Wahl" völlig egal wie viele Titel jemand geholt hat oder ob man auch in den entscheidenden Spielen Leistung zeigt, das einzige was zählt ist der Marketing-Wert, wie man in den letzten beiden Jahren gesehen hat. Wäre es anders hätte Ronaldo weder 2013 noch 2015 gewonnen und Messi hätte zumindest 2014 nicht unter den Top 3 sein dürfen. Aber wie gesagt, Leistung zählt leider nicht, sondern nur der Name, von daher ist diese "Auszeichnung" zumindest im Moment nicht mal das Papier wert auf dem sie steht.
troy_mcclure 11.06.2015
5.
Zitat von doktordoktormuellerSeid mir nicht böse, aber Neymar sammelt die Brotkrumen auf, die Messi liegen lässt. er ist weit überschätzt. Wundersturm bei Barcelona.. lächerlich. Es ist nur Messi + X. neben Messi macht jeder Kasper 20 Tore. Auf Platz zwei in Barcelona folgt, weil torgefährlicher und in wichtigen Momenten präsenter, Suarez.
Sehe ich ähnlich. James , im Zusammenspiel mit Kroos, das ist ein fantastisches zentrales Mittelfeld.
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