Final-Rückspiel in Madrid River Plate gewinnt die Copa Libertadores

Mehr als 10.000 Kilometer entfernt der Heimat hat sich River Plate den Sieg im bedeutendsten Klubwettbewerb Südamerikas gesichert. Nach Ausschreitungen in Buenos Aires musste die Partie nach Madrid verlegt werden.

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River Plate Buenos Aires hat durch einen 3:1 (1:1, 0:1)-Sieg in der Verlängerung gegen die Boca Juniors die Copa Libertadores gewonnen. Die Entscheidung fiel in der 109. Minute durch ein Tor von Juan Quintero. Zuvor hatte Lucas Pratto (68.) die Führung für Boca durch Dario Benedetto (44.) im Madrider Estadio Santiago Bernabéu ausgeglichen. In der Nachspielzeit erhöhte Gonzalo Martínez mit einem Schuss ins leere Tor auf 3:1 (120.+1).

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River Plate gegen Boca Juniors: Triumph fern der Heimat

Die Verlegung der Partie nach Madrid war nötig geworden, nachdem vor dem ursprünglich geplanten Rückspiel in Buenos Aires Anhänger von River Plate den Mannschaftsbus der Gäste angegriffen und einige Boca-Spieler Verletzungen erlitten hatten. Im Vorfeld der Austragung in Madrid hatten die Boca Juniors auf eine gerichtliche Anerkennung des Copa-Sieges geklagt.

Da durch die Austragung auf neutralem Platz die Auswärtstorregel entfiel, war nach dem 2:2 im Hinspiel klar: Kein Remis würde einen Copa-Gewinner hervorbringen, beide Teams benötigten einen Sieg. Und die Boca Juniors begannen offensiv: Pablo Pérez sorgte mit einem Seitfallzieher für die erste gefährliche Situation (11. Minute), Darío Benedetto vergab nach einer halben Stunde eine sehr gute Freistoßmöglichkeit aus zentraler Position.

Die Führung für Boca kurz vor der Halbzeitpause: Nahitan Nández spielte einen Steilpass auf Benedetto, der noch einen Abwehrspieler von River Plate aussteigen ließ, um dann aus 15 Metern souverän vor Franco Armani zu vollenden (44.).

River Plate musste jetzt kommen und River Plate kam: Ignacio Fernández verfehlte in der 49. Minute mit einem Fernschuss nur knapp das Tor von Esteban Andrada. Aufregung in der 55. Minute: River Plates Angreifer Lucas Pratto wurde im gegnerischen Strafraum von Andrada abgeräumt, doch Schiedsrichter Andrés Cunha pfiff zum Entsetzen der Spieler von Trainer Marcelo Gallardo Stürmerfoul - eine Fehlentscheidung.

Knapp eine Viertelstunde sorgte Pratto auf seine Art für Gerechtigkeit: Nach einem doppelten Doppelpass kam er nach Zuspiel von Fernández auf Höhe des Elfmeterpunkts zum Abschluss und erzielte den Ausgleich (68.). In der Folgezeit entwickelte sich ein überhartes Spiel, in dem beide Teams zahlreiche Gelbe Karten kassierten. Tore fielen allerdings bis zum Ende der regulären Spielzeit nicht mehr.

Keine zwei Minuten waren in der Verlängerung gespielt, als Boca-Mittelfeldspieler Wilmar Barrios nach seiner zweiten Gelben Karte das Feld verlassen musste (92.). In Unterzahl gelang es dem Ex-Klub von Diego Maradona nicht mehr, offensiv Akzente zu setzen. Die Entscheidung für die nun deutliche überlegene Gallardo-Mannschaft in der 109. Minute: Der eingewechselte Juan Quintero erzielte das 2:1. Die Boca-Spieler rannten noch einmal an, mehr als ein Pfostenschuss in der 120. Minute gelang ihnen aber nicht mehr. Im Gegenzug traf Martinez zum 3:1 (120.+1).

River Plate hat sich damit erstmals seit 2015 den mit der Champions League vergleichbaren Wettbewerb des südamerikanischen Fußballverbands Conmebol gesichert. Die Boca Juniors bleiben bei sechs Titeln und haben es damit verpasst, mit Rekordgewinner CA Independiente gleichzuziehen.

River Plate - Boca Juniors 3:1 (1:1, 0:1) n.V.
0:1 Benedetto (44.)
1:1 Pratto (68.)
2:1 Quintero (109.)
3:1 Martínez (120.+1)
River Plate: Armani - Montiel (74. Maidana), Maidana, Pinola, Casco - Ponzio (58. Quintero) - Fernández (111. Zuculini), Pérez, Palacios (97. Álvarez), Martínez - Pratto
Boca Juniors: Andrade - Buffarini (111. Tévez), Iquierdoz, Magallán, Olaza - Nández, Barrios, Pérez (89. Gago) - Villa (96. Jara), Benedetto (62. Ábila), Pavón
Schiedsrichter: Andrés Cunha
Gelbe Karten: Ponzio, Fernández, Maidana / Pérez, Barrios, Tévez
Gelb-Rot: Barrios (92.)

mfu



insgesamt 4 Beiträge
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leserlich 09.12.2018
1. Die Auswärtstore-Regel,
die in Europa üblich ist, entfiel nicht durch die Austragung auf einem neutralen Platz, es gibt sie in südamerikanischen Pokalwettbewerben schlicht nicht.
gelbweste99 10.12.2018
2. Falsche Darstellung
Falsch: "Da durch die Austragung auf neutralem Platz die Auswärtstorregel entfiel, war nach dem 2:2 im Hinspiel klar: Kein Remis würden einen Copa-Gewinner hervorbringen, beide Teams benötigten einen Sieg." Richtig: Es gibt keine Auswärtstorregel in Südamerikanischen Wettbewerben
roninger2000 10.12.2018
3. Eine gute Sache
das Endspiel der Copa de Libertadores. Beste Organisation von (Real) Madrid, die Fans hatten viel Spaß, tolle Stimmung. Madrid ist halt die Weltfussballhauptstadt. Keine Einzige Ausschreitung! Alles andere wie geplant. Fußballerisch war es dürftig, aber ein großes Geschäft. Man wird solche Spiele noch öfter sehen. Austragungsort ist da wo man am meisten Geld verdienen kann.
huelin 10.12.2018
4. Falsch
Zitat von gelbweste99Falsch: "Da durch die Austragung auf neutralem Platz die Auswärtstorregel entfiel, war nach dem 2:2 im Hinspiel klar: Kein Remis würden einen Copa-Gewinner hervorbringen, beide Teams benötigten einen Sieg." Richtig: Es gibt keine Auswärtstorregel in Südamerikanischen Wettbewerben
Das gilt nur für das Endspiel. Die Auswärtstorregel gab es zwar lange nicht in Südamerika, aber vor einigen Jahren wurde sie dort eingeführt - außer halt für das Endspiel.
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