Vergewaltigungsvorwürfe Neue Details widersprechen Behauptungen von Ronaldos Anwälten

Cristiano Ronaldo wehrt sich gegen Vergewaltigungsvorwürfe. Doch neue Schriftstücke bestätigen nach SPIEGEL-Informationen den Verdacht.

Cristiano Ronaldo
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Neue Details aus der Kommunikation zwischen den Anwälten von Cristiano Ronaldo bestätigen den Verdacht einer Vergewaltigung durch den Fußballprofi im Jahre 2009. Grundlage des Vorwurfs ist ein Dokument, demzufolge Ronaldo gegenüber seinen Anwälten gestanden haben soll, dass er gegen den erklärten Willen der Amerikanerin Kathryn Mayorga in einem Hotel in Las Vegas Sex mit ihr hatte.

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Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, stützen neu aufgetauchte und ausgewertete Mails die Echtheit eines Fragebogens, mit dessen Hilfe Ronaldos Anwälte offenbar herausfinden wollten, was sich in der fraglichen Nacht aus Ronaldos Sicht ereignet hat. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die neuen Schriftstücke erlauben eine minutiöse Rekonstruktion, wer von seinen Anwälten das Dokument zu welchem Zeitpunkt erstellt, bearbeitet und an wen verschickt hat. Darüber hinaus zitiert ein Anwalt in einer Mail direkt aus den Antworten des portugiesischen Nationalspielers im angefügten Fragebogen.

Dem Papier zufolge schildert Ronaldo unter anderem, dass Mayorga mehrfach "Nein" und "Stopp" gesagt und sie sich anschließend bei ihm beschwert habe, dass er sie zum Sex gezwungen habe.

Die Kommunikation zu dem Fragebogen beginnt am 3. August 2009 mit einem 41-seitigen PDF unter dem Titel "Questions for Client" aus der Kanzlei Lavely & Singer in Los Angeles, die am folgenden Tag an einen Strafverteidiger in London und an Ronaldos langjährigen portugiesischen Anwalt Carlos Osório de Castro verschickt wurde. Sie findet ihr vorläufiges Ende am 24. Dezember 2009, als Osório de Castro eine Datei mit dem Titel "TQuestionsvC ENG.doc" an mehrere Anwälte, darunter Lavely & Singer sendet.

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Vergewaltigungsvorwurf gegen Ronaldo: Schlüsseldokumente im Fall Ronaldo vs. Mayorga

Die Unterlagen, anhand derer der SPIEGEL bereits im Frühjahr 2017 über die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ronaldo berichtete, stammen zu großen Teilen von der Enthüllungsplattform Football Leaks.

Cristiano Ronaldo bestreitet die Vergewaltigungsvorwürfe. Zuletzt hatten seine Anwälte behauptet, die Dokumente, aus denen der SPIEGEL zitiert, seien "in wesentlichen Teilen verändert oder komplett gefälscht".

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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