Ermittlungen in Spanien Ronaldo soll 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben

Die Steuerakte Cristiano Ronaldo liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft Madrid. Der Weltfußballer wäre der sechste Spieler, gegen den nach Veröffentlichungen von Football Leaks Anklage erhoben wird.

Cristiano Ronaldo
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Cristiano Ronaldo


Cristiano Ronaldo soll zwischen den Jahren 2011 und 2014 15 Millionen Euro hinterzogen haben. Zu diesem Schluss kommen die spanischen Steuerbehörden, die Ronaldos Steuerakte nun an die Staatsanwaltschaft Madrid übergeben haben. Das meldet die spanische Zeitung "El Mundo", die gemeinsam mit dem SPIEGEL und weiteren Recherchepartnern der European Investigative Collaborations (EIC) Daten der Enthüllungsplattform Football Leaks ausgewertet hat.

Die Strafbehörden werden nun Ermittlungen aufnehmen und entscheiden, ob der Weltfußballer angeklagt wird. 15 Millionen Euro sind fast viermal so viel wie die hinterzogenen Steuern von Lionel Messi. Ronaldos Dauerrivale vom FC Barcelona war zu einer 21-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Das Oberste Gericht Spaniens hat das Urteil am Mittwoch bestätigt.

Ein Sprecher Ronaldos betonte, der Spieler habe zwar nicht alle Steuern bezahlt, aber er habe niemals die Absicht gehabt, zu betrügen. "Ich bin kein Heiliger, aber ich bin auch nicht der Teufel", hatte Ronaldo nach dem Gewinn der spanischen Meisterschaft mit Real Madrid am Sonntag gesagt.

Ronaldo wäre seit Dezember der sechste Fußballstar, gegen den nach den Veröffentlichungen von Football Leaks Anklage erhoben würde. Der SPIEGEL hatte gemeinsam mit dem EIC-Netzwerk unter anderem über Firmengeflechte für Werbeeinnahmen in den Steuerparadiesen Irland und British Virgin Islands berichtet.

Die Fußballer Xabi Alonso und Ángel Di María wurden bereits angeklagt, Ronaldos ehemaliger Teamkamerad Ricardo Carvalho zeigte sich bei den Behörden selbst an. Zudem wirft die spanische Staatsanwaltschaft dem kolumbianischen Stürmer Radamel Falcao vor, 5,6 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Beim Portugiesen Fábio Coentrão geht es um 1,3 Millionen Euro.

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Di Marías Haus war am Dienstag zudem von französischen Behörden durchsucht worden. Am gleichen Tag fand auch eine Razzia in der Vereinszentrale von Paris Saint-Germain statt. Bei den französischen Untersuchungen geht es um Geldwäsche und Steuerhinterziehung eines argentinischen Spielerberater-Rings.

hch



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