Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ronaldo 32 Seiten Anklage

Eine Amerikanerin beschuldigt Cristiano Ronaldo der Vergewaltigung, der Fußballstar dementiert. Neun Jahre nach der folgenreichen Nacht verklagt sie ihn - und sein Helferteam. Jetzt ist die Klage online einsehbar.

Cristiano Ronaldo
Juventus FC via Getty Images

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Ein elektronischer Stempel macht die Klage offiziell: Am 27. September um 17.11 Uhr hat das für Las Vegas zuständige Bezirksgericht in Nevada die Klage gegen Cristiano Ronaldo angenommen. Die US-Amerikanerin Kathryn Mayorga, 34, beschuldigt den ehemaligen Weltfußballer der Vergewaltigung und verklagt ihn und seine Rechtsanwälte unter anderem wegen der Umstände, unter denen sie 2010 eine außergerichtliche Einigung mit ihnen eingegangen ist. Für ihr Schweigen zahlte Ronaldo an Mayorga damals 375.000 Dollar. Die Klage ist nun öffentlich und kann über Gerichts-Datenbanken eingesehen werden.

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Zu Beginn schildert der 32-seitige Klagetext die Vorwürfe Mayorgas und beschreibt ihre Version der Ereignisse in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 2009 in einem Edelhotel in Las Vegas. Anschließend beschreibt Mayorgas Anwalt Leslie Stovall, mit welchen Mitteln Ronaldos Juristen-Team die junge Frau und ihre damalige Anwältin unter Druck gesetzt haben soll.

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Der 32-seitige KlagetextPDF-Größe: 503 kB

Ronaldos Vertreter hatten gegenüber Mayorga und ihrer damaligen Anwältin stets die Sichtweise des Fußballstars vertreten, dass er sie nicht zum Sex gezwungen hätte. In einem Fragebogen, den Ronaldos portugiesische Anwälte im September 2009 offenbar mit ihm durchgingen, heißt es allerdings, Mayorga habe "mehrfach Nein und Stopp gesagt". In einer Version aus dem Dezember 2009 spricht Ronaldo wiederum von einvernehmlichem Sex. In beiden Versionen des Fragebogens wird beschrieben, dass Mayorga ihn mit der Hand befriedigt habe.

Im Video: Der Jurist Leslie M. Stovall über seine Klage

Maria Feck / Der Spiegel

Eine "kriminelle Verschwörung zur Behinderung der strafrechtlichen Verfolgung von Cristiano Ronaldo" wirft Stovall nun der Gegenseite vor. "Die Klägerin war mental nicht fähig und in der Lage, an Verhandlungen zu einer außergerichtlichen Einigung teilzunehmen", schreibt Stovall. Das Team um Ronaldo sei sich dessen bewusst gewesen und habe sich anschließend für den Verhandlungserfolg über die instabile junge Frau gefeiert. Durch die Einschüchterungstaktik von Ronaldos Staranwälten seien seiner Mandantin körperliche und seelische Schäden entstanden. Mayorga leide unter Depressionen und einer posttraumatischen Belastungsstörung.

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Für die traumatischen Folgen, die Mayorga von der mutmaßlichen Vergewaltigung und dem Umgang damit in den folgenden Jahren erlitten haben soll, macht der Anwalt in mehreren Schritten jeweils Schäden in Höhe von mindestens 50.000 Dollar geltend.



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