Halbprofis und Hallenfußballer Dänemark unterliegt mit Not-Elf in der Slowakei

Mit einer improvisierten Nationalmannschaft ist Dänemark zu einem Freundschaftsspiel in der Slowakei angetreten. Das Team verlor, verhinderte jedoch schlimmere Konsequenzen - und entschuldigte sich bei den Gastgebern.

Dänische Ersatz-Nationalmannschaft
AP

Dänische Ersatz-Nationalmannschaft


Nur 0:3 (0:2) verloren, so lautet die Bilanz der dänischen Nationalmannschaft nach ihrem Freundschaftsspiel in der Slowakei. Denn statt der etatmäßigen Nationalspieler trat in Trnava ein kurzfristig zusammengewürfeltes Team an, das zu einem großen Teil aus Futsal- und Zweitligaspielern bestand. Die Treffer für die Slowakei erzielten Adam Nemec (11.) und Albert Rusnak (37.). Außerdem traf der Däne Adam Fogt ins eigene Tor (79.).

Grund für den improvisierten Kader der Dänen war ein Streit des Verbands mit den Auswahlspielern des Landes über deren Verträge. Die Spieler beharrten darauf, auch im Nationaldress individuelle Sponsorenverträge erfüllen zu können, auch wenn diese in Konkurrenz zum Sponsor der Nationalmannschaft stehen. Da der Verband dies nicht mittragen wollte, boten sie an, die Verhandlungen nach dem Testspiel gegen die Slowakei fortzuführen. Der Verband lehnte auch dies ab.

In der Folge der gescheiterten Gespräche blieben nicht nur die Spieler dem Spiel fern, auch Nationaltrainer Age Hareide und sein Assistent Jon Dahl Tomasson bestreikten die Partie in der Slowakei. Um eine Strafe oder sogar den Ausschluss von der kommenden Europameisterschaft zu vermeiden, hatte Interimstrainer John Jensen ein Not-Team zusammengestellt, das zum Spiel antrat.

Nun will der dänische Verband sich entschuldigen und die slowakischen Gastgeber finanziell entschädigen. Denn nachdem bekannt wurde, dass bei dem Testspiel in Bratislava nur eine Not-Elf antritt, wurden die Tickets mit nur einem Euro gehandelt. Die Verluste bei den Einnahmen wollen die Dänen nun kompensieren. Das gab der Verband bekannt.

In Dänemark gehen die Meinungen auseinander - sowohl über das Verhalten und die improvisierte Lösung des Verbands, als auch über den Boykott der Spieler. Der langjährige Nationalcoach Morten Olsen sagte, der Streit sei "unverantwortlich gegenüber allen Fans und Fußball-Liebhabern" gewesen. Es habe genug Zeit bestanden, um eine Lösung zu finden.

tip/dpa



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