Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

BVB-Sieg in der Europa League: Nicht genug, Porto

Von

AFP

Souverän nimmt der BVB die Hürde Porto. Und weil das Spiel so früh entschieden war, hatten alle Beteiligten Zeit, in der Partie Anspielungen für Fußballkenner zu verstecken. Haben Sie alle erkannt?

Ausgangslage des Spiels: Borussia Dortmund kam mit einem 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel. Da verkneift man sich sogar den üblichen Europapokalspruch: "Gefährliches Ergebnis". Der BVB hat einmal in seiner Europacup-Geschichte einen 2:0-Vorsprung verspielt. Irgendwann zu den Zeiten von Aki Schmidt. Und Porto? In der Liga sechs Punkte hinter Sporting. Jenes Sporting, gegen das Bayer Leverkusen soeben 3:1 gewonnen hatte. Jenes Bayer Leverkusen, gegen das Borussia Dortmund soeben 1:0 gewonnen hatte. Einfache Rechnung: Dortmund wird gewinnen.

Ergebnis des Spiels: Dortmund hat gewonnen. 1:0 durch, ja wen eigentlich? Es war wohl der arme, in dieser Szene eher unheilige Iker Casillas mit einem Eigentor.

Die erste Halbzeit: Nach 23 mäßig aufregenden Minuten war das Spiel quasi vorbei. Mit dem 1:0 war Porto erledigt, Briefmarke drauf und ab! Pierre-Emmerick Aubameyang schoss an die Latte, von da prallte der Ball an den Oberschenkel von Torwartdenkmal Iker Casillas und dann ins Tor. Dass der Treffer des BVB nicht hätte zählen sollen, da Aubameyang im Abseits stand, aber trotzdem anerkannt wurde, daran hat sich der geneigte Fußballinteressent bereits gewöhnt. Sogar der gegnerische Trainer bleibt inzwischen ganz ruhig.

Die zweite Halbzeit: Porto, kurz vor der Pause sogar mit zwei guten Torgelegenheiten, verfiel anschließend wieder in den ihnen angemessenen Postbeamtenfußball. Die gelben BVB-Trikots trugen wahrscheinlich ihr Übriges dazu bei. Christian Schwarz-Schilling hätte seinen Spaß an diesem Spiel gehabt. Dass der BVB noch zwei Mal ins Tor traf und beide Treffer wegen Abseits nicht anerkannt wurden, ist eine hübsche Fußnote des Spiels.

Szene des Spiels: Mitte der zweiten Halbzeit stand Portos Vincent Aboubakar allein vorm Tor und versuchte, den Ball per Hacke ins Netz zu befördern. Alle Fußballcineasten und -Historiker waren begeistert. Eine fußballerische Anspielung für die Kenner, eine Hommage an das Europacupfinale 1987. Aber Aboubakar ist dann doch kein Rabah Madjer, und der BVB ist nicht der FC Bayern München. Dortmunds Torwart Roman Bürki fing den Ball problemlos ab.

Fotostrecke

7  Bilder
Dortmund siegt in Porto: Lockerer Ausflug in die Drachenhöhle
Spieler des Spiels: Nuri Sahin. Einfach weil es eine Freude ist, diesen begabten Fußballer nach so langer Verletzungszeit mal wieder spielen zu sehen. Sein Auftritt in Porto hätte allerdings kurz ausfallen können. Nach der Pause eingewechselt, beging er ein rotwürdiges Nigel-de-Jong-Gedächtnis-Foul, das der gnädige Schiedsrichter mit einer Nigel-de-Jong-Gedächtnis-Gelben-Karte bedachte. Sicherlich war auch all dies nur eine Anspielung, eine Hommage aller Beteiligten an Iker Casillas. Der in jenem Spiel 2010, als de Jong im WM-Finale Spaniens Xabi Alonso ähnlich niederstreckte, Weltmeister wurde.

Duell des Spiels: Henrich Mchitarjan gegen den Pfosten. Die nächste Hommage an Casillas. Vor zwei Jahren gegen Real Madrid mit Casillas im Tor schoss der Armenier den Ball ebenfalls an den Pfosten und sorgte damit dafür, dass der BVB in der Champions League an den Spaniern scheiterte. Jetzt stellte er die Szene in der 90. Minute nach. Extrem lässig.

Heiliger des Spiels: Das 156. Europapokalspiel von San Iker. Man stelle sich vor, es war das letzte. Es ist sogar möglich.

Tier des Spiels: Porto trägt den Drachen im Vereinswappen. Aber was das Team so ablieferte, war eher Smaugs Einöde.

Erkenntnis des Spiels: Eines Tages wird ein Schiedsrichter auch mal wieder etwas Entscheidendes und Ungerechtes gegen den BVB pfeifen. Schließlich ist die Bundesliga-Partie gegen den FC Bayern nicht mehr fern.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
eulenspiegel_der_narr 26.02.2016
humorvoll aufs Wesentliche beschränkt. Es ist z.Z. mit Genuss verbunden, BVB Fan zu sein.
2. Hahaha
jakopp.auckstayn 26.02.2016
Gut geschrieben,Peter Ahrens
3. das hat sich bis porto
leja1900 26.02.2016
rumgesprochen, dass der bvb zu 12 spielt. man kann mal glück haben, aber so geht der fussball kaputt. deshalb war auch das stadion so leer oder es lag an dem fussballerischen interessanten los bvb. nach 15 min und fasteinschlafen schnell zum esc umgeschaltet. und dafür trifft man sich mit freunden zum einem europacupabend. dank an augsburg und liverpool , da hat sich das kommen zumindest gelohnt.
4. Haha ...
ozoli 26.02.2016
... geiler Artikel, habe selten so gelacht. Heja BVB!
5.
Boesor 26.02.2016
Hmmm, es sind feine Unterschiede zwischen Witz und Polemik, zwischen angemessen und überzogen. Ich nehme an der Bericht ist für Ingolstädter und Leverkusener verfasst worden...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Tabellen


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: