Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 20. Spieltags

Trotz des Siegs über die Bayern steht kein Leverkusener in unserer Topelf der Woche. Dafür haben es drei Augsburger, zwei Gladbacher und zwei Leipziger geschafft.

Gladbachs Matthias Ginter
DPA

Gladbachs Matthias Ginter

Von Tobias Escher


In Mönchengladbach gibt es dieser Tage ein Tabu-Wort: Meisterschaft. Über dieses Thema möchte kein Verantwortlicher der Borussia sprechen - und das, obwohl sie nach dem 2:0-Sieg beim FC Schalke auf Rang zwei der Liga stehen. Sieben Punkte trennen sie von Borussia Dortmund. Angesichts dieses Rückstands wäre es vermessen, ein Meisterschaftsrennen auszurufen.

In Gladbach ist man wohl auch ohne Blick auf die Tabellenspitze stolz auf das Erreichte. Nach zwei schweren Jahren ist der Klub wieder auf Champions-League-Kurs. Das Team von Trainer Dieter Hecking ist spielstärker als in den vergangenen Jahren. Gegen Schalke spielte Gladbach die eigene Überzahl cool aus. Wie ein Spitzenteam.

Was ist der SPIX?
    SPIEGEL ONLINE hat ein Instrument entwickelt, um die Leistung von Fußballern auch jenseits von persönlichen Eindrücken zu bewerten: den SPIX. Er basiert allein auf Spieldaten. In die Berechnung fließen die individuelle Leistung sowie die seiner Mannschaft ein. Das Besondere: Der SPIX erfasst Daten nicht einfach nur, er beurteilt ihre Relevanz und Qualität direkt mit. Details zum Modell finden Sie hier:
  • Neue Spielernoten bei SPIEGEL ONLINE: Die Vermessung der Bundesliga

Jonas Hofmann, Tobias Strobl, Matthias Ginter: Viele Gladbacher haben ein höheres Leistungsniveau erreicht in dieser Saison. Dies spiegelt sich auch in unserer Topelf der Woche wieder, in der Gladbach zwei Spieler stellt. Bei der Anzahl an Nominierungen muss sich die Borussia (20mal) in dieser Saison nur Dortmund (25mal) und den Bayern (37mal) geschlagen geben.

Den Auftakt zu unserer Elf der Woche macht Wolfsburgs Keeper Koen Casteels. Das Spiel zwischen dem VfL und Hertha BSC dürfte kaum in die Geschichte der Bundesliga eingehen. Der 1:0-Erfolg der Wölfe war ein zäher Kampf, es gab kaum Torgelegenheiten. Casteels bekam nicht viele Schüsse zu halten, viermal musste er eingreifen. Hierunter waren aber drei Paraden der höchsten Kategorie. Er hielt den Wolfsburgern den Sieg fest.

Bester Verteidiger des Spieltags war Rani Khedira. Vor den Augen seiner Familie - seine Brüder Sami und Denny weilten im Stadion - war er maßgeblich beteiligt am Augsburger 3:0-Erfolg gegen Mainz. Vier gegnerische Pässe fing er ab, fünf Bälle klärte er. Gladbachs Ginter konnte nicht ganz so hohe Defensivwerte vorweisen, überzeugte aber als Ballverteiler: 93 Prozent seiner Pässe kamen an, er legte sogar einen Torschuss auf. Damit lässt er sogar Leipzigs Doppel-Torschütze Willy Orban hinter sich.

Konstantinos Stafylidis feiert ein Comeback der besonderen Art. Kein einziges Pflichtspiel hat der Linksverteidiger im Jahr 2018 für den FC Augsburg bestritten, was nicht nur an Verletzungen und einer (wenig fruchtbaren) Leihe zu Stoke lag. Stafylidis stand in Augsburg auf dem Abstiegsgleis. 2019 meldet er sich zurück. Mit starken Leistungen verdrängte er Philipp Max aus der ersten Elf - und schaffte prompt den Sprung in die Topelf. Den zweithöchsten SPIX auf der Außenverteidiger-Position erzielte Leipzigs Marcel Halstenberg. Er erzielte beim Leipziger 3:0-Erfolg in Hannover ein Tor per Elfmeter und bereitete ein weiteres vor.

Freiburgs Janik Haberer gehört zu den eher unscheinbaren Bundesliga-Spielern. Seine erste Nominierung für die Topelf verdankt er seiner Offensivstärke: Beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart erzielte Haberer den Treffer zum 1:0, später legte er zwei weitere Großchancen auf. Zudem erzielte er starke Defensivwerte: Haberer eroberte neun zweite Bälle und fing fünf gegnerische Pässe ab.

Trotz des 3:1-Erfolgs über die Bayern hat kein einziger Leverkusener den Sprung in die Topelf geschafft. Dazu stand Bayer defensiv nicht sattelfest genug, ließ zu viele Torschüsse zu. Dafür steht ein Münchener in der Elf desTages: Thomas Müller steht zum fünften Mal in dieser Saison in der Elf der Woche, zieht damit bei der Anzahl der Nominierungen gleich mit seinem Teamkollegen Thiago. Müller bereitete ganze vier Torschüsse vor, mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. Stuttgarts Daniel Didavi wiederum steht hauptsächlich aus einem Grund in der Topelf: Ihm gelang gegen Freiburg der Treffer zum 2:1.

Marcel Sabitzer dürfte Thomas Doll noch länger Albträume bereiten. Der Österreicher war einer der Gründe, warum Dolls Debüt bei Hannover 96 schiefging. Sabitzer war an fast allen Offensivaktionen der Leipziger beteiligt. Drei Torchancen bereitete er vor, ebenso oft schloss er selbst ab. Dass Sabitzer ohne Torbeteiligung blieb, lag einzig an der guten Leistung von Hannovers Keeper Michael Esser.

Eigentlich ist Thorgan Hazard gar kein Stürmer. Gladbachs Spielsystem ist in dieser Saison jedoch so ausgelegt, dass die drei vordersten Akteure ständig die Positionen tauschen. So taucht der nominelle Linksaußen häufig im Sturmzentrum auf - und kommt dadurch in gute Schusspositionen. Unser SPIX wertet ihn durch seine Positionierung zumeist als Stürmer. Beim 2:0 auf Schalke trat er diesmal nicht als Torjäger, sondern als Vorbereiter in Erscheinung. Hazard legte beide Gladbacher Treffer auf. An seiner Seite stürmt Augsburgs Dreifach-Torschütze Alfred Finnbogason.

insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Küstenfreund 04.02.2019
1.
Wieso hat Alexander Nübel (Torwart) zwei Gegentore? Zum Zeitpunkt als die Tore fielen, hat er schon längst wegen einer roten Karte den Platz verlassen.
mvaugusta8 04.02.2019
2. ...ohne menschliches Korrektiv leider wenig geeignet
Ein Kimmich, T. Adams oder Witsel spielen hier im offensiven Mittelfeld und konkurrieren bei Spon mit einem Jovic oder Demirbay, welche eine ganz andere Position bekleiden. Nur weil einige Spieler nicht die ganze Zeit 100% positionsgetreu spielen bzw. in bestimmten Situationen mit aufrücken, mutieren sie nicht automatisch zu einem Stürmer oder offensiven Mittelfeldspieler. Zudem sind einige Benotungen recht abenteuerlich. Ein Kimmich, der im Mittelfeld kein Land gesehen hat und einer der größten Schwachpunkte im Bayernspiel war, rangiert meilenweit vor einem soliden Arnold oder Zakaria?
inge-p.1 05.02.2019
3. Ich habe es so gehofft ...
... und der "Unverkäufliche" schafft es wieder. Ich glaube, sollte der einmal 90 Minuten durchspielen, platzt der SPIX-Computer. Dann bekommt der 169, 200 oder gar 250 Punkte. Ist eben der weltallbeste Spieler.
topfgugger 05.02.2019
4. Die Hoffnung stirbt zuletzt, ...
… aber machen Sie sich nichts draus, Bayern hat verloren, das sollte doch für Sie viel wichtiger als diese Spix-Rangliste sein, die Sie ja nach Ihrer eigenen Aussage sowieso nicht verstehen. Apropos Verstehen, Fussball, oh sorry, damit wollte ich Sie nicht belästigen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.