Dauerkarten-Rekord Fans rennen Bundesliga-Clubs die Bude ein

Rezession hin, Depression her. Die Fußballfans lassen sich von der schlechten Wirtschaftslage nicht verdrießen. Oder suchen sie gerade jetzt in den Stadien Ablenkung von der Tristesse? Eines steht schon vor dem Saisonstart fest: Noch nie wurden soviele Dauerkarten für die Bundesliga verkauft wie diese Spielzeit.


Volle Hütte: Dortmunder Westfalenstadion
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Volle Hütte: Dortmunder Westfalenstadion

Hamburg - Die Schatzmeister der 18 Bundesliga-Clubs dürfen sich zur Abwechslung mal über eine gute Nachricht freuen. Die Fans ordern vor dem Start in die 41. Saison Dauerkarten wie noch nie. Mit 332.650 Jahrestickets wurde der zwei Jahre alte Rekord (knapp 330.000) übertroffen, obwohl der Vorverkauf bei den meisten Vereinen noch nicht beendet ist.

Damit haben die Erstligisten noch vor dem Anpfiff zur neuen Spielzeit am Freitag nächster Woche - das Eröffnungsspiel bestreiten Meister FC Bayern und Aufsteiger Eintracht Frankfurt - schon 5,65 Millionen Zuschauer und die damit verbundenen Einnahmen sicher.

Besonders breit ist das Grinsen im Gesicht der Kassenwarte in Dortmund und Gelsenkirchen: Die Schwarz-Gelben konnten bereits 49.000 Jahresbillets absetzen, der blau-weiße Erzrivale schaffte immerhin 42.100. Die beiden Ruhrpottvereine übertrafen damit schon jetzt ihre bisherigen Bestmarken.

Rostock auf dem letzten Platz

Branchenprimus Dortmund peilt bis zum ersten Heimspiel eine Zahl von über 50.000 verkauften Dauerkarten an. Mit 83.000 Plätzen ist das Westfalenstadion die größte Spielstätte vor dem Münchner Olympiastadion (69.000 Zuschauer) und der Arena "Auf Schalke" mit 61.010 Plätzen. Drei Bundesligisten (Frankfurt, Berlin und Hannover) haben nur eine reduzierte Platzkapazität, da die Stadien derzeit umgebaut werden.

Während Schalke und der BVB zusammen genommen mehr als ein Viertel aller bundesligaweit verkauften Dauerkarten überhaupt abgesetzt haben, geht es bei anderen Clubs etwas ruhiger zu. Aber nur drei Vereine scheiterten bisher an der 10.000er-Hürde: Wolfsburg (7500), obwohl der VfL einen neuen Vereinsrekord aufgestellt hat, Bochum (6000) und Rostock (4550) belegen die Abstiegsplätze.

Den größten absoluten wie prozentualen Zuwachs konnte der 1. FC Köln verbuchen: 20.000 Fans wollen alle Heimspiele des Bundesliga-Rückkehrers sehen. Vergangene Spielzeit hatten dazu nur 14.500 Lust - da spielten die Rheinländer allerdings auch in der zweiten Liga.



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