Depression in Osnabrück VfL feuert Trainer Pagelsdorf

Zweitliga-Schlusslicht VfL Osnabrück hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Frank Pagelsdorf getrennt. Der Aufsteiger zog damit Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt, die zuletzt in einem blamablen Auftritt bei der SpVgg Unterhaching gipfelte. Als Nachfolger ist der frühere VfL-Spieler Claus-Dieter Wollitz im Gespräch.


Entlassener Frank Pagelsdorf: "An der Bremer Brücke stets willkommen"
DDP

Entlassener Frank Pagelsdorf: "An der Bremer Brücke stets willkommen"

Osnabrück - "Beide Seiten legen Wert auf die Feststellung, dass die bisherige Zusammenarbeit fair und partnerschaftlich verlaufen ist. Herr Pagelsdorf wird auch künftig an der Bremer Brücke stets willkommen sein", verdeutlichte der VfL über eine Pressemitteilung, dass die Trennung ohne größeren Twist über die Bühne gegangen ist. Pagelsdorf soll für den Rest der Saison sogar auf die ihm zustehenden Bezüge verzichten.

Als Nachfolger ist der ehemalige VfL-Spielmacher Claus-Dieter "Pele" Wollitz im Gespräch. Wollitz trainierte in dieser Saison den Drittligisten KFC Uerdingen, der in der Regionalliga Nord auf dem achten Platz rangiert.

Die Unzufriedenheit mit Pagelsdorf, der die Mannschaft zu Saisonbeginn übernommen hatte, kulminierte nach der 1:2-Niederlage beim Mitaufsteiger SpVgg. Unterhaching. „Wir steigen verdientermaßen ab. Wer jetzt noch vom Klassenerhalt redet, macht sicher lächerlich", erklärte Vize-Präsident Dieter Prütz.

In einer ersten Reaktion stellte sich VfL-Kapitän Joe Enochs vor seinen ehemaligen Trainer. „Pagelsdorf ist nichts vorzuwerfen, letztendlich sind die Spieler verantwortlich. Die Mannschaft hat gegen sich selbst gespielt", kritisierte der ehemalige US-Nationalspieler.

Zum Verhängnis wurde Pagelsdorf in erster Linie die katastrophale Auswärtsbilanz seiner Schützlinge. Seit 13 Spielen sind die Osnabrücker auf fremden Plätzen sieglos, insgesamt schoss das Team auswärts überhaupt nur sechs Tore.

Pagelsdorf ist der neunte Coach in der laufenden Zweitliga-Saison, der vorzeitig seinen Stuhl räumte. In der Geschichte des Fußball-Unterhauses wurden insgesamt 293 Trainer gewechselt.



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