Von Benjamin Reister
Hamburg - Es sind Zahlen, die den FC Bayern in höchste Alarmbereitschaft versetzten dürften. Mit dem 3:1 gegen Sporting Gijón erhöhte Real Madrid sein Torekonto in der Primera División auf 107 Treffer in 33 Spielen und stellte damit die selbst gehaltene Liga-Bestmarke aus dem Jahr 1990 ein. Zum Vergleich: Die Bayern kommen in der Bundesliga nach 31 Spielen auf 69 Tore. Der eindrucksvolle Schnitt der Spanier von 3,2 Treffern pro Partie ließ Bayern-Trainer Jupp Heynckes bereits vor der "Angriffsmaschine" aus Madrid warnen.
Eine Warnung, die seine Mannschaft vor dem Duell am Abend offenbar erreicht hat (Anpfiff 20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, im Free TV bei Sat1). Real sei "der schwerste Gegner der Saison", sagte Toni Kroos trotz der zwei Bundesliga-Niederlagen in dieser Spielzeit gegen Borussia Dortmund. Dabei müssen die Münchner laut dem Mittelfeldspieler vor allem das zuletzt "zu behäbige und langsame Aufbauspiel" verbessern, um gegen Madrid bestehen zu können.
Doch auch Kroos weiß, dass in erster Linie die Bayern-Defensive gegen die "Königlichen" ihr Meisterstück abliefern muss, um den Traum vom Endspiel am 19. Mai im heimischen Stadion am Leben zu halten. Die eindrucksvoll besetzte Offensivreihe von Real mit Kaká, Mesut Özil, Karim Benzema und allen voran Cristiano Ronaldo dürfte die junge Abwehrformation der Bayern vor neue Herausforderungen stellen. Allein Ronaldo hat in der spanischen Liga bereits 41 Saisontreffer erzielt und damit seinen eigenen Torrekord verbessert.
Lahm ohne Angst vor Ronaldo
Beim FC Bayern ist man sich vielmehr sicher, dass nicht einzelne Namen, sondern die Einstellung die Begegnung entscheiden wird. "Gegen Real Madrid wird die Mentalität entscheiden", sagte Bastian Schweinsteiger. Und für seinen Teamkollegen Arjen Robben ist klar: "Wir werden mit Herz und Leidenschaft auftreten."
Dabei können sich die Bayern trotz der zuletzt etwas schwächeren Leistungen sicher sein, dass auch Real Ehrfurcht empfindet. Dafür sorgt auch die positive Bilanz, die den Münchnern in Madrid den Spitznamen "Bestia negra", "schwarze Bestie" einbrachte. Bereits viermal traf Real im Halbfinale der Königsklasse schon auf München (1976, 1987, 2000, 2001), dreimal kam der Bundesligist weiter.
Wer wird das fünfte Aufeinandertreffen im Halbfinale entscheiden? Real-Torjäger Cristiano Ronaldo? Die deutschen Nationalspieler Özil und Sami Kehdira in Diensten von Madrid? Oder doch die Bayern-Offensive aus Mario Gomez, Franck Ribéry und Arjen Robben?
Hier geht es zum Mann-gegen-Mann-Vergleich für das Duell zwischen Real Madrid und dem FC Bayern München.
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