Aufstieg in die zweite Liga: Die wunderbare Geschichte des SV Sandhausen

Es ist die "Sensation von Sandhausen": Der kleinste Profi-Club Deutschlands spielt in der kommenden Saison erstmals in der 2. Fußball-Bundesliga. In der 14.500-Seelen-Gemeinde herrscht Ausnahmezustand, auf den Verein kommt aber viel Arbeit zu.

Aufstieg in die 2. Liga: "Eine wunderbare Geschichte" Fotos
DPA

Hamburg - Zwei Spieltage vor Saisonende steht der erste Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest: Der SV Sandhausen. Es ist eine Premiere für den Verein aus der 14.500-Einwohner Gemeinde in der Nähe von Heidelberg - und ein kleines Fußball-Wunder. Bei Spielern und Verantwortlichen herrschte nach dem 2:1 (1:0)-Sieg gegen Preußen Münster Ausnahmezustand. "Das ist einfach sensationell, eine wunderbare Geschichte", sagte Trainer Gerd Dais. Vereinspräsident Jürgen Machmeier stimmte ein: "Es ist perfekt".

Der Bauunternehmer hat maßgeblichen Anteil am Aufstieg. Seit 13 Jahren steht Machmeier dem mit 700 Mitgliedern kleinsten deutschen Profi-Club vor. Als der SV Sandhausen im vergangenen Jahr beinahe in die Regionalliga abgestiegen wäre, dachte er erstmals daran, aufzuhören. Machmeier entließ die Trainer Frank Leicht und Pavel Dotchev - und holte Dais zurück, den ein Jahr zuvor beurlaubt hatte.

Der frühere Profi des Karlsruher SC und SV Waldhof Mannheim richtete die Mannschaft defensiver aus, setzte dafür sogar Top-Torjäger Regis Dorn auf die Bank. Der Erfolg stellte sich schnell ein: In mittlerweile 50 Spielen holte Sandhausen unter dem neuen alten Coach 91 Punkte. "Wenn einer das System SV Sandhausen kennt, dann ist es Gerd Dais", sagte Ronny Zimmermann, Präsident des Badischen Fußbball-Verbands.

Stadion wird mit 12.100 Plätzen zweitligatauglich

Der 48 Jahre alte Dais hatte Sandhausen bereits 2005 in die Regionalliga und ein Jahr später in die neu gegründete Dritte Liga geführt. "Die Zweite Liga ist ein Quantensprung für den Verein und die Gemeinde Sandhausen", sagte er. "Die richtige Arbeit kommt jetzt erst auf uns zu."

Gleich nach dem letzten Saisonspiel am 5. Mai gegen Heidenheim soll der Verein zweitligatauglich gemacht werden: Das Fassungsvermögen des vereinseigenen Hardtwaldstadions wird von 10.200 auf 12.100 Zuschauer erhöht, eine Rasenheizung eingebaut. 18 Spieler aus dem aktuellen Kader werden weiter für Sandhausen auflaufen, fünf bis sechs Neuzugänge sollen hinzukommen.

psk/dpa

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neejah 22.04.2012
Zitat von sysopEs ist die "Sensation von Sandhausen": Der kleinste Profi-Club Deutschlands spielt in der kommenden Saison erstmals in der 2. Fußball-Bundesliga. In der 14.500-Seelen-Gemeinde herrscht Ausnahmezustand, auf den Verein kommt aber viel Arbeit zu. Aufstieg in die*zweite Liga: Die wunderbare Geschichte des SV Sandhausen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,829005,00.html)
Der SVS wird immer ein kleiner Verein bleiben, trotz der hervorragenden Arbeit von Dais. Das Umfeld, vor allem das Management, besteht im Gegensatz zum Trainer und einigen Spielern leider nicht aus zweitligareifen Persönlichkeiten. Machtgehabe und Größenwahn werden einer nachhaltigen Etablierung im Wege stehen. Ich wage die kühne Prognose, dass der SV ein zweites Hoffenheim wird. Im Erfolgsfalle volles Stadion, danach verabschieden sich aber die Schönwetterfans wieder. So wars immer am Hardtwald, so wirds immer bleiben... Und der Trainer wird dann auch wieder gehen müssen. Trotzdem viel Erfolg!
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