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Derby-Boykott Dortmunder Fans: BVB-Coach Klopp heizt Stimmung an

Von Frieder Schilling

Schalke gegen Dortmund - ein Klassiker der Bundesliga. Knapp zwei Wochen vor der nächsten Auflage gibt es Ärger. BVB-Fans wollen das Spiel boykottieren und damit gegen Schalkes Preispolitik demonstrieren. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp trägt seinen Teil zur Rivalität bei.

Dortmunds Trainer Klopp: Sympathie für den Boykottaufruf Zur Großansicht
REUTERS

Dortmunds Trainer Klopp: Sympathie für den Boykottaufruf

Hamburg - 13 Tage sind es noch bis zum Derby-Sonntag in der Bundesliga. Am 19. September werden dann der Hamburger SV und der FC St. Pauli aufeinandertreffen sowie Schalke 04 und Borussia Dortmund. Bei allen vier Vereinen fiebert man den Spielen entgegen, sowohl in Hamburg als auch in Gelsenkirchen bereiten sich Clubs und Behörden auf die Partien vor. Wichtigstes Thema der vergangenen Tage im Revier: Einige BVB-Fanclubs haben angekündigt, das Derby "mit allen Konsequenzen" zu boykottieren.

Laut eines offenen Briefes auf der Internetseite des Fanzines "Schwatz-Gelb" haben einige Fanclubs bereits darauf verzichtet, das ihnen zustehende Kartenkontingent abzurufen. Andere wiederrum würden ihre bereits erworbenen Tickets zurückgeben. Grund des Verzichts: die Preispolitik des FC Schalke 04. Die Dortmunder Fans kritisieren die ihrer Meinung nach zu hohen Ticketpreise für das Derby. Unter dem Motto "Kein Zwanni für nen Steher" kündigten sie weitere Aktionen an.

Auch Borussia Dortmund kritisiert den Rivalen: "Ich finde es gut, dass unsere Leute nicht hingehen, um Klaas-Jan Huntelaar zu finanzieren" sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp der "Bild"-Zeitung. Pressesprecher Josef Schneck sagte SPIEGEL ONLINE, es sei schon "eine ungewöhnliche Preiserhöhung für ein Einzelspiel". Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim-Watzke äußerte "Verständnis für unsere Fans", machte aber auch deutlich, dass die Preispolitik Sache der Schalker sei.

Top-Zuschläge sind in der Bundesliga üblich

Dort zeigt man sich entspannt. "Wir haben das in der Bundesliga übliche System der Top-Zuschläge übernommen", sagte Finanzvorstand Peter Peters der "Bild"-Zeitung. "Und wir haben uns auch nicht darüber beschwert, dass der BVB schon seit Jahren einen Top-Zuschlag für das Derby erhebt." Nach Angaben des Vereins ist das günstigste Ticket auf Schalke allgemein von 13 auf 15 Euro erhöht worden. Dazu käme ein Top-Zuschlag von fünf Euro für die Partie gegen den BVB und die üblichen zehn Prozent Vorverkaufsgebühr.

Ungewöhnlich sind Top-Zuschläge in der Bundesliga nicht. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es bei allen Clubs verschiedene Preiskategorien für verschiedene Gegner. So hat beispielsweise der HSV seine Preise in vier Kategorien aufgeteilt, vom A-Spiel bis zum D-Spiel. Beim A-Spiel kostet die günstigste Stehplatzkarte für Vollzahler 19 Euro. 2008 beim Derby gegen Bremen mussten die Werder-Fans mindestens 22 Euro zahlen, ein Sitzplatz kostete bis zu 97 Euro pro Karte. "Dieses Spiel zählt zu den absoluten Höhepunkten der Saison", sagte HSV-Aufsichtsratsvorsitzender Horst Becker damals, "ich halte es für richtig, dass man die Preise in so einem Ausnahmefall entsprechend hoch ansetzt."

Im Vergleich der europäischen Top-Ligen gehören Bundesliga-Tickets zu den preiswertesten. Bei Manchester United beispielsweise muss der Fan mindestens 32 Euro zahlen, gleiches gilt für den, der am kommenden Wochenende den FC Barcelona gegen Aufsteiger Hercules Alicante sehen möchte.

Wie viele BVB-Fans letztendlich tatsächlich das Spiel auf Schalke boykottieren werden, ist unklar. Die "Bild"-Zeitung schreibt von "mehr als 4000". BVB-Pressesprecher Schneck sagt, es sei schwer einzuschätzen, "wie groß mögliche Lücken werden könnten". Er bestätigte die Angaben der Fanclubs, dass der Verein bereits verkaufte Tickets zurücknehmen werde. In den freien Verkauf würden diese jedoch nicht gehen, da man schwer einschätzen könne, wer diese erwerben würde.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
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1. Nicht richtig recherchiert
ibanez 06.09.2010
Die Stimmung vor dem Derby wird auch durch unvollständige Berichterstattung angeheizt. Im Artikel heißt es, "BVB-Fans wollen (...) gegen Schalkes Preispolitik demonstrieren". Dies stimmt nur zum Teil. Im offenen Brief auf Schwatzgelb.de heißt es hierzu: "Es geht hier ausdrücklich nicht um eine Aktion gegen Gelsenkirchen (deren Fans die Problematik ebenso betrifft), sondern gegen eine langfristige Entwicklung, die dem Fußball insgesamt schadet. Wir sehen den Derbyboykott deshalb auch nur als Auftakt weiterer zukünftiger Aktionen unter dem Motto „Kein Zwanni für nen Steher". Langfristiges Ziel sind faire Eintrittspreise für alle Fans in allen Stadien." Gruß - Ibanez -
2. Heuchler !
Hythlodeus 06.09.2010
Es its zum Kringeln.. Der Verein , der über den Rand der Pleite durch eigenes Missmagement und exorbitante Tarnsfers/Gehälter ( Amoroso z.B. ) hinaus war, spukt große Töne. Ohne tatkräftige Hilfe aus der Staátskanzlei in Düsseldorf und dem Finanzministerium NRW gäbe es den BVB nicht mehr. Das ist der Fakt.
3. Klopp, BVB und die BVB-Fans sind an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten!
schalker04 06.09.2010
Mal völlig unabhängig davon, dass die BVB-Fans auf Schalke ohnhin noch nie zu hören waren (anders als Schalker umgekehrt in Dortmund) und in ihrem Gästesitzplatzbereich auch in der Vergangenheit oft mehr Schalker als Dortmunder saßen und deshalb der Boykott gar nicht zu merken sein wird beim kommenden Derby: Offenkundig misst auch Klopp der eigenen Fanunterstützung auf Schalke (zu recht!) überhaupt keine Bedeutung bei. Die Aktion der BVB-Fans ist zudem an Scheinheiligkeit nun wirklich nicht mehr zu überbieten. Nur einmal so zur Info: Schon seit Jahren zahlt man als Schalkefan für einen Stehplatz in Dortmund knapp 20 Euro, während die BVB-Fans auf Schalke schon seit Jahren zum Spottpreis ihren Verein unterstützen konnten. Nun verlangt also Schalke das erste Mal etwas mehr als Dortmund umgekehrt, was umgekehrt schon seit Jahren so (okay?) war. Übrigens der BVB verlang nicht nur schon länger höhere Preise, er erhebt auch bei mehr anderen Spielen sog. Topzuschläge als Schalke das tut. Warum eigentlich beschwert sich kein BVB-Fan über die viel extremere Ticketabzocke des eigenen Vereins, der den Erwerb eines Tickets für das (begehrte) Spiel gegen den FC Bayern an den Kauf (Bedingung) eines weiteren Tickets gegen (das nicht so attraktive) Lautern koppelt hat: "Meisterpaket" nennt sich das in Dortmund, aber meisterlich daran ist lediglich die Abzocke der Zuschauer. Ich bin schon jetzt mal gespannt, wie der BVB sein Ticketpaket gegen die Nr. 1 im Pott Schalke in der Rückrunde nennen wird (richtigerwiese "Nr. 1 im Pot-Paket"). Und warum eigentlich hat sich z.B. bisher noch kein Dortmunder über die schon seit Jahren noch höheren (höher als die jetzigen Schalker Preise) Kartenpreise bei anderen Vereinen (z.B. in Hamburg) beschwert? Spätestens wenn man sich diese Frage stellt wird klar, dass es bei der jetzigen - (natürlich) öffentlichkeitswirksamen - Aktion alleine darum geht Schalke mit Dreck zu bewerfen. Und - wie gewohnt - springt die Presse (zu ihr gehören auch die vermeintlich seriösen Agenturen) sehr gerne darauf an, anstatt gerade diese Aktion einmal zu hinterfragen und die Scheinheiligkeit der BVB-Fans und des BVB offen zu legen. Dazu würde es schon reichen den aktuellen Kartenvorverkauf des BVB gegen Bayern München zu betrachten, wo höhere Preise als auf Schalke verlangt werden und es zudem eine Koppelungsaktion (o.g. sog. "Meisterpaket" gab. Keine Frage: Es gibt aus meiner Sicht sehr gute Argumente und ein berechtigtes Interesse aller Fans aller Vereine sich vehement gegen all die unverschämten Ticketpreiserhöhungen zu wehren. Aber die jetzige Aktion der BVB-Fans ist lächerlich, geradezu pharisäerhaft, weil sie ganz offensichtlich nur Schalke in ein schlechtes Licht rücken soll. Sie ist mitnichten ehrlich gemeint und schon deshalb deshalb völlig kontraproduktiv für das Ziel aller Fans (Schalker und Dortmunder) sich gegen Ticketabzocke der Vereine zu wehren. Die wahre Abzocke findet nämlich woanders statt: Wie schon erwähnt in Dortmund mit dem o.g. "Meisterpaket" und in der Rückrunde dann ganz bestimmt gegen Schalke mit dem "Nr. 1 im Pott-Paket". Und bei uns auf Schalke bei den Champions League-Spielen und durch die neue ungerechte Blockeinteilung in der Veltins-Arena, und am meisten bei Schalker Auswärtsspielen, wo überall die heimischen Vereine Topzuschläge verlangen. Mit Topzuschlägen sind die BVB-Fans - wenig schmeichelhaft! - offenkundig nur auf Schalke konfrontiert (und können sich mithin glücklich schätzen!)...
4. Haben
Hovac 06.09.2010
der BVB und Schalke überhaupt noch einen so großen Einfluß auf die Ticketpreise? Dortmund gehört das Stadion wegen persönlicherer Bereicherung einiger weniger ja nur noch zu einem sehr geringen Anteil, Schalke hat es doch nie selbst gehört. So einfach ist es nicht, das hätten sich die Vereine früher überlegen müßen, als sie kurzfristige Saisoneerfolge und eigennützige Manager haben wollten.
5. .
Kanzla87 06.09.2010
Zitat von schalker04Mal völlig unabhängig davon, dass die BVB-Fans auf Schalke ohnhin noch nie zu hören waren (anders als Schalker umgekehrt in Dortmund) und in ihrem Gästesitzplatzbereich auch in der Vergangenheit oft mehr Schalker als Dortmunder saßen und deshalb der Boykott gar nicht zu merken sein wird beim kommenden Derby: Offenkundig misst auch Klopp der eigenen Fanunterstützung auf Schalke (zu recht!) überhaupt keine Bedeutung bei. Die Aktion der BVB-Fans ist zudem an Scheinheiligkeit nun wirklich nicht mehr zu überbieten. Nur einmal so zur Info: Schon seit Jahren zahlt man als Schalkefan für einen Stehplatz in Dortmund knapp 20 Euro, während die BVB-Fans auf Schalke schon seit Jahren zum Spottpreis ihren Verein unterstützen konnten. Nun verlangt also Schalke das erste Mal etwas mehr als Dortmund umgekehrt, was umgekehrt schon seit Jahren so (okay?) war. Übrigens der BVB verlang nicht nur schon länger höhere Preise, er erhebt auch bei mehr anderen Spielen sog. Topzuschläge als Schalke das tut. Warum eigentlich beschwert sich kein BVB-Fan über die viel extremere Ticketabzocke des eigenen Vereins, der den Erwerb eines Tickets für das (begehrte) Spiel gegen den FC Bayern an den Kauf (Bedingung) eines weiteren Tickets gegen (das nicht so attraktive) Lautern koppelt hat: "Meisterpaket" nennt sich das in Dortmund, aber meisterlich daran ist lediglich die Abzocke der Zuschauer. Ich bin schon jetzt mal gespannt, wie der BVB sein Ticketpaket gegen die Nr. 1 im Pott Schalke in der Rückrunde nennen wird (richtigerwiese "Nr. 1 im Pot-Paket"). Und warum eigentlich hat sich z.B. bisher noch kein Dortmunder über die schon seit Jahren noch höheren (höher als die jetzigen Schalker Preise) Kartenpreise bei anderen Vereinen (z.B. in Hamburg) beschwert? Spätestens wenn man sich diese Frage stellt wird klar, dass es bei der jetzigen - (natürlich) öffentlichkeitswirksamen - Aktion alleine darum geht Schalke mit Dreck zu bewerfen. Und - wie gewohnt - springt die Presse (zu ihr gehören auch die vermeintlich seriösen Agenturen) sehr gerne darauf an, anstatt gerade diese Aktion einmal zu hinterfragen und die Scheinheiligkeit der BVB-Fans und des BVB offen zu legen. Dazu würde es schon reichen den aktuellen Kartenvorverkauf des BVB gegen Bayern München zu betrachten, wo höhere Preise als auf Schalke verlangt werden und es zudem eine Koppelungsaktion (o.g. sog. "Meisterpaket" gab. Keine Frage: Es gibt aus meiner Sicht sehr gute Argumente und ein berechtigtes Interesse aller Fans aller Vereine sich vehement gegen all die unverschämten Ticketpreiserhöhungen zu wehren. Aber die jetzige Aktion der BVB-Fans ist lächerlich, geradezu pharisäerhaft, weil sie ganz offensichtlich nur Schalke in ein schlechtes Licht rücken soll. Sie ist mitnichten ehrlich gemeint und schon deshalb deshalb völlig kontraproduktiv für das Ziel aller Fans (Schalker und Dortmunder) sich gegen Ticketabzocke der Vereine zu wehren. Die wahre Abzocke findet nämlich woanders statt: Wie schon erwähnt in Dortmund mit dem o.g. "Meisterpaket" und in der Rückrunde dann ganz bestimmt gegen Schalke mit dem "Nr. 1 im Pott-Paket". Und bei uns auf Schalke bei den Champions League-Spielen und durch die neue ungerechte Blockeinteilung in der Veltins-Arena, und am meisten bei Schalker Auswärtsspielen, wo überall die heimischen Vereine Topzuschläge verlangen. Mit Topzuschlägen sind die BVB-Fans - wenig schmeichelhaft! - offenkundig nur auf Schalke konfrontiert (und können sich mithin glücklich schätzen!)...
Danke für ihre objektiven Beitrag [Ironie aus]. Und zur mangelnden Fanunterstützung: Vielleicht weiß Klopp, dass gegen Schalke keine Unterstützung nötig ist - die drei Punkte kommen auch so nach Dortmund ;) Zum Thema: Ein gutes Zeichen, um gegen steigende Eintrittspreise zu demonstrieren!
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