U19-Frauen-Länderspiel Die letzten Sekunden werden wiederholt - wegen Schirifehlers

Es ist ein einzigartiger Vorgang in der Geschichte der Uefa: Wegen eines Fehlers der deutschen Schiedsrichterin Marija Kurtes müssen die letzten Sekunden des U19-Länderspiels zwischen Norwegen und England wiederholt werden.

Schiedsrichterin Kurtes: Regel falsch ausgelegt
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Schiedsrichterin Kurtes: Regel falsch ausgelegt


Mit einer falschen Regelauslegung hat die deutsche Schiedsrichterin Marija Kurtes für einen Eklat gesorgt. Beim Qualifikationsspiel zur U19-Europameisterschaft der Frauen zwischen Norwegen und England (2:1) gab die 29-Jährige in der sechsten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter für die Engländerinnen.

Zwar verwandelte Leah Williamson den Strafstoß, weil mehrere englische Spielerinnen jedoch zuvor den Strafraum betreten hatten, erkannte Kurtes den Treffer aber nicht an. Stattdessen entschied sie auf Freistoß für Norwegen. Eigentlich sieht das Regelwerk für solche Fälle vor, dass der Strafstoß wiederholt werden muss.

Der englische Fußballverband FA legte Protest gegen die Wertung der Begegnung ein. Mit Erfolg: Die Uefa gab nun bekannt, dass die letzten Sekunden der Partie wiederholt werden müssen, angefangen beim Elfmeter und mit einer anderen Schiedsrichterin. Es ist das erste Mal in der Geschichte des europäischen Fußballverbands, dass eine falsche Schiedsrichterentscheidung zur Teilwiederholung eines Spiels geführt hat.

Wieder angepfiffen wird die Partie am Donnerstagabend in Belfast. Der Ausgang des Spiels ist dabei von großer Bedeutung. Norwegen (Erster) und England (Zweiter) haben in Gruppe 4 jeweils Chancen auf den Gruppensieg. Die U19-Europameisterschaft findet vom 15. bis zum 27. Juli 2015 in Israel statt.

mon/AP



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Bueckstueck 09.04.2015
1. Könnte schlimmer sein
Einen Elfer wiederholen ist eine klare Angelegenheit - es sei denn, die Schützin vergibt und dann geht das Geheule erst richtig los.
Trainspotter 09.04.2015
2. Lächerlich
Fehlentscheidungen gibt es jede Woche. Nicht zuletzt auch beim Afrika Cup. In diesem Fall sollte das benachteiligte Tunesien sich entschuldigen, den Schiedsrichter bemängelt zu haben. Ich dachte immer, Fehlentscheidungen seien Tatsachenentscheidungen und nicht mehr zu revidieren? Somit wäre es richtig gewesen den Spielausgang normal zu werten und die Schiedsrichterin auf einen Auffrischungskurs zu schicken.
nutellabrot-2003 09.04.2015
3. Unglaublich...
Ich habe vor 30 Jahren meinen Schiri-Schein gemacht und 25 Jahre kein Spiel mehr geleitet, aber einen Freistoß zu geben würde mir selbst mit 3,0 Promille nicht einfallen. So ein Megablackout muss einfach korrigiert werden.
midastouch 09.04.2015
4. ...
Ich wette, die designierte Schützin wird bis dahin fleißig Elfmeter üben :-)
sack_reis 09.04.2015
5.
...ist lediglich Ihr aufgeführter Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Die "Tatsachenentscheidung" war der Starfstoß aufgrund eines Foulspiels im eigenen Srafraum. Hingegen liegt dann eine klare Verletzung der Ausführungsbestimmungen vor, was absolut nichts mit einer Tatsachenentscheidung zu tun hat. Die Wiederholung ist somit völlig richtig. Anderes Beispiel: Ob der Ball tatsächlich die Auslinie überschritten hat, obliegt der (Tatsachen-)entscheidung des Schiedrichters und kann demzufolge auch nicht angefochten werden. Wenn er daraufhin jedoch auf Freistoß anstatt Einwurf entscheiden würde, so liegt ein klarer Fehler des SR vor.
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