DFB-Sieg gegen Ecuador Störte was? Logo!

Das Länderspiel der deutschen B-Elf gegen Ecuador wird außer Lukas Podolski nur wenigen im Gedächtnis bleiben. Stattdessen waren es vier eher kuriose Dinge am Rande, die diese Partie ausmachten.

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Für den Bundestrainer ist die Sommerreise der Fußballnationalmannschaft in die USA "extrem wichtig". Eine Ansicht, die Joachim Löw seit Tagen verkündet und letztlich relativ exklusiv für sich hat. Auch nach dem 4:2 (4:1)-Sieg der DFB-Reservemannschaft über eine in der Defensive überforderte Elf Ecuadors halten sich die Erkenntnisse im Hinblick auf das WM-Turnier im kommenden Jahr in Grenzen.

So bleibt als Resultat nach den 90 Minuten von Boca Raton die Feststellung, dass im deutschen Fußball in diesen Wochen aufgestellt werden kann, wer will - am Ende ist Erfolg. Selbst mit vier Profis des Hamburger SV im Kader lässt die Nationalmannschaft einem Weltranglistenzehnten keine Chance - das ist für den deutschen Fußballfan eine durchaus beruhigende Beobachtung.

Ansonsten wird das Test-Länderspiel nicht gerade ins kollektive Gedächtnis der deutschen Fußballgeschichte eingehen. Zumindest Lukas Podolski wird es wohl in Erinnerung behalten, da er mit seinem Einsatz gleich mehrere Marksteine setzte. Mit 109 Länderspielen hat er nun Jürgen Klinsmann in der DFB-Statistik überholt und sich auf den alleinigen Platz drei verbessert. Nur Lothar Matthäus und Miroslav Klose rangieren noch vor ihm. Zudem brachten ihn seine Länderspieltore 45 und 46 an Karl-Heinz Rummenigge vorbei auf Platz sechs der DFB-Torjäger-Statistik.

Was war sonst noch bemerkenswert an diesem Länderspiel? Das gibt es hier in Kurzform:

1. Der Schnellschütze

Der Treffer von Lukas Podolski zum 1:0 nach neun Sekunden hat dem Arsenal-Profi einen Rekordplatz in der DFB-Bilanz gesichert. Noch nie in der deutschen Länderspielgeschichte traf ein Nationalspieler früher. Weltrekord ist das dennoch nicht. Der gebührt einem Auswahlspieler des Fußballzwerges San Marino. Davide Gualtieri heißt der Mann, und ihm gelang im WM-Qualifikationsspiel gegen England 1993 ein noch größeres Kunststück: Er traf nach exakt 8,33 Sekunden zum 1:0 - Endergebnis damals: 7:1 für England.

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DFB-Einzelkritik gegen Ecuador: Lucky Lukas trifft schneller als sein Schatten
Dass eine deutsche Mannschaft nach 24 Minuten schon 4:0 führt, ist zwar auch kurios, so etwas hatte es in den Zeiten, als noch die Kleinen im Weltfußball existierten, allerdings schon mehrfach gegeben und ist kein Rekord.

2. Die große Leere

René Adler hat als Torwart sicher einiges schon erlebt, aber so eine Atmosphäre in einem Länderspiel dann doch noch nicht. Die Tribüne im Stadion von Boca Raton hinter ihm war komplett leer. 5500 Zuschauer verirrten sich in die Arena der Florida Atlantic University, an sich mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Besuchern ausgestattet. Deutschland gegen Ecuador in Florida - man hätte vorher ahnen können, dass dies die Massen im Fußball-Entwicklungsland USA nicht anziehen würde. Vielleicht hätte der DFB Kuba als Testspielgegner akquirieren sollen. Der wäre sportlich zwar weniger attraktiv gewesen, hätte in Miami und Umgebung aber zumindest viele Exil-Kubaner mobilisiert.

3. Das DFB-Wasserzeichen

Viele Fernsehzuschauer zeigten sich irritiert davon, dass das Logo des Deutschen Fußball-Bundes prominent im Fernsehbild der ARD zu sehen war - unten rechts als eine Art Wasserzeichen. Analog zu Übertragungen von großen Turnieren, wo sich Weltverband Fifa und die europäische Uefa präsentieren, hat der DFB das Recht, sich bei Testspielen im Fernsehen als Marke darzustellen. Beim Pokalfinale am Samstag und bei der zweiten Station der Länderspielreise in Washington gegen die USA wird man das wohl wieder sehen - wenn es für die Nationalmannschaft ernst wird und die WM-Qualifikation in ihre entscheidende Phase geht, ist dann wieder die Fifa am Zug.

4. Der Pausen-Unterhalter

Matthias Opdenhövel kennt sich dank seiner Vergangenheit damit aus, in Halbzeitpausen für das Entertainment der Zuschauer zu sorgen. Als Stadionsprecher bei Borussia Mönchengladbach gehörte das zu seiner Kernkompetenz. Ein bisschen davon steckt in ihm offenbar noch immer. Als ARD-Moderator war er offenbar nicht darüber informiert worden, dass er bereits wieder auf Sendung war - und plauderte fröhlich vor sich hin ins Off: "Die spielen hier den Ententanz. Ich glaube es nicht." Als er bemerkte, dass ein Millionenpublikum an seinen unsortierten Gedanken bereits teilhatte, entschuldigte er sich auf charmante Art. Das Musikprogramm von Boca Raton hatte es Opdenhövel ohnehin schwer angetan. Schon vor der Partie hatte er getwittert: "Rammstein läuft beim Warmmachen."

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TheTruth 30.05.2013
1. Testspiel
Das ist so als würde ein Gymnasialschüler ständig Mathe Tests über das 1+1 bekommen. Wenns dann wieder hart auf hart kommt, geht die deutsche Nationalmannschaft unter.
Bayernkini 30.05.2013
2. Habe ich ein anderes Spiel gesehen?
Also wenn ich nicht komplett ein anderes Spiel gesehen habe, dann war da doch noch was?! Oder habe ich mir den irren Fan, der halbnackt über den Rasen lief etwa geträumt? Also wenn schon über die 5500 Zuschauer geschrieben wird und ein unwichtiges Logo in einem Fernseheck, dann wäre doch zumindest dieser Lauf noch einen Erwähnung wert, oder?
remmbremmerdeng 30.05.2013
3. Spiele die die Welt nicht braucht
Mit solchen Spielen wird eine Statistik gebaut, die das objektive Bild verstellt, was im Falle eines 'unerwarteten' Ausscheidens aus großen Turnieren für umso dickere Backen bei allen Beteiligten sorgt. An dem Sensationsergebnis fällt mir z.B. auf, daß ein 4:0 wieder nicht über die Zeit gebracht wurde. Ein Glück, daß die Equadorianer keinen mittelamerikanischen Ibrahimovic in ihren Reihen hatten.
schabo1967 30.05.2013
4. Weil ja die guten Leistungen...
Zitat von TheTruthDas ist so als würde ein Gymnasialschüler ständig Mathe Tests über das 1+1 bekommen. Wenns dann wieder hart auf hart kommt, geht die deutsche Nationalmannschaft unter.
..nur von normalen Menschen gewürdigt werden. Nörgler, schlechtreder und Fussballlaien äußern sich so wie Sie. In den letzten 4 Turneren jeweils unter den besten dei. Das ist schon gut, und aller Ehren wert. Es hat schon etwas von großdeutschen denken wenn die ewigen Nörgler fordern, dass Deutschland mindestens Weltmeister werden muss. "Verächtlich mit dem Kopf schüttel "
Baerliner73 30.05.2013
5.
Zitat von sysopDPADas DFB-Länderspiel gegen Ecuador wird außer Lukas Podolski nur wenigen im Gedächtnis bleiben. Zu begrenzt sind die Erkenntnisse, die der Bundestrainer aus dem Sieg seiner B-Elf ziehen kann. Stattdessen waren es eher kuriose Dinge am Rande, die diese Partie ausmachten. http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutschland-besiegt-im-testspiel-ecuador-deutlich-a-902724.html
Warum muss die USA Reise neue Erkenntnisse bringen??? Solange da 20+ Spieler mit fahren, die eine Perspektive für die A-11 sind, bock auf die Reise haben (freiwillig auf ihren Urlaub verzichten) und uns nicht bis auf die Knochen blamieren, kann man ihnen doch nach der Saison die Gegelenheit zu einer "mini Turniervorbereitung" geben. Sollen sie sich doch mal an die N11 gewöhnen und eine Gelegenheit zum präsentieren bekommen. Ist doch klasse! Die Zeiten in denen wir froh waren mal 11 ordentliche Spieler aufstellen zu können sind zum Glück vorbei! Man denke mal an die Ballck Zeit... Da hatte man ja oft das Gefühl wir haben einen Fussballer und 10 Lückenfüller.
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