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09. September 2018, 22:38 Uhr

Später Sieg im Testspiel

Debütant Schulz rettet Deutschland gegen Peru

Viele Chancen - und doch nur knapp gewonnen: Deutschland hat sich im Testspiel gegen Peru durchgesetzt. DFB-Debütant Nico Schulz traf in der Schlussphase - unter Mithilfe des gegnerischen Torwarts.

Am Ende klappte es doch noch mit dem ersten Erfolg nach der Weltmeisterschaft: Deutschland hat spät 2:1 (1:1) in einem unterhaltsamen Testspiel gegen Peru gesiegt. Die Mannschaft von Joachim Löw war in Sinsheim insgesamt klar überlegen, scheiterte jedoch lange an der eigenen Chancenverwertung.

Julian Brandt von Bayer Leverkusen schoss in der 25. Minute das erste Tor für die DFB-Elf. Brandt, einer der besseren Spieler beim WM-Debakel, traf mit einem traumhaften Lupfer zum 1:1. Wenige Minuten zuvor hatte Luis Advíncula Peru in Führung gebracht, als DFB-Debütant Nico Schulz sich beim Konter falsch orientierte und gegen Advíncula zu spät kam. Immerhin: In der Schlussphase sorgte Schulz für den Siegtreffer (85. Minute), Torwart Pedro Gallese lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab.

Wie bereits beim torlosen Auftaktspiel der Nations League gegen Weltmeister Frankreich ließ Deutschland zu viele Großchancen ungenutzt. Marco Reus vergab die erste gute Möglichkeit nach zwei Minuten, Ilkay Gündogan hatte den BVB-Angreifer zuvor per Steilpass bedient. In der zwölften Minute scheiterte Matthias Ginter freistehend per Kopf. Timo Werner schoss bei einem Konter über das Tor (55.). Auch Nils Petersen hätte früher für die Entscheidung sorgen können (73.).

In der zweiten Hälfte wurde das Spiel der DFB-Elf zerfahrener. In seiner WM-Analyse hatte Bundestrainer Joachim Löw mehr Sicherheit angekündigt, doch auch in der Defensive wurde sein Team nachlässiger und hatte Glück: In der 57. Minute schoss der frühere Schalker Jefferson Farfán freistehend über das Tor von Marc-André ter Stegen. Thilo Kehrer und Kai Havertz (Deutschlands Nachwuchsfußballer des Jahres) kamen in der Schlussphase zu ihrem Länderspieldebüt.

An der Abschlussschwäche dürfte Bundestrainer Löw auch in der nächsten Länderspielpause im Oktober arbeiten. Deutschland hat in diesem Jahr erst acht Treffer in neun Partien erzielt. Im vergangenen Jahr waren es noch 43 Tore (15 Länderspiele), darunter ein 7:0-Erfolg gegen San Marino sowie ein 6:0-Sieg gegen Norwegen. Vier Länderspiele bestreitet Deutschland noch 2018, die nächsten in der neuen Nations League gegen die Niederlande (Amsterdam, 13. Oktober) und Frankreich (Paris, 16. Oktober).

Deutschland - Peru 2:1 (1:1)
0:1 Advíncula (22.)
1:1 Brandt (25.)
2:1 Schulz (85.)
Deutschland: Ter Stegen - Ginter (72. Kehrer), Boateng (46. Rüdiger), Süle, Schulz - Kimmich - Brandt (70. Petersen), Kroos, Gündogan (84. Müller), Werner (88. Havertz) - Reus (46. Draxler)
Peru: Gallese - Advíncula, Araujo, Santamaría, Trauco - Aquino, Yotun (76. Calcaterra) - Flores (67. Lopez), Cueva, Farfán - Ruidiaz (86. Pena)
Schiedsrichter: Robert Schörgenhofer (Österreich)
Gelbe Karten: - / Advíncula
Zuschauer: 25.494 (ausverkauft, Sinsheim)

jan

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