Später Sieg im Testspiel Debütant Schulz rettet Deutschland gegen Peru

Viele Chancen - und doch nur knapp gewonnen: Deutschland hat sich im Testspiel gegen Peru durchgesetzt. DFB-Debütant Nico Schulz traf in der Schlussphase - unter Mithilfe des gegnerischen Torwarts.

DPA

Am Ende klappte es doch noch mit dem ersten Erfolg nach der Weltmeisterschaft: Deutschland hat spät 2:1 (1:1) in einem unterhaltsamen Testspiel gegen Peru gesiegt. Die Mannschaft von Joachim Löw war in Sinsheim insgesamt klar überlegen, scheiterte jedoch lange an der eigenen Chancenverwertung.

Julian Brandt von Bayer Leverkusen schoss in der 25. Minute das erste Tor für die DFB-Elf. Brandt, einer der besseren Spieler beim WM-Debakel, traf mit einem traumhaften Lupfer zum 1:1. Wenige Minuten zuvor hatte Luis Advíncula Peru in Führung gebracht, als DFB-Debütant Nico Schulz sich beim Konter falsch orientierte und gegen Advíncula zu spät kam. Immerhin: In der Schlussphase sorgte Schulz für den Siegtreffer (85. Minute), Torwart Pedro Gallese lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab.

Wie bereits beim torlosen Auftaktspiel der Nations League gegen Weltmeister Frankreich ließ Deutschland zu viele Großchancen ungenutzt. Marco Reus vergab die erste gute Möglichkeit nach zwei Minuten, Ilkay Gündogan hatte den BVB-Angreifer zuvor per Steilpass bedient. In der zwölften Minute scheiterte Matthias Ginter freistehend per Kopf. Timo Werner schoss bei einem Konter über das Tor (55.). Auch Nils Petersen hätte früher für die Entscheidung sorgen können (73.).

Fotostrecke

10  Bilder
Testspielsieg gegen Peru: Viele Chanchen, wenig Ertrag

In der zweiten Hälfte wurde das Spiel der DFB-Elf zerfahrener. In seiner WM-Analyse hatte Bundestrainer Joachim Löw mehr Sicherheit angekündigt, doch auch in der Defensive wurde sein Team nachlässiger und hatte Glück: In der 57. Minute schoss der frühere Schalker Jefferson Farfán freistehend über das Tor von Marc-André ter Stegen. Thilo Kehrer und Kai Havertz (Deutschlands Nachwuchsfußballer des Jahres) kamen in der Schlussphase zu ihrem Länderspieldebüt.

An der Abschlussschwäche dürfte Bundestrainer Löw auch in der nächsten Länderspielpause im Oktober arbeiten. Deutschland hat in diesem Jahr erst acht Treffer in neun Partien erzielt. Im vergangenen Jahr waren es noch 43 Tore (15 Länderspiele), darunter ein 7:0-Erfolg gegen San Marino sowie ein 6:0-Sieg gegen Norwegen. Vier Länderspiele bestreitet Deutschland noch 2018, die nächsten in der neuen Nations League gegen die Niederlande (Amsterdam, 13. Oktober) und Frankreich (Paris, 16. Oktober).

Deutschland - Peru 2:1 (1:1)
0:1 Advíncula (22.)
1:1 Brandt (25.)
2:1 Schulz (85.)
Deutschland: Ter Stegen - Ginter (72. Kehrer), Boateng (46. Rüdiger), Süle, Schulz - Kimmich - Brandt (70. Petersen), Kroos, Gündogan (84. Müller), Werner (88. Havertz) - Reus (46. Draxler)
Peru: Gallese - Advíncula, Araujo, Santamaría, Trauco - Aquino, Yotun (76. Calcaterra) - Flores (67. Lopez), Cueva, Farfán - Ruidiaz (86. Pena)
Schiedsrichter: Robert Schörgenhofer (Österreich)
Gelbe Karten: - / Advíncula
Zuschauer: 25.494 (ausverkauft, Sinsheim)

jan

insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
brotherandrew 09.09.2018
1. Das ...
... war ein Freundschaftsspiel ohne Wert. Terstegen muss den Treffer Perus verhindern. Dafür trifft ein Peruaner das leere Tor nicht und ein deutscher Spieler lenkt einen 100 % igen Torschuss von Petersen noch ins Aus. Und das Tor von Schulz war der Verkettung peruanischer Abwehrfehler einschließlich des eigentlich ganz guten Torwarts zu verdanken. Erschreckend unsicher in mehreren Situationen war dieses Mal Rüdiger. Einen Sieger hatte daher dieses Spiel eigentlich nicht verdient. Bei sechs Auswechslungen und weiteren Experimenten kann keine eingespielte Mannschaft entstehen. Da macht Löw lückenlos da weiter, wo er angefangen hat, anstatt einfach darauf zu setzen, eine Stammformation zusammen zu schweißen.
aggro_aggro 09.09.2018
2. Wieder mittelmäßig
Es hat sich wieder gezeigt, dass die deutsche Nationalmannschaft kein Einstellungsproblem hat, sondern ein Qualitätsproblem. Wieder langsam, kaum Direktspiel - immer erstmal den Ball stoppen und mit dem zweiten Kontakt weiter, wie man es in der C-Jugend lernt. Und wenn es direkter geht sofort Fehler und Ballverlust. Die Stürmer sind nicht gefährlich, es gibt keine tödliche Pässe, aber auch niemanden der sie fordert. Wir haben keine Champions-League-Offensivspieler, keine Torjäger. Dennoch reden wieder alle davon dass alles schon Vorbereitung auf den Titelkampf bei der EM ist. Vielleicht verhindern wir erstmal den Abstieg in der Nations League und qualifizieren uns für die EM. Realistische Ziele für die vielleicht zehntbeste Nationalmannschaft der Welt.
gruffelo 09.09.2018
3. Gündogan
Gündogan hat hier (selbst für mich erkennbar) einige sehr gute Zuspiele platziert. Sollte man fairerweise nach der ganzen Kritik zuletzt auch mal hervorheben.
murun 09.09.2018
4. Jens Lehmann ...
Jens Lehmann ist als Experte einfach nur peinlich und indiskutabel. Unter 25-jährigen vorzuwerfen, dass sie unerfahren und zu viele Fehler machen, sagt jemand, der es mit 28 (?) in die N11 geschafft hat... Insgesamt wirkt er unangemessen arrogant angesichts seiner eigenen Karriere.
Barças Superstar 09.09.2018
5. wieso ...
... hatte der Linienrichter beim sehenswerten und regulären Ausgleichstreffer eigentlich seine Fahne oben ? Egal, heute war viel mehr Drive zu sehen, somit war es auch ein sehenswertes Match. Kalt ist aber auch, dass unter den ersten 50 der Welt kein einfacher mal-eben-so-Sieg mehr möglich ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.