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Reaktionen zum DFB-Sieg: "Wir müssen aufpassen"

Löw im Spiel gegen Brasilien: "Ein bisschen Demut ist jetzt auch ganz gut" Zur Großansicht
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Löw im Spiel gegen Brasilien: "Ein bisschen Demut ist jetzt auch ganz gut"

Jetzt bloß nicht abheben: Das Team um Bundestrainer Joachim Löw versucht nach der Gala gegen Brasilien, die Konzentration gleich auf das Finale zu lenken. Argentiniens Trainer nennt die DFB-Elf eine "echte Macht".

SPIEGEL ONLINE Fußball

Joachim Löw (Bundestrainer): "Es war heute wichtig, dieser Leidenschaft und diesen Emotionen von Brasilien mit Ruhe, mit Abgeklärtheit zu begegnen, natürlich auch mit Mut und mit unserer eigenen Stärke. Die Brasilianer waren nach diesen Toren geschockt und dann hatten wir auch leichtes Spiel. Es haben alle ihre Aufgabe wahnsinnig gut und konzentriert erfüllt. Wir haben gut nach vorne gespielt, klasse kombiniert. Ein bisschen Demut ist jetzt auch ganz gut, es geht weiter. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir bis zum Finale am Sonntag konzentriert bleiben."

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident, im ZDF): "Es ist ein historischer Tag für den deutschen Fußball und den Fußball in der Welt. Es ist eine unglaubliche Leistung, mit Worten gar nicht auszudrücken. Das Wort sensationell reicht nicht, auch märchenhaft ist zu schwach. Fünf Tore in 19 Minuten - auf der Ehrentribüne haben mich die Leute nur angeguckt. Das war Fußball wie von einem anderen Stern. Ich freue mich so für Trainer und Mannschaft. Aber jetzt dürfen wir nicht ausflippen. Am Sonntag haben wir die Chance, den letzten großen Schritt zu machen. Der vierte Stern soll her."

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Einzelkritik Deutschland: Dauerrenner Müller, Hinterhof-Kicker Kroos
Thomas Müller: "Das war natürlich nicht unbedingt zu erwarten. Da sieht man, wie unterschiedlich Spiele laufen können. Da nehme ich gern wieder unser geliebtes Algerien-Spiel. Brasilien hat anders agiert, hatte schnelle Ballgewinne, dann waren die Räume größer als gegen defensiv ausgerichtete Mannschaften. Das haben wir bis Mitte der ersten Halbzeit ausgenutzt. Irgendwann bist du als Gegner dann gebrochen. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Wir werden noch einmal Vollgas geben, um unser Leben ackern und dann das Ding holen. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wie man uns nach Algerien kaputtgeredet hat, wird man uns jetzt in den Himmel loben. Das ist der falsche Ansatz. Wir sind einfach ein richtig gutes Team."

Oliver Bierhoff (Teammanager): "Die Brasilianer haben irgendwann total den Faden verloren. Wir waren gut genug, um das für uns zu nutzen. Ich dachte auch, dass das heute eine enge, heiße Kiste wird. Man hat gespürt, dass wir heute die bessere Mannschaft waren. Es ist noch nichts erreicht, ob wir 2:1 oder 7:1 gewinnen. Man geht in das Finalspiel wieder mit 50:50 rein."

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WM-Halbfinale: Die DFB-Gala in Bildern
Miroslav Klose: "Es ist jetzt natürlich schwer nach so einem Spiel. Wir haben super angefangen. Dass wir super harmonieren, das merkt man auch im Training. Wir sind einfach eine Einheit, auch die Spieler auf der Bank gehen immer mit. Wir analysieren die Gegner gut. Es ist wichtig, dass unsere Standards fruchten. Das hat man heute beim 1:0 wieder gesehen. Toni Kroos bringt den Ball jedes Mal dahin, wo er hin muss, und das ist einfach eine große Stärke. Da müssen wir weiter dran arbeiten. Bei einem Schussversuch mit links habe ich einen Schlag draufgekriegt, da war ich nicht so in der Lage, einen Salto zu machen."

Per Mertesacker: "Damit hatten wohl auch die kühnsten Experten nicht gerechnet. Wir waren wie im Rausch. Das konnte man auch von der Bank nicht erklären. Es hat heute vieles gepasst. Wichtig wird, das Ergebnis schnell abzuhaken. Man wird schnell als Favorit abgestempelt. Wenn jeder nur fünf Prozent weniger gibt, und das kann ganz schnell passieren nach so einem Spiel, dann wird es schwierig."

Philipp Lahm: "Wir freuen uns, aber jetzt geht der Blick wieder nach vorne. Wir versuchen unsere Form zu halten für das Finale und da Weltmeister zu werden."

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Fanbilder: Deutschland jubelt, Brasilien am Boden
Julio Cesar (Torhüter, Brasilien): "Es ist nicht zu erklären. Wir müssen anerkennen, dass Deutschland sehr gut gespielt hat. Die Deutschen waren einfach stark, nach dem ersten Tor sind wir zusammengebrochen, das hat keiner verstanden. Wir gehen jetzt nach Hause und werden unsere Familien umarmen. Herzlichen Glückwunsch an Deutschland. Aber wir sind eine starke Mannschaft, ich bin mir sicher, dass die Spieler wieder aufstehen werden."

Alejandro Sabella (Trainer Argentinien): "Ich habe nur die erste Halbzeit gesehen. Aber Deutschland ist eine echte Macht. Ein solches Ergebnis zwischen zwei großen Fußballnationen ist absolut nicht normal. Unglaublich."

fpf/sid/dpa

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insgesamt 37 Beiträge
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    Seite 1    
1. Brasilien so ...
p.i.s.a. 09.07.2014
... lasst uns doch auch mal aufs Tor schießen. Die Deutschen so ... nööö! :-) Waaaaahnsinn, was für eine Demontage!! Herzlichen Glückwunsch Deutsche Nationalmannschaft! Das kommt davon, wenn man vor lauter Pathos die Beine nicht mehr bewegt kriegt und meint, mal eben im Hurra--Stil, die deutsche Mannschaft platt machen zu können! Welch ein fataler Trugschluss!! Jetzt bloooooß nicht abheben; dann wirds was!! Ich drücke die Daumen!!
2.
hattrick73 09.07.2014
Gefühlt hat Toni Kroos jedes Tor vorbereitet und die, die er nicht vorbereitet hat, hat er selber gemacht. Weltklasseleistung
3. auf gehts!
limubei 09.07.2014
tief durch atmen! noch mal tief durchatmen. Konzentrieren. Endspiel = neues Spiel neuer Gegner. Freue mich auf ein geiles Endspiel. Am besten Holland. Wenns Messi wird - auch OK!
4. Etwas Demut und Mitgefühl täte nun gut...
khid 09.07.2014
Zitat von sysopAFPJetzt bloß nicht abheben: Das Team um Bundestrainer Joachim Löw versucht nach der Gala gegen Brasilien, die Konzentration gleich auf das Finale zu lenken. Argentiniens Trainer nennt die DFB-Elf eine "echte Macht". http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutschland-gegen-brasilien-reaktionen-zum-wm-halbfinale-a-979994.html
...für Brasilien und seine Bürger. Ich verstehe nicht besonders viel von Fußball - aber von dem, was Menschen hoffen lässt, was ihnen Auftrieb und Selbsbewußtsein geben kann. Fußball gehört zu solchen Dingen. Brasilien hat als Land (zu) viel in diese WM investiert - zu viel Geld (statt für Krankenhäuser, Schulen, etc.) - und sehr viel Hoffnung. Was gestern Nacht passiert ist, war sportlich sicher nachvollziehbar - emotional gesehen war es jedoch eine Demütigung ohne Beispiel. Ausgerechnet durch "uns" Deutsche... Fußball ist ein Spiel - und, wenn man merkt, dass der Gegner bereits am Boden liegt, hilft man ihm aus Fairneß und Mitgefühl wieder auf. Auch im Sinne des Spiels. Das ist gestern nur im Ansatz von unseren Jungs gemacht worden - obgleich man nach dem 5:0 schon den Eindruck gewinnen konnte, dass die deutsche Elf sich gar nicht mehr anstrengte, vors gegnerische Tor zu gelangen. Auch so mancher Angriff schien "unkonzentriert" ins Leere zu laufen. Das 7:1 sah ich persönlich sogar als "Geschenk" von Manuel Neuer und der deutschen Mannschaft. Aber es war längst "zu spät". Da war Brasilien bereits erledigt, gedemütigt, bis aufs Mark blamiert. Der Gastgeber. Mir hat das Spiel ab dem 4:0 tatsächlich Unwohlsein und "Schmerz" verursacht. Natürlich hatte ich gehofft, das "wir" gewinnen - aber doch nicht "so"! Was ich bei allem nächtlichen Geschreibsel eigentlich sagen will, ist: "Wir" sollten nun Weltmeister werden - auch, um Brasilien diese Niederlage etwas leichter zu machen (wenn man sich damit "trösten" kann, wenigstens gegen den späteren Weltmeister verloren zu haben). "Wir" sollten auch darüber nachdenken, wie Deutschland als Staat Hilfe in Brasilien leisten kann. Etwa durch politische und humanitäre Zusammenarbeit um genau jene Probleme zu lösen, weshalb halb Brasilien protestierend auf die Straße geht! Vielleicht reicht es aber einfach schon, wenn wir uns solidarisch mit den Brasilianern zeigen - speziell mit jenen, die alltäglich unter den Mißständen leiden, die politisch unbeachtet blieben. p.s.: Schlaaaaaaaand !!!! ;p
5. Herr Niersbach
steiner.bernd 09.07.2014
Wir wissens, daß Sie auf der Ehrentribühne gessen sind. Hatte das Gefühl, daß er der einzige Deutsche ist, der überheblich war. Vielleicht bin ich auch nur genervt von diesen Interviews nach dem Spiel bzw. die Vermarktung des Fußballs....zu den deutschen Spielern und Fans - Echt super
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1990 Italien Deutschland
1986 Mexiko Argentinien
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1978 Argentinien Argentinien
1974 Deutschland Deutschland
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1962 Chile Brasilien
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